01-09-2025
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten neurobiologischen Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Behandlung besteht oft aus Psychostimulanzien wie Methylphenidat, aber diese Therapien können mit Nebenwirkungen einhergehen. Daher wächst das Interesse an natürlichen Alternativen. Immer mehr Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Safran eine schützende Wirkung auf das zentrale Nervensystem hat. Darüber hinaus beeinflusst er die Ausschüttung der Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin, die mit ADHS in Verbindung gebracht werden. Eine kürzlich durchgeführte klinische Studie verglich die Wirksamkeit von Safranextrakt mit der Standardtherapie (Methylphenidat) bei Kindern mit ADHS.
Interventionsstudie
Die Teilnehmer waren Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren mit einer ADHS-Diagnose. Sie hatten noch nie oder seit mindestens sechs Monaten keine medikamentöse Behandlung für ADHS erhalten. Die Teilnehmer und ihre Eltern konnten zwischen den beiden Behandlungen wählen, wobei in beiden Fällen auch Psychoedukation zum Einsatz kam. Eine Gruppe von 27 Teilnehmern erhielt täglich Methylphenidat (1 mg/kg/Tag), während die andere Gruppe von 36 Teilnehmern ein Nahrungsergänzungsmittel mit Safranextrakt (30 mg/Tag) erhielt. Da Safran nachweislich positive Auswirkungen auf den Schlaf hat, wurde das Safranextrakt abends eingenommen, während Methylphenidat morgens eingenommen wurde. Die Wirksamkeit der Behandlungen wurde anhand objektiver und subjektiver Messinstrumente bewertet.
Vergleichbare Wirkungen beider Behandlungen
Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Safran eine ähnliche Wirkung wie Methylphenidat bei der Verringerung allgemeiner ADHS-Symptome hatte. Keine der beiden Behandlungen verursachte nennenswerte Nebenwirkungen. Auffällig war, dass Safran sich insbesondere bei der Verringerung von Hyperaktivität als wirksam erwies, während Methylphenidat eine stärkere Wirkung auf Aufmerksamkeitsprobleme hatte. Beide Behandlungen führten außerdem zu einer Verlängerung der Schlafdauer, aber nur in der Safrangruppe wurde das Einschlafen als deutlich leichter empfunden.
Obwohl die Forschungsmethodik Einschränkungen aufweist, wie beispielsweise das Fehlen einer Randomisierung der Behandlungen und einer Verblindung der Teilnehmer, bieten die Ergebnisse Ansatzpunkte für weitere Untersuchungen zu Safran als möglicherweise sichere und wirksame Alternative bei der Behandlung von ADHS.
Referenz
López-Vázquez S et al. Comparative study of saffron and methylphenidate in treatment of children and adolescents with ADHD: a non-randomized controlled clinical trial. Nutrients. 2022;14:4101.