MSM

MSM (Methylsulfonylmethan) ist organisch gebundener Schwefel, die Form, in der Schwefel von Natur aus in allen lebenden Organismen vorkommt und biologisch aktiv ist. Schwefel tritt vor allem in eiweißreichen Geweben auf. Er ist unter anderem Bestandteil des Bindegewebes, der roten Blutkörperchen, von Muskeln, Haut, Haaren und Nägeln und der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein.

Schwefel gibt diesen Geweben Form und Stabilität. Schwefelbrücken sind wichtig für die räumliche Struktur von Enzymen. Schwefel ist an der Bildung von Gallensäuren beteiligt und Baustein der B-Vitamine Thiamin und Biotin. Der Mineralstoff ist wichtig für die Blutgerinnung, das antioxidative System und die Insulinproduktion. MSM wird auch oft zur Unterstützung des Bewegungsapparats eingesetzt. Außerdem unterstützt MSM die innere Reinigung. Die heutige Nahrung enthält viel weniger Schwefel als es früher der Fall war.

Die MSM-Forschung ist das Lebenswerk von Professor Stanley Jacob, MD. Er hat ca. 50 Jahre als Chirurg und Wissenschaftler gearbeitet. Professor Jacob hat durch seine Arbeit an organischen Schwefelverbindungen internationale Bekanntheit erlangt. 1965 erhielt er in Deutschland einen Wissenschaftspreis für „den weltweit wichtigsten medizinischen Beitrag im Jahre 1964“. 1983 wurde er von der National Health Federation zum “Humanitarian of the Year” ausgerufen. Als Direktor der Schmerzklinik der Health Sciences University in Portland, Oregon, hat Dr. Jacob über mehrere Jahrzehnte hinweg fast 20.000 Menschen behandelt. Seine Erfahrungen mit MSM hat er in zwei Büchern niedergelegt.

Quellen

MSM kommt in der Natur in Regenwasser, frischem Obst und frischem Gemüse vor. Der MSM-Gehalt in diesen Lebensmitteln bewegt sich gewöhnlich zwischen 1 und 4 mg pro kg. MSM ist jedoch relativ flüchtig und verfliegt leicht, wenn das Lebensmittel verarbeitet (erhitzt!) oder lange Zeit gelagert wird. Bemerkenswert ist, dass Muttermilch die reichhaltigste natürliche MSM-Quelle darstellt.

Indikationen

  • Osteoarthritis
  • Heuschnupfen
  • Detoxifikation
  • (Chronische) Schmerzen
  • Entzündung
  • Wundheilung
  • Narben (Verbesserung der Elastizität, Geschmeidigkeit)
  • Mangel an Energie
  • schwache Nägel
  • dünnes Haar
  • Verlangsamen der Hautalterung
  • (Chronische) Rückenschmerzen
  • Gicht
  • Spannungskopfschmerz
  • Fibromyalgie
  • Muskelschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • (Sport-) Verletzungen
  • Tendinitis
  • Bursitis
  • Schleudertrauma
  • Tennisellenbogen
  • Achillessehnenverkürzung
  • Karpaltunnelsyndrom
  • CMD (Kraniomandibuläre Dysfunktion)
  • Sodbrennen, Schutz der Magenschleimhaut
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis, Paradontitis)
  • empfindliche Zähne/Backenzähne
  • Lichen planus
  • Lebensmittelallergie
  • Asthma
  • Rheumatoide Arthritis
  • SLE (Systemischer Lupus erythematodes)
  • Interstitielle Zystitis
  • Sklerodermie
  • Obstipation
  • Herpes (simplex, Zoster)
  • Buerger-Syndrom (Endangiitis obliterans)
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Diabetische Neuropathie

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber MSM.
  • Wegen fehlender Sicherheitsangaben wird von der Einnahme hoher MSM-Dosen während der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten.

