Ermöglicht durch

Guarbohnenfasern

Teilfermentierte Guarbohnenfasern, ein überlegenes Präbiotikum

Einleitung

Teilfermentierte Guarbohnenfasern (Guarfasern) sind nicht-viskose, vollständig wasserlösliche und vollständig fermentierbare Ballaststoffe, die als Präbiotikum (Nahrung für nützliche Darmbakterien) wirken und zu Darmgesundheit, normalem Stuhlgang und einem ausgeglichenen Immunsystem beitragen. Auch durch die Bekämpfung der intestinalen Dysbiose und der erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky Gut) kann eine Guarfaser-Supplementierung bei verschiedenen Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Trakts sinnvoll sein. Pflanzliche Ballaststoffe mit nachgewiesener gesundheitlicher Wirkung wie z. B. Guarfasern werden als funktionelle Ballaststoffe bezeichnet.(1)

Überlegenes Präbiotikum

Wasserlösliche, (teilweise) fermentierbare Ballaststoffe haben ähnliche gesundheitliche Effekte. Guarfasern haben jedoch gegenüber den meisten anderen löslichen Ballaststoffen mehrere Vorteile: Sie haben eine stärkere präbiotische Wirkung (vollständige Fermentation mit größerem Einfluss auf das Darmmikrobiom und höherer Produktion kurzkettiger Fettsäuren), sie wirken bereits in geringerer Dosis (ab 2-6 Gramm pro Tag), sind gut verträglich (aufgrund der langsamen Fermentation) und beeinflussen auch bei hoher Dosis nicht den Geruch, die Farbe, den Geschmack und die Konsistenz der Getränke und Lebensmittel, denen sie zugesetzt werden. Außerdem sind Guarfasern im Gegensatz zu schnell fermentierenden Fasern wie Inulin/Fructo-Oligosacchariden hervorragend für die Behandlung des Reizdarmsyndroms (RDS) geeignet.(2)

Teilfermentierte Guarbohnenfasern

Guaran, auch Guargummi genannt, (siehe Abbildung 1) besteht aus Galaktomannan-Polysacchariden und wird aus der indischen Guarbohne (Cyamopsis tetragonoloba) gewonnen. Guaran wird zu den wasserlöslichen, gut fermentierbaren Ballaststoffen gezählt; eine allgemeine Einführung zu Ballaststoffen gibt der Übersichtsartikel über Psyllium. Guaran bildet in Wasser ein zähflüssiges Gel und wird in der Lebensmittelindustrie als natürliches Verdickungsmittel und Stabilisator (E412) eingesetzt.(1)

Chemische Struktur von Guaran, einem Polysaccharid (Galaktomannan), das aus Mannose (Hauptkette) und Galaktose (Seitengruppe) im Verhältnis 2:1 besteht

Abbildung 1: Chemische Struktur von Guaran, einem Polysaccharid (Galaktomannan), das aus Mannose (Hauptkette) und Galaktose (Seitengruppe) im Verhältnis 2:1 besteht (1)

Partiell aufgeschlossenes Guaran (PHGG, Partially Hydrolyzed Guar Gum), in diesem Artikel als teilfermentierte Guarbohnenfaser oder Guarfaser bezeichnet, entsteht durch den enzymatischen Abbau (Hydrolyse, Fermentation) von Guaran durch beta-Endogalactomannase aus dem Pilz Aspergillus niger.(2) Guaran hat ein Molekulargewicht von ca. 200-900 kDa (Kilodalton) und eine Viskosität (Zähflüssigkeit, Zähigkeit) von mehr als 2000 cP (Centipoise) in einer 1%igen Lösung. Guarfasern hingegen haben ein Molekulargewicht von ca. 20 kDa und eine sehr geringe Viskosität (

Präbiotische Gesundheitseffekte

1. Guarfasern wirken der Darmdysbiose entgegen und verbessern die Barrierefunktion des Darms.

Präbiotika sind unverdauliche Ballaststoffe, die als Nahrungsquelle für bestimmte Gruppen von Darmbakterien im Dickdarm und im distalen Teil des Dünndarms dienen. In präklinischen und klinischen Studien wurde gezeigt, dass Guarfasern die Vermehrung und/oder Aktivität von Symbionten (nützliche kommensale Darmbakterien wie Bifidobacterium, Lactobacillus, Bacteroides, Parabacteroides und Ruminococcus) stimulieren – und zwar auf Kosten von Pathobionten (kommensale Darmbakterien, die potenzielle Krankheitserreger sind, wie Clostridium, Proteobakterien und Desulfovibrio-Arten) und externen Pathogenen (pathogene Mikroorganismen wie Salmonellen und Campylobacter). (1-3,5-9)

