Ermöglicht durch

Kakaoflavanole

Kakao stammt aus den Samen von Theobroma cacao, einem tropischen Baum aus Mittel- und Südamerika. Der Name bedeutet wörtlich „Speise der Götter“ und verweist auf den besonderen Stellenwert, den Kakao historisch hatte. Heute wird Kakao vor allem in Form von Schokolade konsumiert, der häufig große Mengen Fett und Zucker zugesetzt sind. Dadurch treten die Eigenschaften von reinem Kakao in der Praxis weniger deutlich hervor.

Das wissenschaftliche Interesse richtet sich insbesondere auf die Flavanole, die natürlicherweise in Kakao vorkommen. Diese bioaktiven Substanzen werden mit günstigen Effekten auf die Gefäßfunktion, das oxidative Gleichgewicht und die Stoffwechselregulation in Verbindung gebracht. Studien zeigen, dass Kakaoflavanole zur Erhaltung einer gesunden Endothelfunktion und eines normalen Blutdrucks beitragen können. Möglicherweise unterstützen sie auch kognitive Funktionen sowie die Hautdurchblutung.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat festgestellt, dass eine tägliche Aufnahme von mindestens 200 mg Kakaoflavanolen dazu beiträgt, die Elastizität der Blutgefäße zu erhalten und damit eine normale Durchblutung zu unterstützen.

Quellen

Die Kakaobohne ist der Samen des Kakaobaums Theobroma cacao aus der Familie der Malvaceae. Der Großteil der weltweiten Produktion findet derzeit in Westafrika statt, insbesondere in der Elfenbeinküste.

Qualitätsaspekte

Die biologische Aktivität von Kakaobohnenextrakt hängt vor allem mit dem Gesamtflavanolgehalt zusammen, der vorzugsweise mindestens 29 % betragen sollte.

Der Flavanolgehalt kann je nach Herkunft und Verarbeitung stark variieren. Während Fermentation, Trocknung und Röstung gehen erhebliche Mengen an Flavanolen verloren. Eine Alkalisierung kann den Polyphenolgehalt auf etwa zehn Prozent der ursprünglichen Menge reduzieren. Dadurch können Produkte, die lediglich als „Kakao“ bezeichnet werden, stark in ihrer biologischen Potenz variieren.

Für eine verlässliche Anwendung ist ein standardisierter Kakaobohnenextrakt wichtig, bei dem der Flavanolgehalt klar spezifiziert ist und der Herstellungsprozess konsistent und kontrolliert erfolgt. Für hochwertige Extrakte werden Kakaobohnen verwendet, die nicht fermentiert oder geröstet wurden, da diese Verarbeitungsschritte den natürlichen Flavanolgehalt deutlich senken. Zudem wird die Fettfraktion weitgehend entfernt, sodass ein fettarmes, flavanolreiches Extrakt entsteht. 

Indikation

  • Unterstützung der Gefäßfunktion und Durchblutung
  • Milde Hypertonie
  • Kognitive Leistungsfähigkeit und mentale Klarheit
  • Oxidativer Stress und niedriggradige Entzündung
  • Metabolische Parameter (z. B. Insulinsensitivität, Glukose, Lipidprofil)
  • Belastungstoleranz und Regeneration im Sport

Kontraindikation

  • In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung hochdosierter Kakaobohnenextrakte aufgrund unzureichender Sicherheitsdaten nicht empfohlen.
  • Nicht geeignet für Tiere aufgrund des Theobromingehalts, der u. a. für Hunde und Katzen toxisch sein kann.

Anwendungsempfehlungen

Allgemeine Prävention (Erhaltungsdosis): 200–600 mg Kakaoflavanole/Tag

Therapeutische Dosierung: 300–1000 mg Kakaoflavanole/Tag

  • Kardiovaskuläre Gesundheit: 300–1000 mg/Tag
  • Metabolisches Syndrom und verminderte Insulinsensitivität: 300–900 mg/Tag
  • Kognitive Gesundheit und mentale Ermüdung: 450–1000 mg/Tag
  • Hautalterung: 300–600 mg/Tag
  • Leistungsfähigkeit und Sportunterstützung: 200–700 mg/Tag

Wechselwirkungen

  • Die gleichzeitige Anwendung mit blutdrucksenkenden oder antithrombotischen Medikamenten kann theoretisch zu einer Verstärkung von Blutdruckeffekten bzw. der Thrombozytenhemmung führen.
  • Kann synergistisch mit antioxidativen Nährstoffen wie Vitamin C und Selen wirken (Unterstützung der antioxidativen Kapazität).
  • Kann die Aufnahme von Nicht-Hämeisen vermindern; insbesondere relevant bei Eisenmangel oder gleichzeitiger Eisensupplementierung. Eine zeitversetzte Einnahme kann sinnvoll sein.

Sicherheit

Auf Basis humaner Interventionsstudien gilt Kakaobohnenextrakt innerhalb der untersuchten Dosierungen als sicher, auch bei längerfristiger Anwendung. Es gibt keine Hinweise auf eine Akkumulation oder Toxizität von Flavanolen; die EFSA sieht keine Sicherheitsbedenken bei einer täglichen Aufnahme bis 600 mg Kakaoflavanolen.

Bei empfindlichen Personen können leichte gastrointestinale Beschwerden, Unruhe oder eine stimulierende Wirkung auftreten, insbesondere bei höheren Dosierungen. Dann kann eine niedrigere Dosierung und eine Einnahme früher am Tag sinnvoll sein.

Eine Supplementierung von Kakaoflavanolen kann bestehende Refluxbeschwerden verstärken, da sie möglicherweise zu einer Entspannung des unteren Ösophagussphinkters führen. Eine individuelle Bewertung bzw. Dosisanpassung kann angebracht sein.

Literatur

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