Ermöglicht durch

Astaxanthin stärkt das Immunsystem von Ausdauersportlern

14-10-2022

Stress infolge körperlicher Anstrengung kann – genau wie psychischer Stress – das Immunsystem schwächen. Dadurch steigt die Anfälligkeit für Infektionen, und das Risiko von gesundheitlichen Beschwerden nimmt zu. Bei Leistungssportlern, die in der Regel sowohl psychischem Stress als auch starker körperlicher Belastung ausgesetzt sind, äußert sich dies vor allem in einer erhöhten Anfälligkeit für Beschwerden der oberen Atemwege infektiöser wie auch nicht-infektiöser Art sowie in einem verminderten psychischen Wohlbefinden. US-amerikanische Forscher wollten herausfinden, welchen Einfluss das Superantioxidans Astaxanthin auf das psychische Wohlbefinden und das Immunsystem von Ausdauersportlern hat, und kamen zu interessanten Ergebnissen. 

Aufbau der Studie
Die Studiengruppe bestand aus zweiunddreißig gesunden männlichen und weiblichen Freizeitläufern. Alle Teilnehmer waren erfahrene Läufer und daran gewöhnt, für Halbmarathons oder Marathons zu trainieren. Die eine Hälfte der Gruppe erhielt drei Wochen vor und eine Woche nach einem Voll- oder Halbmarathon täglich ein Nahrungsergänzungsmittel mit 8 mg Astaxanthin. Es handelte sich um eine natürliche Form von Astaxanthin aus der Alge Haematococcus pluvialis. Die andere Hälfte der Läufer erhielt ein Placebo. Die Teilnehmer führten ein Tagebuch über ihren allgemeinen Gesundheitszustand und spezifische Beschwerden im Zusammenhang mit den oberen Atemwegen (URTCs, Upper Respiratory Tract Complaints). Zu den URTC-bedingten Symptomen gehörten unter anderem eine verstopfte Nase, eine laufende Nase, Halsschmerzen, Niesen und Husten. Veränderungen des Gemütszustands wurden anhand eines validierten Fragebogens bewertet. Anhand von Speichel- und Stuhlproben wurde einerseits Cortisol gemessen, ein Hormon, das von der Nebennierenrinde produziert wird und als Reaktion auf Stress ansteigt, andererseits wurde das Darmmikrobiom untersucht. Dabei wurden unter anderem Bifidobakterien, Lactobacillus und Streptococcus thermophilus sowie das Verhältnis zwischen Firmicutes und Bacteroidetes betrachtet.

Ergebnisse
Nach vier Wochen hatte die Gruppe der Astaxanthin-Anwender im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant weniger Beschwerden der oberen Atemwege (78 %), ein signifikant besseres Wohlbefinden (14 %) und einen niedrigeren Cortisolspiegel (25 %). Darüber hinaus war nach der Supplementierung mit Astaxanthin ein Anstieg der Menge an Streptococcus thermophilus im Darmmikrobiom zu beobachten.

Zusammenfassung 
Die Forscher vermuten, dass Astaxanthin das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden nach Stresssituationen wie Ausdauertraining und Wettkämpfen verbessern kann. Sie gehen davon aus, dass dies auf positive Veränderungen zurückzuführen ist, die Astaxanthin im Darmmikrobiom und in der Darm-Hirn-Achse bewirkt. Astaxanthin könnte somit nicht nur für Leistungssportler, sondern auch für Menschen, die unter starkem psychischem Stress leiden oder sich körperlich stark verausgaben müssen, ein interessantes Nahrungsergänzungsmittel sein.

Literaturverweis
https://www.ecronicon.com/ecnu/ECNU-17-01049.php

Zurück