Symbionten unterdrücken Pathobionten und Pathogene auf unterschiedliche Weise:

  • durch Konkurrenz um Nahrung und Bindungsstellen an der Darmschleimhaut (Kolonisationsresistenz)
  • durch Erhöhung des Säuregehalts im Dickdarm, unter anderem durch die Bildung kurzkettiger Fettsäuren (Butyrat, Acetat, Propionat) aus Guarfasern und die Bildung organischer Säuren (darunter Zitronen-, Milch-, Bernstein-, Fumar- und Essigsäure)
  • durch die Produktion antimikrobieller Wirkstoffe wie Wasserstoffperoxid, Milchsäure und Bacteriocinen
  • durch Stimulierung einer antimikrobiellen (mukosalen) Immunantwort, die speziell gegen Pathobionten und Pathogene gerichtet ist

Durch die Erhöhung der Menge an Symbionten, die die Darmschleimhaut schützen und ernähren, und die Verringerung der Menge an Pathobionten und Pathogenen, die proinflammatorische und toxische Substanzen produzieren, unterstützen Guarfasern die intestinale Barrierefunktion und wirken einer Erhöhung der intestinalen Permeabilität (Leaky Gut) aufgrund einer intestinalen Dysbiose entgegen.(1)

Intestinale Dysbiose und chronische Krankheiten

Eine intestinale Dysbiose und die damit verbundene erhöhte intestinale Permeabilität und niedriggradige Entzündung spielen wahrscheinlich eine Rolle bei der Pathogenese und/oder dem Fortschreiten sehr vieler chronischer Erkrankungen, darunter RDS (Reizdarmsyndrom), entzündliche Darmerkrankungen, Fettleibigkeit, metabolisches Syndrom Typ-2-Diabetes, nichtalkoholische Fettleber, atopisches Ekzem, Akne, Schuppenflechte, Krebs, Depression, Angstzustände, Autismus, Schizophrenie, Parkinson-Krankheit, Alzheimer-Krankheit, Multiple Sklerose, Bluthochdruck, Atherosklerose, Asthma, COPD, Sarkopenie, Osteoarthritis, Osteoporose und chronisches Nierenversagen.(10 25) Psychischer Stress fördert die Darmdysbiose und umgekehrt.(26) Eine intestinale Dysbiose kann zu einem schwereren Verlauf von COVID-19 beitragen.(27)

 

2. Guarfasern verbessern den Stuhlgang und wirken Verstopfung und Durchfall entgegen.

Die regulierende Wirkung von Guarfasern auf den Stuhlgang ist auf eine verbesserte Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms (z. B. mehr Bacteroidetes, Alloprevotella, Bifidobacterium und Lactobacillus, weniger Firmicutes und Desulfovibrio) mit starker Zunahme der Bildung kurzkettiger Fettsäuren zurückzuführen.(6)

Bei Verstopfung nimmt das Stuhlvolumen leicht zu und der Stuhl wird weicher, was auf die größere Menge an Bakterien im Stuhl zurückzuführen ist und nicht so sehr darauf, dass Guarfasern Wasser zurückhalten; denn diese haben eine geringe Viskosität und werden (fast) vollständig abgebaut.(6,28) Kurzkettige Fettsäuren beschleunigen die Darmpassage, indem sie die Darmperistaltik anregen, Butyrat wirkt möglicherweise Schmerzen bei der Defäkation entgegen. Dass Guarfasern gegen Verstopfung helfen, haben mehrere Tierstudien und Studien am Menschen gezeigt.(2,6)

Es gibt starke Hinweise darauf, dass sulfatreduzierende Bakterien wie Desulfovibrio-Bakterien unter anderem bei Verstopfung und RDS-O (obstipations-prädominantes Reizdarmsyndrom) eine Rolle spielen. Guarfasern senken die Konzentration von Desulfovibrio-Bakterien.(6) Außerdem reduzieren Guarfasern das Verhältnis Firmicutes/Bacteroidetes, was mit einem verbesserten Stuhlgang bei Verstopfung, aber auch mit einer Gewichtsabnahme bei Übergewicht/Adipositas und einer Verringerung der Entzündungsaktivität bei entzündlichen Darmerkrankungen in Verbindung gebracht wurde.(6)

