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Shatavari (Asparagus racemosus)

Shatavari (Asparagus racemosus) ist eine holzige Kletterpflanze aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae), die in Indien, Sri Lanka, Teilen Asiens und Australiens vorkommt. Die knollenförmigen Wurzeln der Pflanze werden traditionell in der ayurvedischen Medizin verwendet. Im Sanskrit bedeutet der Name „diejenige, die hundert Ehemänner hat“, und im Ayurveda trägt die Pflanze den Beinamen „Königin der Kräuter“. Der Name verweist auf den Ruf der Pflanze als Stärkungsmittel für Frauen. Im Ayurveda gilt Shatavari als Rasayana, ein Verjüngungsmittel, das Kraft und Widerstandsfähigkeit fördert. Traditionell wird Shatavari bei Frauen in verschiedenen Lebensphasen eingesetzt, beispielsweise bei einem unregelmäßigen Zyklus, im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit, nach der Entbindung zur Unterstützung der Milchbildung und der Genesung sowie während der Wechseljahre. Darüber hinaus wird die Pflanze seit jeher bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt.

Die Wirkung wird vor allem den Steroidsaponinen (den Shatavarinen I–IV) und dem Sarsasapogenin zugeschrieben. Darüber hinaus kann ein standardisierter Wurzelextrakt auch Flavonoide wie Quercetin, Rutin und Kaempferol, Alkaloide (Asparagamin A), Polysaccharide und Schleimstoffe, Sterole sowie Spurenelemente enthalten. Shatavari weist ein breites Wirkungsspektrum auf, darunter eine adaptogene Wirkung über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) sowie antioxidative, immunmodulierende und magenschützende Eigenschaften.

Die Indikationen für Shatavari basieren auf der traditionellen Anwendung, präklinischen Untersuchungen und einer rasch wachsenden Zahl klinischer Studien, von denen die meisten von relativ kurzer Dauer waren und mit verschiedenen standardisierten Extrakten durchgeführt wurden. Insbesondere in den letzten zwei Jahren wurden zahlreiche randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studien zu Shatavari veröffentlicht, darunter mehrere mit dem standardisierten Extrakt SRI-81®. Die Forschung erstreckt sich hauptsächlich auf Frauen im gebärfähigen Alter bis hin zu Frauen nach der Menopause.

Qualitätsaspekte

Traditionell wird vor allem die Wurzel verwendet. Die klinischen Studien zu Shatavari wurden ebenfalls überwiegend mit Extrakten aus der Wurzel durchgeführt. Darüber hinaus ist die korrekte botanische Bestimmung wichtig, da die Wurzeln verwandter Asparagus-Arten eine unterschiedliche Zusammensetzung aufweisen können, wobei getrocknete Wurzeln allein anhand ihres Aussehens nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Extrakte werden in der Regel auf den Gesamtgehalt an Shatavarinen standardisiert. Die Zusammensetzung von Shatavari-Wurzelextrakten kann je nach Art des verwendeten Extraktionsmittels (wie beispielsweise Wasser und/oder Ethanol) variieren. In klinischen Studien wurden meist Extrakte verwendet, die auf einen Gehalt von mehr als zehn Prozent Shatavarinen standardisiert sind. Darüber hinaus sind Kontrollen auf Schwermetalle, Pestizide und die mikrobiologische Reinheit wichtig. Ein Extrakt aus biologisch angebautem Asparagus racemosus kann einen Mehrwert bieten, da die Pflanzen auf nachhaltige Weise und ohne den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel angebaut wurden.

Indikation

  • Beschwerden in der Perimenopause und Menopause, darunter Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen
  • Stimmungsschwankungen, verminderte Stressresistenz und Schlafstörungen in Zusammenhang mit hormonellen Schwankungen
  • Unregelmäßiger Menstruationszyklus und verminderte Fruchtbarkeit
  • Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS, früher PCOS): Morphologie der Eierstöcke, Zyklusregulation, Androgenhaushalt und Insulinsensitivität
  • Beeinträchtigtes sexuelles Wohlbefinden: Libido, Erregung und vaginale Trockenheit
  • Verminderte Muskelkraft und Vitalität nach den Wechseljahren
  • Verlangsamte Magenentleerung und andere Magen- und Darmbeschwerden (traditionelle Anwendung)