Anwendungshinweise

  • Allgemeine Erhaltungsdosis: 1-2 g/Tag
  • Allgemeine therapeutische Dosierung: 2-8 g/Tag
  • Heuschnupfen: 3 g/Tag
  • Erkrankung Sehnen/Bänder: 6-8 g/Tag
  • Obstipation bei Senioren: 0,5-5 g/Tag
  • Zahnfleischentzündung / empfindliche Zähne: MSM-Pulver auf dem Zahnfleisch verreiben (Putzen mit MSM kann die Zähne weißer machen)
  • Sinusitis: MSM in Wasser auflösen und in die Nase sprühen (dies kann ein leicht brennendes Gefühl verursachen)
  • Schmerzen und Entzündung des Bewegungsapparats: Verwenden Sie MSM vorzugsweise sowohl oral (Tabletten, Pulver) als auch lokal (Gel).
  • Erhöhen Sie die Dosis allmählich über 2 bis 3 Wochen (alle 2 Tage kann die Dosis um ein Gramm erhöht werden).
  • Nehmen Sie die Dosis über den Tag verteilt zu einer Mahlzeit (oder auf nüchternen Magen) ein.
  • Die maximale Dosis hängt u. a. von der Darmtoleranz und der (Schwere der) Erkrankung ab.
  • Unter medizinischer Aufsicht kann die Dosis erforderlichenfalls stark erhöht werden (zum Beispiel auf 40-60 Gramm pro Tag).
  • Bei (leichten) Magen-Darm-Beschwerden ist die Dosis etwas zu verringern.
  • Nehmen Sie MSM nicht kurz vor dem Schlafengehen ein; MSM kann aktivitätssteigernd wirken.
  • MSM kann auf unbegrenzte Zeit angewendet werden.

Wechselwirkungen

  • MSM hat eine blutverdünnende Wirkung und kann (theoretisch) die Wirkung blutverdünnender Medikamente verstärken. Beachten Sie dies.
  • MSM schützt Nervensystem und Leber vor toxischen Wirkungen von Paracetamol.
  • Sicherheit
  • Die Anwendung von MSM ist unbedenklich. Der LD50-Wert ist höher als 20 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, und damit gehört MSM zu den am wenigsten toxischen Stoffen, die wir kennen. Versuchspersonen, die einen Monat lang täglich 1 Gramm MSM pro Kilogramm Körpergewicht eingenommen haben, verspürten davon keine unerwünschten Wirkungen.
  • Bei der Einnahme von MSM können (zeitweise) leichte Entgiftungserscheinungen wie z. B. dünner Stuhlgang, Hautausschlag, leichte Kopfschmerzen und Müdigkeit auftreten. Die Dosis kann dann, falls dies ratsam erscheint, etwas verringert werden.

Literatur

1. Butawan M et al. Methylsulfonylmethane: applications and safety of a novel dietary supplement. Nutrients 2017;9(3):290.
2. Methylsulfonylmethane (MSM). Monograph. Altern Med Rev. 2003;8(4):438-441.
3. Anthonavage M et al. Effects of oral supplementation with methylsulfonylmethane on skin health and wrinkle reduction. A randomized, placebo-controlled, double-blind clinical pilot study on OptiMSM. Nat Med J. 2015;7(11)
4. Withee ED et al. Effects of MSM on exercise-induced muscle and joint pain: a pilot study. J Intern Soc Sports Nutr. 2015;12(Suppl 1):P8.
5. van der Merwe M et al. The influence of methylsulfonylmethane on inflammation-associated cytokine release before and following strenuous exercise. J Sports Med (Hindawi Publ Corp). 2016;2016:7498359.
6. Debbi EM et al. Efficacy of methylsulfonylmethane supplementation on osteoarthritis of the knee: a randomized controlled study. BMC Complement Altern Med. 2011;11:50.
7. Pagonis TA et al. The effect of methylsulfonylmethane on osteoarthritic large joints and mobility. Int J Orthopaed. 2014;1(1):19-24.
8. Usha PR et al. Randomised, double-blind, parallel, placebo-controlled study of oral glucosamine, methylsulfonylmethane and their combination in osteoarthritis. Clin Drug Investig. 2004;24(6):353-63.
9. Barrager E et al. A multicentered, open-label trial on the safety and efficacy of methylsulfonylmethane in the treatment of seasonal allergic rhinitis. J Altern Complement Med. 2002;8(2):167-73.
10. Sousa-Lima I et al. Methylsulfonylmethane (MSM), an organosulfur compound, is effective against obesity-induced metabolic disorders in mice. Metabolism. 2016;65(10):1508-21.
11. Karabay AZ et al. Methylsulfonylmethane induces p53 independent apoptosis in HCT-116 colon cancer cells. Int J Mol Sci. 2016;17(7):1123.
12. Amirshahrokhi K et al. Methylsulfonylmethane is effective against gastric mucosal injury. Eur J Pharmacol. 2017;811:240-248.
13. Bohlooli S et al. Effect of methylsulfonylmethane pretreatment on acetaminophen induced hepatotoxicity in rats. Iran J Basic Med Sci. 2013;16(8):896-900. 
14. Bloomer RJ et al. Serum MSM concentrations following one month of MSM treatment in healthy men. Clin Pharmacol Biopharm. 2015;4:135.
Comments are closed.

Akkreditierte Fortbildung: Immunsystem- und Virusbehandlung, Wissenschaft und Praxis

Themen:

Seminar info
Interessante Berichte über Entwicklungen, seminars und Neuigkeiten