Dass Guarfasern gegen Durchfall helfen, was u. a. in einem Tiermodell für virale Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe) gezeigt wurde, ist auf eine starke Erhöhung der Bildung kurzkettiger Fettsäuren aus Guarfasern und eine Verlängerung der Kolonpassagezeit zurückzuführen.(2,29) Die Aufnahme kurzkettiger Fettsäuren durch die Dickdarmschleimhaut führt zu einer erhöhten (Re-)Absorption von Elektrolyten wie z. B. Natrium, was eine erhöhte (Re-)Absorption von Wasser aus dem Dickdarm und eine Stärkung der Darmschleimhaut zur Folge hat.(2) Dies impliziert, dass eine Guarfaser-Supplementierung die Wirksamkeit von Rehydratationslösung (ORS, Oral Rehydration Solution, WHO-Trinklösung) bei akuter Diarrhöe erhöht.(29)

Gesundheitliche Wirkungen von kurzkettigen Fettsäuren

Guarfasern werden von nützlichen Darmbakterien langsam und vollständig fermentiert, wobei mehr kurzkettige Fettsäuren (insbesondere Butyrat) gebildet werden als bei den meisten anderen löslichen Ballaststoffen.(3,30,31) Dies ist ein großes Plus der Guarfasern, da kurzkettige Fettsäuren:(3,6,17,32-40)

  • als Nahrung für die Darmschleimhaut dienen und für eine bessere Durchblutung der Darmwand sorgen,
  • die Darmbarriere stärken, indem sie die Synthese von Tight-Junction-Proteinen erhöhen,
  • die Darmperistaltik und die Wasser- und Elektrolytaufnahme regulieren,
  • das Wachstum von Pathobionten/Pathogenen durch Senkung des pH-Wertes im Dickdarm hemmen,
  • das Risiko von (Dickdarm-)Krebs reduzieren,
  • die Insulinsensitivität erhöhen, den Cholesterinspiegel senken, den Energiestoffwechsel anregen und Übergewichtigkeit bekämpfen,
  • antioxidative, entzündungshemmende und immunmodulatorische Aktivität entfalten,
  • Arteriosklerose und Bluthochdruck entgegenwirken,
  • eine neuroprotektive Wirkung haben.

Die meisten kurzkettigen Fettsäuren werden von der Dickdarmschleimhaut aufgenommen und von der Darmschleimhaut (Butyrat), der Leber (Propionat) oder peripheren Geweben (Acetat) verstoffwechselt.

3. Guarfasern haben entzündungshemmende, immunmodulatorische und antioxidative Wirkungen und hemmen die Alterung.

Die Verbesserung des Verhältnisses zwischen (entzündungshemmenden) Symbionten und (entzündungsfördernden) Pathobionten/Pathogenen und die gesteigerte Synthese von kurzkettigen Fettsäuren wirkt sich günstig auf das Immunsystem des Darms (Gut Associated Lymphoid Tissue, GALT) und damit auf das Immunsystem im gesamten Körper aus.(1) Unter anderem durch die antioxidative Wirkung wirken Guarfasern der Alterung entgegen.

RDS und entzündliche Darmerkrankungen

Eine intestinale Dysbiose, erhöhte intestinale Permeabilität und Entzündungsprozesse spielen eine Rolle bei RDS und entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).(41,42) Guarfasern stimulieren unter anderem die Vermehrung von Parabacteroides; die Vermehrung dieser Bakterienarten ist mit einer Verringerung des Risikos für RDS und Colitis ulcerosa assoziiert.(5) Außerdem fördern Guarfasern die Vermehrung von Bifidobacterium-Arten, die bei allen RDS-Formen deutlich reduziert sind.(41) Die Zunahme von Laktobazillen durch die Einnahme von Guarfasern ist – zusammen mit der Zunahme von Bifidobakterien – mit einer Verbesserung der RDS-Symptome wie Bauchschmerzen und aufgeblähtem Bauch verbunden.(41,43) Man nimmt an, dass sich die Zunahme der Bifidobakterien auch positiv auf die Stimmung auswirkt.(42) Außer dass sie die Vermehrung von Symbionten stimulieren, bewirken Guarfasern eine Hemmung von Pathobionten wie z. B. Clostridium-Arten, Enterobacteriaceae und Streptococcaceae.(28,44,45) Aufgrund der langsamen Fermentation verursachen Guarfasern keine Blähungen und kein Völlegefühl.(2)

In zwei Studien an Tiermodellen für entzündliche Darmerkrankungen verursachte eine Langzeitsupplementierung mit Guarfasern durch die Modulation des Darmmikrobioms und die verstärkte Bildung kurzkettiger Fettsäuren einen signifikanten Rückgang der Entzündung der Dickdarmschleimhaut (verringerte Akkumulation von Entzündungszellen, insbesondere von Neutrophilen, verringertes proinflammatorisches TNF-alpha, verringerte Lipidperoxidation), eine Verbesserung der Darmbarriere (gesteigerte Synthese von Tight-Junction-Proteinen) und eine Abnahme der Krankheitssymptome (Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, abnorme Stuhlkonsistenz).(46,47) Eine kombinierte In-vitro- und Tierstudie zeigte, dass eine Guarfaser-Supplementierung die Regeneration des geschädigten Darmepithels bei entzündlichen Darmerkrankungen fördert.(48) Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass Guarbohnenfasern zur Vorbeugung und Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen wie z. B. Colitis ulcerosa eingesetzt werden können. Leider gibt es so gut wie keine Studien mit Guarfasern an Probanden mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Pouchitis bei einem ileoanalen Pouch (Iliostoma)

