Ermöglicht durch

Menopause und antioxidative Ernährung: Die Rolle von Lycopin im Fokus

01-02-2026

Die Menopause markiert eine Lebensphase, in der sich mehrere biologische Prozesse gleichzeitig verändern. Durch den Rückgang des Östrogenspiegels nehmen oxidativer Stress und niedriggradige Entzündungen zu, während sich der Knochenumbau beschleunigt und das kardiovaskuläre Risiko steigt. Oxidativer Stress gilt dabei als zentrales Bindeglied zwischen vaskulärer Alterung, entzündlicher Aktivität und Knochenabbau. Vor diesem Hintergrund wächst das Interesse an Nährstoffen mit antioxidativen Eigenschaften, darunter Lycopin.

Lycopin als Nahrungsantioxidans 
Lycopin ist ein Carotinoid, das vor allem in Tomaten und Tomatenprodukten vorkommt. Es ist das im menschlichen Plasma am häufigsten vorkommende Carotinoid und ist für seine ausgeprägte Fähigkeit bekannt, reaktive Sauerstoffspezies zu neutralisieren. Beobachtungsstudien zeigen, dass die Lycopinspiegel mit zunehmendem Alter abnehmen – insbesondere rund um die Menopause. Auf Basis experimenteller und epidemiologischer Forschung wird angenommen, dass Lycopin entzündliche Prozesse modulieren kann und möglicherweise zum Schutz der Gefäßwand und des Knochengewebes beiträgt.

Klinisches Studiendesign 
Zur Prüfung dieser Hypothese führten Meeta und Kollegen eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie bei gesunden postmenopausalen Frauen durch. Insgesamt wurden 176 Frauen im Alter von 40 bis 55 Jahren eingeschlossen. Die Interventionsgruppe erhielt über sechs Monate täglich 8 mg LycoRed, ein standardisiertes Tomatenextrakt mit einer antioxidativen Kapazität, die etwa 24 mg Lycopin entspricht. Die Kontrollgruppe erhielt ein Placebo.

Nach Drop-outs wurden 57 Teilnehmerinnen in der Lycopin-Gruppe und 43 in der Placebo-Gruppe ausgewertet. Erfasst wurden unter anderem Serum-Lycopin, der Entzündungsmarker hs-CRP sowie Marker des Knochenumsatzes, nämlich P1NP als Marker der Knochenbildung und β-CTx als Marker der Knochenresorption.

Ergebnisse zu kardiovaskulären, inflammatorischen und Knochenmarkern 
Für den Knochenstoffwechsel wurde ein selektiver Effekt beobachtet. Der Marker der Knochenbildung, P1NP, stieg in der Lycopin-Gruppe stärker an als in der Placebo-Gruppe. Beim Marker des Knochenabbaus, β-CTx, zeigte sich zwischen den Gruppen eine geringe (nicht signifikante) Abnahme.

Der Serum-Lycopinspiegel nahm in der Interventionsgruppe deutlich zu, was die Bioverfügbarkeit des Supplements bestätigt. Der Entzündungsmarker hs-CRP sank innerhalb der Lycopin-Gruppe im Vergleich zum Ausgangswert signifikant. Auch in der Placebo-Gruppe wurde eine Abnahme beobachtet, sodass der Unterschied zwischen den Gruppen nicht signifikant war.

Bedeutung und Zukunftsperspektive 
Diese Studie trägt zum wachsenden Verständnis der Rolle von Nahrungsantioxidantien rund um die Menopause bei. Eine Lycopin-Supplementierung erwies sich als sicher, erhöhte nachweislich den Serum-Lycopinspiegel und ging mit messbaren Veränderungen von Markern des Knochenumsatzes einher. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Effekte auf kardiovaskuläre Risikoparameter und systemische Entzündung in dieser Population und bei dieser Studiendauer begrenzt bleiben. Im Rahmen eines umfassenderen präventiven Ansatzes unterstreichen die Befunde die Bedeutung von Ernährung und Lebensstil als Bestandteil eines gesunden Alterns rund um die Menopause.

Referenz 
Meeta M et al. Cardiovascular and osteoporosis protection at menopause with lycopene a placebo controlled double blind randomized clinical trial. Journal of Midlife Health 2022;13:50–56.

Zurück