30-03-2026
„Fiber Maxxing“, also die bewusste Steigerung der Ballaststoffzufuhr, erfreut sich rasch wachsender Beliebtheit. Diese Hinwendung ist berechtigt: Eine höhere Ballaststoffzufuhr steht im Einklang mit dem, was wir über die Bedeutung von Ballaststoffen für die Darmfunktion und die Darmflora wissen.
Bei vielen Menschen in Deutschland kommt diese Entwicklung zum richtigen Zeitpunkt. Die durchschnittliche tägliche Ballaststoffzufuhr in Deutschland beträgt etwa 18 g pro Tag bei Frauen und 19 g pro Tag bei Männern, während der empfohlene Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei mindestens 30 Gramm täglich liegt. Es besteht also ein strukturelles Defizit. Gleichzeitig erweist es sich in der Praxis als schwierig, diese Mengen ausschließlich über die Ernährung zu decken, insbesondere bei einer westlichen Ernährungsweise. Die derzeitige Aufmerksamkeit für Fiber Maxxing kann daher dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.
Die Herausforderung liegt jedoch nicht nur in der Menge, sondern auch in der Qualität und Vielfalt der Ballaststoffe. Obwohl eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten zur Aufnahme von löslichen und fermentierbaren Ballaststoffen beiträgt, ist die Zusammensetzung der gesamten Ballaststoffzufuhr in der Praxis oft unausgewogen. Ein wesentlicher Teil besteht aus strukturbildenden Fasern, während gerade gut fermentierbare Ballaststoffe für eine optimale Darmfunktion und die Unterstützung des Mikrobioms unerlässlich sind.
Eine breitere Streuung der Ballaststoffquellen ist daher von entscheidender Bedeutung, in der Praxis jedoch nicht immer realisierbar. Eine prebiotische Mischung von Ballaststoffen kann hier eine zielgerichtete Ergänzung darstellen. Kombinationen aus löslichen, gut fermentierbaren Ballaststoffen wie Guarbohnen-, Akazien- und Baobabfasern, ergänzt durch spezifische Strukturen wie Rhamnogalacturonan-I aus der Karotte, passen funktionell gut zu den Ballaststoffen, die bereits über die Nahrung aufgenommen werden. Damit fördert eine solche Mischung nicht nur eine höhere Ballaststoff-Gesamtzufuhr, sondern auch die funktionelle Vielfalt der Ballaststoffe.
Fiber Maxxing ist also durchaus sinnvoll, vorausgesetzt, der Fokus verlagert sich von der reinen Menge hin zur richtigen Kombination verschiedener Ballaststoffarten.
Literaturverweis:
1. DGE. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen
2. MRI. Nationale Verzehrsstudie II
3. Bundezentrum für Ernährung. Ballaststoffe – gut für den Darm