Etwa 10 bis 35% der Personen mit schwerer Colitis ulcerosa unterziehen sich einer Operation, bei der der Dickdarm entfernt (Kolektomie) und ein so genannter ileoanaler Pouch (IPAA, Ileumpouchanalanastomose) angelegt wird. Ein ileoanaler Pouch ist ein Reservoir zwischen Dünndarm und Anus, das aus dem letzten Teil des Dünndarms gebildet wird und es ermöglicht, den Stuhl so einzudicken, wie es normalerweise im Dickdarm geschieht.(49) Eine Pouchitis, die Entzündung des Pouches, ist die häufigste Langzeitkomplikation. Etwa 40% der Menschen mit einem ileoanalen Pouch haben gelegentlich eine Pouchitis, 5-10% entwickeln eine chronische Pouchitis.(50) Die Hauptsymptome sind erhöhte Stuhlgangsfrequenz, Durchfall, stärkerer Entleerungsdrang und Bauchkrämpfe. Eine bakterielle Überwucherung spielt neben der erblichen Veranlagung eine wichtige Rolle bei der Pouchitis, die standardmäßig mit Antibiotika behandelt wird. In einem Tiermodell für einen ileoanalen Pouch mit Pouchitis wurde gezeigt, dass die rektale Verabreichung von Guarfasern die bakterielle Überwucherung und Entzündung des Pouches signifikant hemmt und die Symptome der Pouchitis signifikant lindert.(50) Ob die Verabreichung von Guarfasern auch Menschen mit Pouchitis hilft, wurde noch nicht untersucht.

Entzündung und Degeneration der Darmschleimhaut nach extensiver Dünndarmresektion

Nach der Entfernung eines großen Teils des Dünndarms entwickelt sich das Kurzdarmsyndrom mit Problemen wie Malabsorption, Gewichtsverlust, fettigem Durchfall, Anämie und Müdigkeit. Das Kurzdarmsyndrom ist mit Schleimhautentzündung, Schleimhautatrophie, bakterieller Überwucherung und verminderter Diversität des Darmmikrobioms verbunden. In einem Tiermodell für eine extensive Dünndarmresektion wurde festgestellt, dass eine Guarfaser-Supplementierung die Schleimhautdegeneration und die Schleimhautentzündung reduziert, teilweise durch die vermehrte Bildung kurzkettiger Fettsäuren und die Modulation des Mikrobioms.(51)

Chronisches Nierenversagen

Eine intestinale Dysbiose (mit Reduktion der Lactobacillaceae) und eine intestinale Hyperpermeabilität tragen, auch durch die Exazerbation der systemischen Entzündung, zum Fortschreiten der chronischen Niereninsuffizienz und damit verbundener Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.(24) In einem Tiermodell für chronisches Nierenversagen verstärkten Guarfasern die Darmbarriere (erhöhte Expression von Tight-Junction-Proteinen), verbesserten das intestinale Mikrobiom (Zunahme der Lactobacillus-Bakterien) und führten zu einer Zunahme der (entzündungshemmenden) kurzkettigen Fettsäuren im Dickdarm.(52) Außerdem verbesserte sich die Nierenfunktion, und die Expression von proinflammatorischen Zytokinen (Tumornekrosefaktor-alpha, Interleukin-1beta, Interleukin-6) in den Nieren nahm ab. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Guarfaser-Supplementierung das Fortschreiten der Erkrankung bei chronischem Nierenversagen hemmen kann.