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit gegenüber Shatavari oder anderen Pflanzen aus der Familie der Spargelgewächse wie Zwiebel, Porree, Knoblauch und Schnittlauch
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Es liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vor.
  • Vorsicht bei hormonsensitiven Erkrankungen oder bei der Einnahme von Hormonpräparaten: Die enthaltenen Steroidsaponine können möglicherweise zu Phytoöstrogen-ähnlichen und hormonmodulierenden Wirkungen beitragen. Shatavari wird jedoch eher als adaptogenes Pflanzenheilmittel mit milden hormonmodulierenden Wirkungen angesehen als als Mittel mit einer direkten östrogenähnlichen Wirkung.

Anwendungsempfehlungen

  • Beschwerden in der (Peri-)Menopause: 100-300 mg pro Tag
  • PMOS: 100-300 mg pro Tag
  • Steigerung der Muskelkraft: 500-1000 mg pro Tag

Die Dosierungen in klinischen Studien reichen bis zu 1000 mg standardisiertem Wurzelextrakt pro Tag und wurden über einen Zeitraum von maximal vier Monaten untersucht. Die geeignete Dosierung hängt vom Extrakt und vom Gehalt an Shatavarinen ab. Die meisten Studien zu Wechseljahresbeschwerden und PMOS dauerten in der Regel acht bis zwölf Wochen. Bei Wechseljahresbeschwerden wurde bereits nach vier Wochen eine Linderung der Beschwerden festgestellt, wobei die größte Verbesserung nach acht Wochen kontinuierlicher Anwendung eintrat.

Wechselwirkungen

  • Ein hochdosierter Wurzelextrakt hatte bei Ratten eine harntreibende Wirkung; die gleichzeitige Einnahme von Diuretika und Shatavari kann theoretisch zu einem erhöhten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen. Bei Menschen wurde diese Wirkung nicht beobachtet.
  • Die harntreibende Wirkung eines hochdosierten Wurzelextrakts kann die Natriumresorption in der Niere erhöhen, wobei auch Lithium zurückgehalten wird; die Lithiumausscheidung kann dadurch abnehmen und der Lithiumspiegel steigen (theoretisch). Eine Überwachung wird empfohlen.
  • In-vitro-Untersuchungen deuten auf eine insulinstimulierende Wirkung von Shatavari hin, wodurch die Wirkung blutzuckersenkender Medikamente theoretisch verstärkt werden könnte.
  • Aufgrund seiner möglichen hormonmodulierenden Wirkung kann Shatavari theoretisch Wechselwirkungen mit hormonellen Verhütungsmitteln, einer Hormonersatztherapie sowie mit Arzneimitteln hervorrufen, die die Östrogenwirkung oder die Östrogenproduktion beeinflussen wie beispielsweise Tamoxifen, Raloxifen und Aromatasehemmer. Inwieweit diese möglichen Wechselwirkungen klinisch relevant sind, wurde nicht festgestellt.
  • Einige klinische Studien deuten auf einen möglichen Synergieeffekt von Shatavari und Ashwagandha hin, der mit ihren komplementären Wirkmechanismen zusammenhängen könnte: Shatavari unterstützt das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron, während Ashwagandha mit der Regulation der Stressreaktion und der Nebennierenfunktion in Verbindung gebracht wird.

Sicherheit

Shatavari ist gut verträglich. In klinischen Studien mit verschiedenen Dosierungen wurden keine klinisch relevanten Nebenwirkungen berichtet, und auch in Übersichtsartikeln werden keine Nebenwirkungen beschrieben. Für SRI-81®, einen der am intensivsten untersuchten Extrakte, wurde eine umfassende Sicherheitsbewertung durchgeführt. Auch bei Männern verlief die Einnahme von 500 mg Shatavari pro Tag über einen Zeitraum von acht Wochen ohne Nebenwirkungen. Über die langfristige Anwendung liegen keine Daten vor, da bislang noch keine Langzeitstudien durchgeführt wurden. Während der Stillzeit wurde eine Dosis von 300 mg pro Tag über einen kurzen Zeitraum (72 Stunden) untersucht, ohne dass Nebenwirkungen berichtet wurden; aufgrund der begrenzten Datenlage ist jedoch Vorsicht geboten. Während der Schwangerschaft wird von der Anwendung abgeraten, da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vorliegen.

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