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Traubenkernextrakt bei Fettleber

26-07-2026

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) geht häufig mit Insulinresistenz, Dyslipidämie und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einher. Traubenkernextrakt enthält oligomere Proanthocyanidine (OPC), Bioflavonoide, die für ihre starken antioxidativen Eigenschaften bekannt sind. Kann die Nahrungsergänzung mit Traubenkernextrakt sowohl die Stoffwechselstörung als auch den Schweregrad der Fettleber beeinflussen? In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden nach zweimonatiger Einnahme von Traubenkernextrakt bei Erwachsenen mit NAFLD Verbesserungen hinsichtlich der Insulinsensitivität, des Lipidprofils, des Blutdrucks, der Leberenzyme und des mit Ultraschall bewerteten Schweregrads der Fettleber festgestellt.

Acht Wochen Supplementierung mit Traubenkernextrakt
In diese Studie wurden 50 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer NAFLD einbezogen. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 44 Jahre alt und hatten einen BMI von etwa 31 kg/m². Die Interventionsgruppe nahm zwei Monate lang täglich 520 mg Traubenkernextrakt ein, aufgeteilt auf zwei Tabletten. Die Kontrollgruppe erhielt identische Placebo-Tabletten. Die Teilnehmer wurden angewiesen, ihre bisherigen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten während der Studie nicht zu ändern. Vor und nach der Intervention wurden die Insulinsensitivität (Nüchterninsulin, HOMA-IR als Maß für die Insulinresistenz und QUICKI als Index für die Insulinsensitivität), die Glukoseregulation (Nüchternblutzucker und HbA1c), das Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride), der Blutdruck, die Leberenzyme (ALT und AST) sowie der Schweregrad der Fettleber anhand einer Ultraschalluntersuchung beurteilt.

Verbesserung des Stoffwechsels und der Lebergesundheit
Nach zwei Monaten waren die Nüchterninsulinkonzentration und der HOMA-IR im Vergleich zum Placebo signifikant gesunken, während der QUICKI-Wert signifikant angestiegen war, was auf eine verbesserte Insulinsensitivität hindeutet. Der Nüchternblutzucker und der HbA1c-Wert haben sich nicht signifikant verändert. Darüber hinaus wurden signifikante Verbesserungen im Lipidprofil festgestellt: Das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin und die Triglyceride sanken stärker als in der Placebo-Gruppe, während das HDL-Cholesterin anstieg. Der systolische und der diastolische Blutdruck sanken in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe ebenfalls signifikant. Auch die Leberenzyme ALT und AST nahmen signifikant ab. Schließlich verbesserte sich anhand der Ultraschallbefunde auch der Schweregrad der Fettleber. Von den Teilnehmern mit mittelschwerer oder schwerer Steatose in der Interventionsgruppe wiesen gemäß dieser Bewertung nach zwei Monaten 60 % nur noch eine leichte Steatose oder gar keine Steatose mehr auf. Während der Studie wurden keine Nebenwirkungen berichtet.

Vielversprechende Ergebnisse
Diese Studie legt nahe, dass eine tägliche Einnahme von 520 mg Traubenkernextrakt über einen Zeitraum von zwei Monaten bei Patienten mit NAFLD zu einer Verbesserung der Insulinresistenz, des Lipidprofils, des Blutdrucks, der Leberenzymwerte und des Schweregrads der Fettleber beitragen kann. Die Ergebnisse sind jedoch aufgrund der geringen Teilnehmerzahl, der kurzen Interventionsdauer und der Verwendung von Ultraschall, mit dem keine zuverlässige Unterscheidung zwischen einer einfachen Steatose und einer Steatohepatitis getroffen werden kann, mit Vorsicht zu interpretieren. Zudem ist die Ultraschalluntersuchung bei der Feststellung einer leichten Fettleber weniger aussagekräftig. Daher sind umfangreichere und längerfristige klinische Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die klinische Relevanz von Traubenkernextrakt bei Patienten mit NAFLD weiter zu untersuchen.

Literaturverweis 
Ghanbari P et al. The effects of grape seed extract supplementation on cardiovascular risk factors, liver enzymes and hepatic steatosis in patients with non-alcoholic fatty liver disease: a randomised, double-blind, placebo-controlled study. BMC Complement Med Ther. 2024;24:192.

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