Beschleunigte Alterung durch oxidativen Stress

In einem Tiermodell für beschleunigtes Altern durch oxidativen Stress (induziert durch D-Galaktose) wurde gezeigt, dass eine Supplementierung mit Guarfasern (1500 mg/kg/Tag) den oxidativen Stress signifikant reduziert, die antioxidative Kapazität im Blutserum und im Gehirn erhöht und die Biomarker für das Altern im Gehirn verbessert (darunter AGEs [Advanced Glycation End Products], Telomerase, NO [Stickstoffmonoxid] und iNOS [induzierbare Stickstoffmonoxid-Synthase]).(9) Außerdem führte die Guarfaser-Supplementierung zu einem signifikanten Anstieg der Genexpression des Enzyms SIRT1 (Sirtuin-1), das mit der Hemmung der Zell- und Gewebealterung assoziiert ist.(9,53) Die Anti-Aging-Effekte von Guarfasern werden auf ein gesünderes Darm-Mikrobiom zurückgeführt (Zunahme von Lactobacilli, Bifidobacteria, Bacteroides, Verrucomicrobia und Akkermansia, Abnahme von Firmicutes, Actinobacteria, Rikenellaceae, Clostridia und Proteobacteria).(9)

4. Guarfasern erhöhen das Sättigungsgefühl nach dem Essen.

Vor allem viskose Ballaststoffe erhöhen das Sättigungsgefühl nach dem Essen, reduzieren die Energieaufnahme und helfen dabei, das Gewicht zu halten oder abzunehmen.(40) Obwohl Guarfasern keine hohe Viskosität wie etwa Guaran oder Psylliumfasern haben, sind die Auswirkungen von Guarfasern auf das Sättigungsgefühl und die Gewichtskontrolle immer noch relevant.(54-59)

In einer Humanstudie mit gesunden Erwachsenen erhöhte die Zugabe von Guarfasern zu den Mahlzeiten (2-6 Gramm pro Mahlzeit) signifikant das Sättigungsgefühl (nach dem Essen, zwischen den Mahlzeiten) und reduzierte die Kalorienaufnahme.(54) Bei schlanken Erwachsenen, die über einen längeren Zeitraum 2 Gramm Guarfaser pro Tag zu sich nahmen, verringerte sich die tägliche Kalorienaufnahme durch Zwischenmahlzeiten um 20%.(55) Adipöse Erwachsene benötigen wahrscheinlich 20 Gramm Guarfasern pro Tag (über den Tag verteilt zu den Mahlzeiten), um den Appetit zu zügeln.(55) Guarfasern erhöhen das Sättigungsgefühl u. a. durch eine Verzögerung der Magenentleerung, eine Verlängerung der Kolonpassagezeit, eine Anhebung der Konzentration der Sättigungshormone GLP-1 (Glucagon-like Peptide 1), PYY (Peptid YY) und Cholecystokinin sowie eine direkte Beeinflussung appetitregulierender Hirnareale (z. B. des Hypothalamus).(1,40,54,55,57,58) Kurzkettige Fettsäuren spielen dabei eine zentrale Rolle.(58) Der Sättigungseffekt von Guarfasern ist größer, wenn sie zusammen mit Proteinen eingenommen werden.(55) Guarfasern reduzieren auch das Verhältnis von Firmicutes/Bacteroidetes in den Faeces, was mit Gewichtsverlust in Verbindung gebracht wurde.(9,60)

5. Guarfasern sind günstig für den Glukose- und Fettstoffwechsel.

Es gibt Hinweise darauf, dass Guarfasern, ebenso wie andere lösliche Ballaststoffe, einen günstigen Einfluss auf den Blutzucker- und Blutfettspiegel haben. In verschiedenen Tier- und Humanstudien (Pilotstudien) wurde gezeigt, dass Guarfasern den Cholesterinspiegel senken.(56,61-65) Guarfasern senken den Cholesterinspiegel u. a. dadurch, dass sie die Synthese von Cholesterin in der Leber durch kurzkettige Fettsäuren, insbesondere Propionat und die Ausscheidung von Gallensäuren mit den Faeces erhöhen.(56,62) Darüber hinaus senken Guarfasern den (postprandialen) Triglyceridspiegel.(4,56,64-66) Es gibt Hinweise darauf, dass Guarfasern trotz ihrer geringen Viskosität den postprandialen Blutzucker- und Insulinspiegel bei gesunden Menschen und bei Menschen mit Typ-2-Diabetes senken.(56,67-70) Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kann eine tägliche Supplementierung mit Guarfasern (10 Gramm/Tag) zu einer besseren glykämischen Kontrolle beitragen.(59,70-72) Die Zugabe von 3 Gramm Guarfasern zu einer Mahlzeit senkt den glykämischen Index der Nahrung.(70)

 

Anwendungsgebiete von Guarfasern:(2,25,40,51,52,73,74)

  • intestinale Dysbiose, Leaky-Gut-Syndrom,
  • niedriggradige Entzündungen,
  • Obstipation,
  • Diarrhöe,
  • Reizdarmsyndrom,
  • SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth),
  • entzündliche Darmerkrankungen, (ileoanale) Pouchitis,
  • chronische Nierenerkrankung,
  • Fruchtbarkeitsstörungen (mit intestinaler Dysbiose) bei Frauen,
  • chronische Analfissur,
  • Überernährung, Metabolisches Syndrom, Typ-2-Diabetes,
  • Erhaltung der Darmgesundheit und Vorbeugung oder Hemmung von (altersbedingten) chronischen Krankheiten.

