28-08-2025
Das Gehirn ist reich an den langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). In einer faszinierenden Metaanalyse aus dem Jahr 2020 werden mehrere Studien über die Auswirkungen einer Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren auf die Kognition von Kindern und Jugendlichen untersucht. Die niederländischen Forscher wollten untersuchen, ob es einen optimalen Omega-3-Index (O3I) zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen gibt. Außerdem wollten sie wissen, ob die Höhe der täglichen DHA/EPA-Dosis eine Rolle bei der Auswirkung auf die Kognition in der Gruppe spielt.
33 Studien unter der Lupe
Die Metaanalyse berücksichtigte ausschließlich randomisierte, placebokontrollierte Studien, die in PubMed und Web of Science veröffentlicht wurden. Die Teilnehmer waren zwischen 4 und 25 Jahre alt und erhielten eine Supplementierung mit DHA und/oder EPA. Die kognitiven Funktionen wurden in verschiedenen Bereichen gemessen, darunter Gedächtnis, Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen und Lernleistung. Die Studiendauer reichte von 4 bis 52 Wochen. Insgesamt wurden 33 Studien einbezogen: 21 mit normal entwickelten Kindern und Jugendlichen und 12 mit Kindern und Jugendlichen mit einer Störung oder Erkrankung, wobei es sich in den meisten Fällen um ADHS handelte.
Dosis und Omega-3-Index als Schlüsselfaktoren
Die Analyse ergab, dass eine Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren, insbesondere bei einer Dosis von mindestens 450 mg DHA (unabhängig davon, ob sie mit EPA kombiniert ist oder nicht), mit signifikanten Verbesserungen in bestimmten kognitiven Bereichen verbunden war. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass eine Erhöhung des O3I auf einen Wert von mindestens 6 % durchweg mit positiven Auswirkungen verbunden war. Kinder und Jugendliche mit niedrigem Ausgangs-O3I schienen am meisten zu profitieren.
Großes therapeutisches Potenzial
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass eine tägliche Supplementierung mit mindestens 450 mg DHA (und EPA) und einem O3I-Wert ≥6% die Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung der kognitiven Funktionen bei Kindern und Jugendlichen deutlich erhöht. Dies deutet darauf hin, dass langkettige Omega-3-Fettsäuren sowohl bei gesunden Heranwachsenden als auch bei Kindern mit Entwicklungsstörungen von therapeutischem Wert sein können. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass weitere Untersuchungen mit Blutbestimmungen bei Kindern/Jugendlichen mit Störungen erforderlich sind. Dies wird eine Neuberechnung der O3I-Äquivalenz ermöglichen und die Interpretation künftiger Ergebnisse verfeinern.
Referenz
Van der Wurff IS et al. Effect of omega-3 long chain polyunsaturated fatty acids (n-3 LCPUFA) supplementation on cognition in children and adolescents: a systematic literature review with a focus on n-3 LCPUFA blood values and dose of DHA and EPA. Nutrients. 2020;12:3115. https://www.mdpi.com/2072-6643/12/10/3115