Ermöglicht durch

Ermüdete Augen wieder in Topform

30-09-2026

Längere Bildschirmarbeit kann die Augen belasten und die Fokussierfähigkeit vorübergehend beeinträchtigen. Eine klinische Studie zeigt, dass eine Kombination von Anthocyanen aus Heidelbeerextrakt und den Carotinoiden Astaxanthin und Lutein diesen Rückgang der Akkommodationsfähigkeit nach belastender Bildschirmarbeit möglicherweise eindämmen kann. Die Ergebnisse liefern interessante Ansatzpunkte für weitergehende Untersuchungen zur Rolle dieser Nährstoffe bei der Unterstützung verschiedener Augenfunktionen.

Studiendesign 
In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 44 gesunde japanische Erwachsene untersucht, die bei der Arbeit am Bildschirm unter Augenermüdung litten. Letztendlich wurden 20 Teilnehmer pro Gruppe in die Wirksamkeitsanalyse einbezogen.

Sechs Wochen lang nahm die Interventionsgruppe täglich eine Kombination von 36 mg Anthocyanen aus Heidelbeerextrakt, 3 mg Astaxanthin und 5 mg Lutein ein. Vor und nach 60 Minuten Bildschirmbelastung wurden verschiedene Augenfunktionen untersucht. Der primäre Endpunkt war die Pupillenreaktion als objektives Maß für die Akkommodationsfunktion. Darüber hinaus wurden unter anderem die Sehschärfe, der Tränenfilm, die Makulapigmentdichte sowie subjektiv empfundene Augenbeschwerden bewertet.

Positive Wirkung auf die Akkommodationsfunktion 
Nach sechs Wochen war die Pupillenreaktion nach Bildschirmbelastung in der Interventionsgruppe weiterhin signifikant besser geblieben. Der Unterschied gegenüber Placebo betrug im Durchschnitt 4,4 % für beide Augen und 6,0 % für das dominante Auge. Die Autoren betrachten den Unterschied von 4,4 % auf Grundlage früherer Untersuchungen als klinisch bedeutsam.

Zudem berichteten die Teilnehmer, dass sie weniger Schwierigkeiten beim Fokussieren und Erkennen von Gegenständen im Nahbereich oder von kleinen Buchstaben hatten. Darüber hinaus wurde nach der Bildschirmbelastung in der Interventionsgruppe eine signifikant höhere Sehschärfe des dominanten Auges festgestellt als in der Placebo-Gruppe.

Ein interessantes zusätzliches Ergebnis betraf ALT und γ-GT, zwei Enzyme im Blut, die unter anderem Aufschluss über die Leberfunktion geben. Nach sechs Wochen waren beide Werte in der Interventionsgruppe signifikant niedriger als in der Placebogruppe. Die Forscher sehen einen möglichen Zusammenhang mit den antioxidativen Eigenschaften von Anthocyanen, Astaxanthin und Lutein. Da die Studie nicht darauf ausgelegt war, Auswirkungen auf die Leberfunktion zu untersuchen, kann diesem Befund noch keine klinische Bedeutung beigemessen werden. Gezielte weitere Untersuchungen könnten zeigen, ob diese Nährstoffe tatsächlich eine Rolle bei der Unterstützung der Leberfunktion spielen können. 

Was bedeutet dies für die Praxis? 
Diese Studie zeigt, dass Anthocyane aus Heidelbeerextrakt, Astaxanthin und Lutein gemeinsam zur Erhaltung der Akkommodationsfunktion bei intensiver Bildschirmnutzung beitragen können. Die Kombination ist interessant, da diese Nährstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen möglicherweise synergistisch zur Unterstützung der Augenfunktion beitragen. Zudem wurde die Nahrungsergänzung über einen Zeitraum von sechs Wochen gut vertragen. 

Die Ergebnisse verlangen jedoch gleichzeitig nach einer Bestätigung in größeren und breiter gefassten Studienpopulationen. Interessant ist, dass die Autoren gerade Möglichkeiten sehen, mit anderen Einschlusskriterien auch Auswirkungen auf andere Augenfunktionen zu untersuchen. Damit bildet diese Studie eine relevante Grundlage für weitere Untersuchungen zum potenziellen Einsatz dieser Nährstoffe bei visueller Belastung und augenbezogenen Beschwerden.

Literaturverweis
Kizawa Y et al. Effects of anthocyanin, astaxanthin, and lutein on eye functions: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. J Clin Biochem Nutr. 2021;69:77-90.

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