Klinische Studien mit Guarfasern

Günstiger Einfluss auf das intestinale Mikrobiom

In mehreren Humanstudien wurde gezeigt, dass Guarfasern das intestinale Mikrobiom signifikant beeinflussen und die Vermehrung von Symbionten fördern.(7,44,75) In einer Studie mit 10 gesunden Erwachsenen führte eine Guarfaser-Supplementierung (6 Gramm pro Tag für 2 Wochen) zu einem signifikanten Anstieg von Bifidobacterium-Arten und Butyrat-produzierenden Bakterien (Roseburia/Eubacterium rectale, Eubacterium hallii, Bakterienstamm SS2/1) im Stuhl.(7) Bei 9 gesunden Probanden führte eine Supplementierung mit Guarfasern (dreimal täglich 7 Gramm über 14 Tage) zu einem signifikanten Anstieg der Bifidobacterium- und Lactobacillus-Spezies in den Faeces. Andere (ungünstige) Bakterienarten, so z. B. Clostridium, Enterobacteriaceae und Streptococcaceae, nahmen zahlenmäßig ab.(44) In einer kürzlich durchgeführten Studie führte die Supplementierung mit Guarfasern (5 Gramm pro Tag, über 3 Wochen auf 15 Gramm pro Tag ansteigend) bei 20 gesunden Probanden zu signifikanten Veränderungen im intestinalen Mikrobiom. Die Forschenden fanden eine signifikante Zunahme von Bacteroides, Ruminococcus, Fusicatenibacter und Faecalibacterium und eine Abnahme von Roseburia, Lachnospiracea und Blautia.(75) Nach Absetzen der Guarfaser-Supplementierung verschwanden diese Veränderungen weitgehend. Guarfasern (5-15 Gramm/Tag) modulieren das intestinale Mikrobiom und verbessern den Stuhlgang auch bei gesunden Menschen mit einem etwas unregelmäßigen Defäkationsmuster und einer leichten Tendenz zu Verstopfung oder Durchfall.(2,75,76)

Obstipation

In mindestens 14 Humanstudien mit 631 Teilnehmern wurde gezeigt, dass die Supplementierung mit Guarfasern die (chronische) Verstopfung signifikant lindert, indem sie die Konsistenz des Stuhls verbessert, das Volumen des Stuhls und die Häufigkeit des Stuhlgangs erhöht und die Bauchschmerzen und das Pressen bei der Defäkation verringert.(2) Die Studienergebnisse zeigen, dass eine Dosis von 5 bis 10 Gramm Guarfaser pro Tag bei Verstopfung meist ausreichend ist.(2) Eine Dosis von 5 Gramm Guarfaser pro Tag kann bereits ausreichen, um eine Verstopfung bei gesunden, zu Verstopfung neigenden Erwachsenen zu verhindern.(76) Guarfasern sind gesund, sicher und einfach in der Anwendung und können in vielen Fällen unlösliche Ballaststoffe, Abführmittel und Medikamente gegen Verstopfung ersetzen.(2)

Die Wirksamkeit einer Guarfaser-Supplementierung bei Verstopfung wurde bei verschiedenen Zielgruppen nachgewiesen:

