Ermöglicht durch

Weniger Beschwerden und widerstandsfähiges Abwehrsystem mit Lactoferrin

01-12-2025

Lactoferrin ist ein natürliches Milchprotein, das Eisen binden kann und eine Rolle in der ersten Abwehrlinie des Körpers spielt. In einer aktuellen Studie hatten Anwender weniger Atemwegs- und systemische Beschwerden und die antivirale Abwehr blieb besser aufrechterhalten. Dies macht Lactoferrin zu einem vielversprechenden Nährstoff für die Wintermonate.

Antivirale Abwehr und Lactoferrin
Gesunde Erwachsene leiden regelmäßig unter Atemwegs- und systemischen Beschwerden. Diese Beschwerden sind meist mild, können jedoch aufgrund ihrer Häufigkeit und Dauer das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen, insbesondere in Zeiten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. Ein wichtiger Teil der frühzeitigen Immunität wird durch plasmacytoide dendritische Zellen, kurz pDCs, gewährleistet. Diese Zellen reagieren schnell auf virale Reize, indem sie große Mengen an Typ-1-Interferon produzieren und damit sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunabwehr steuern. Da pDCs nicht nur im Blut, sondern auch im lymphatischen Gewebe des Magen-Darm-Trakts vorkommen, ist es naheliegend, dass Nährstoffe dort ihre Aktivität beeinflussen können.

Studie zur täglichen Einnahme von Lactoferrin
Diese randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie umfasste gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 38 Jahren. Die endgültige Analysegruppe umfasste 145 Teilnehmer (Placebo n = 77, Lactoferrin n = 68). Die Interventionsphase fand im Herbst, von August bis November, statt. Während 12 Wochen erhielt die Interventionsgruppe täglich 2 Lutschtabletten mit insgesamt 200 Milligramm Lactoferrin, während die Kontrollgruppe identische Placebo-Tabletten erhielt. Die Teilnehmer registrierten täglich Atemwegsbeschwerden wie Halsschmerzen, Heiserkeit, Auswurf von Schleim, Niesen, Schnupfen und verstopfte Nase sowie systemische Symptome wie Fiebergefühl und Unwohlsein. Darüber hinaus wurden vor und nach der Intervention Blutproben entnommen, um die Expression von Aktivierungsmarkern (CD86 und HLA-DR) auf pDCs zu bestimmen.

Effekte unter der Lupe: Symptomreduktion und Immunaktivität
Die Teilnehmer, die Lactoferrin einnahmen, berichteten deutlich weniger Atemwegsbeschwerden als die Placebogruppe. Auch die systemischen Beschwerden waren in der Placebogruppe ausgeprägter. Die Unterschiede wurden vor allem nach mehrwöchiger Einnahme sichtbar, was auf eine zunehmende Wirkung bei fortgesetzter Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels hindeutet.

Obwohl die pDC-Aktivität in beiden Gruppen zwischen Baseline und Woche 12 abnahm, blieb diese Aktivität in der Lactoferrin-Gruppe besser erhalten. Die Aktivierungsmarker blieben dort höher, was mit einer größeren Bereitschaft für antivirale Reaktionen einhergeht. Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen in ähnlichem Maße auf.

Praktische Implikationen: Was bedeutet das für das Gesundheitswesen?
Für Therapeuten und Ärzte ist vor allem die Kombination aus geringeren Beschwerdesymptomen und einer besseren Erhaltung der pDC-Aktivität relevant. Lactoferrin gilt als sicherer Nährstoff, der die Abwehrkräfte gesunder Erwachsener stärken kann, insbesondere in Zeiten, in denen Atemwegsinfektionen häufiger auftreten. Die Studie bietet darüber hinaus eine wertvolle Grundlage für Folgeuntersuchungen bei älteren oder gefährdeten Personengruppen, bei denen auch objektive Infektionsmarker und umfassende immunologische Analysen berücksichtigt werden können.

Referenz
Oda H et al. Effect of bovine lactoferrin on the maintenance of respiratory and systemic physical conditions in healthy adults – A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Nutrients. 2023;15:3959. 

Zurück