  • Obstipation bei Kindern: Bei Kindern ist Guarfaser bei chronischer funktioneller Verstopfung (ohne organische Ursache) ebenso wirksam wie das Abführmittel Lactulose. Dies ist das Fazit einer klinischen Studie mit 61 Kindern (4-16 Jahre) mit chronischer Verstopfung (Rom-III-Kriterien).(77) Dreißig Kinder nahmen 4 Wochen lang in Fruchtsaft aufgelöste Guarfasern ein (3 Gramm/Tag für die Altersgruppe 4-6 Jahre, 4 Gramm/Tag für die Altersgruppe 6-12 Jahre und 5 Gramm/Tag für die Altersgruppe 12-16 Jahre),
    31 Kinder nahmen Lactulose (1 ml/kg/Tag) ein. In beiden Gruppen verbesserten sich die Defäkationshäufigkeit und die Stuhlkonsistenz signifikant, während Bauchschmerzen, Stuhlverhalt und rektaler Blutverlust hochsignifikant abnahmen. Guarfasern waren anwendungsfreundlicher als Lactulose, insbesondere in der ältesten Gruppe, die täglich eine erhebliche Menge an Lactulose einnehmen musste. Darüber hinaus hatte Lactulose mehr Nebenwirkungen wie z. B. einen unangenehmen Nachgeschmack, Blähungen und ein schmerzhaftes Blähbauchgefühl. Es ist bekannt, dass die Wirksamkeit von Lactulose mit der Zeit nachlässt, während dies bei Guarfasern nicht der Fall ist. Darüber hinaus kann eine Supplementierung mit Guarfasern dazu beitragen, der Fettleibigkeit von Kindern, dem metabolischen Syndrom und anderen chronischen Krankheiten vorzubeugen.(77)
  • Obstipation bei Erwachsenen: In einer Humanstudie mit 15 gesunden Frauen (18-48 Jahre), die an Verstopfung litten, bewirkte eine Supplementierung mit Guarfasern (5,5 Gramm zweimal täglich über 3 Wochen) einen weicheren Stuhl, einen niedrigeren pH-Wert des Stuhls und einen signifikanten Anstieg der Stuhlgangshäufigkeit von durchschnittlich 0,46 auf 0,63 Mal pro Tag.(28) Der Gehalt an Laktobazillen im Stuhl stieg signifikant an. In einer anderen Studie mit 49 Erwachsenen mit chronischer Verstopfung verkürzten Guarfasern (5 Gramm/Tag über 4 Wochen) die Dickdarm-Passagezeit um durchschnittlich 12 Stunden (21 %) und bei Personen mit verlangsamter Dickdarm-Passage um 22 Stunden.(78) Die Defäkationsfrequenz nahm signifikant zu, die Stuhlkonsistenz normalisierte sich, und die Bauchschmerzen und der Gebrauch von Abführmitteln nahmen signifikant ab. Die Studie zeigt, dass Guarfasern bei Verstopfung aufgrund einer verlangsamten Darmpassage helfen, dies im Gegensatz zu anderen Ballaststoffen, einschließlich Psyllium.
  • Obstipation bei Senioren: In einer Pilotstudie wurde die Wirkung einer Guarfaser-Supplementierung auf Verstopfungen und den Gebrauch von Abführmitteln bei 16 älteren Menschen (Durchschnitt 83 Jahre) in einem Pflegeheim untersucht.(79) Die älteren Menschen nahmen 4 Wochen lang Guarfasern ein. In der ersten Woche wurde die Guarfaser-Dosis schrittweise von 4 Gramm pro Tag auf 12 Gramm pro Tag erhöht, während die Verwendung von Abführmitteln reduziert wurde. In den nächsten 3 Wochen nahmen die älteren Menschen nur 12 Gramm Guarfasern pro Tag ein – oder 8 Gramm pro Tag, wenn die hohe Dosis nicht gut vertragen wurde. Der zusätzliche Einsatz von Abführmitteln war praktisch unnötig. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Guarfasern bei älteren Menschen genauso wirksam gegen Verstopfung sind wie Laxantien. Guarfasern haben auch noch andere gesundheitliche Wirkungen, können über lange Zeit angewendet werden und haben nicht die Nachteile, die Abführmittel auf lange Sicht haben wie z. B. einen Gewöhnungseffekt und die Verlangsamung der Darmperistaltik.(79)
  • Obstipation bei autistischen Kindern: Es gibt starke Hinweise, dass intestinale Dysbiose und erhöhte intestinale Permeabilität in der Pathogenese von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) eine Rolle spielen. Kinder mit ASS leiden überdurchschnittlich oft an Verstopfung. Bei japanischen Kindern mit ASS wurde festgestellt, dass bakterielle Spezies der Gattung Faecalibacterium im intestinalen Mikrobiom überrepräsentiert waren, während bakterielle Spezies der Gattung Blautia unterrepräsentiert waren. In einer kürzlich durchgeführten Studie mit 13 Kindern (4-9 Jahre) mit ASS und Verstopfung führte eine Guarfaser-Supplementierung (6 Gramm/Tag über einen Zeitraum von 2-15 Monaten) zu einer signifikanten Verbesserung der Darmentleerung und einer Abnahme der Darmdysbiose. Dies ging einher mit einer Abnahme der Entzündungsmarker Interleukin-1beta und Tumornekrosefaktor-alpha im Blutserum und einer Abnahme des reizbaren Verhaltens, gemessen mittels ABC (Aberrant Behavior Checklist).(80)
  • Obstipation bei Nierendialysepatienten: Nierendialysepatienten leiden häufig unter Verstopfung. In einer Pilotstudie nahmen 15 Nierendialysepatienten 4 Wochen lang ein Guarfaser-Supplement (zweimal täglich 5,1 Gramm) ein.
    Die Anwendung des Präbiotikums verbesserte signifikant die Stuhlkonsistenz mit einem Rückgang des Constipation Assessment Scale (CAS-J) von 5,1 auf 3,0 (8).Die Supplementierung mit Guarfasern führte zu einer signifikanten Zunahme von Lactobacillus, Bifidobacterium und Bacteroides sowie zu einer Zunahme der Produktion kurzkettiger Fettsäuren. In einer anderen Studie nahmen 35 Nierendialysepatienten
    6 oder 24 Wochen lang täglich 10 Gramm Guarfaser ein.(81) Dies führte nicht nur zu einer signifikanten Verbesserung des Stuhlgangs bei allen Probanden, sondern auch zu einer Verbesserung des Ernährungszustands und einer Verringerung der Werte des nephrotoxischen Indoxylsulfats bei 8 Probanden, die 24 Wochen lang Guarfaser eingenommen hatten. Die Senkung des Indoxylsulfatspiegels ist mit einem langsameren Fortschreiten der Niereninsuffizienz assoziiert.
  • Obstipation bei Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung: In einer Einrichtung für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung konnte gezeigt werden, dass eine tägliche Supplementierung mit Guarfaser den Einsatz von Einläufen reduzieren kann. Die Einnahme von Guarfasern (18 Gramm/Tag über einen Zeitraum von bis zu 9 Monaten) bei 187 Bewohnern mit chronischer Verstopfung führte zu einer signifikanten Verbesserung des Stuhlgangs und zu weniger häufigen Einläufen von durchschnittlich 7-8 Mal pro Monat auf 1-3 Mal pro Monat.(82)

Diarrhöe

In 7 Humanstudien mit insgesamt 465 Kindern und Erwachsenen wurde gezeigt, dass Guarfasern gegen Durchfall helfen.(2) Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass eine Dosis von bis zu 10 Gramm Guarfasern pro Tag für die Vorbeugung von Durchfall und eine Dosis von bis zu 20 Gramm pro Tag für die Behandlung von Durchfall ausreichend ist.(2)

Guarfasern wirken Durchfallerkrankungen deutlich entgegen, unter anderem:

  • Diarrhöe bei Säuglingen und Kleinkindern: In zwei klinischen Studien mit insgesamt 266 Säuglingen und Kleinkindern (4-24 Monate) mit akutem oder chronischem Durchfall führte der Zusatz von Guarfaser (20 Gramm/Liter) zur ORL (orale Rehydratationslösung, auch: ORS – Oral Rehydration Solution oder WHO-Trinklösung) dazu, dass der Durchfall im Vergleich zur ORL allein signifikant schneller abklang und die Stuhlmenge abnahm.(83,84) In einer anderen kontrollierten klinischen Studie erhielten 126 schwer unterernährte Säuglinge und Kleinkinder (6-36 Monate) mit akutem Durchfall ORL mit Guarfasern (15 Gramm pro Liter) oder ORL allein. Der Durchfall dauerte signifikant kürzer, im Durchschnitt 57 Stunden in der Guarfaser-Gruppe gegenüber 75 Stunden in der Kontrollgruppe.(85) Die Kinder in der Guarfaser-Gruppe nahmen auch mehr an Gewicht zu.
  • Diarrhöe bei Sondenernährung: In mehreren Studien war eine Guarfaser-Supplementierung (20-22 Gramm/Liter) ein wirksames Mittel zur Durchfallbekämpfung bei kritisch kranken Patienten, die auf der Intensivstation und/oder nach einer Operation Sondennahrung erhielten.(86-89)
  • Diarrhöe verursacht durch Zuckeralkohole: Nicht verdauliche Zuckeralkohole wie Maltitol und Lactitol können bei übermäßigem Konsum zu (hyperosmotischen) Durchfällen führen. Die Supplementierung mit Guarfasern (5 oder 10 Gramm) führt zu einer dosisabhängigen Abnahme der Diarrhöe.(2,90)
  • Leichte Diarrhöe bei gesunden Erwachsenen: Guarfasern helfen, Durchfall bei gesunden Menschen zu verhindern, die regelmäßig weichen Stuhl, aber keine anhaltende Diarrhöe haben. In einer japanischen Studie mit 44 gesunden Erwachsenen führte eine Guarfaser-Supplementierung (5 Gramm pro Tag über 12 Wochen) bei Tendenz zu Durchfall und RDS-D-ähnlichen Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und plötzlichem Stuhldrang zu einer signifikanten Verbesserung des Stuhlgangs im Vergleich zu Placebo.(3) Die Probanden hatten mindestens 7 Mal pro Woche Stuhlgang, wobei mehr als 50 % einen BSS-Wert (Bristol Stool Scale) von 5 oder 6 (weicher Kot mit klaren Rändern oder breiiger, matschiger Kot) auf einer Skala von
    1 (loser, harter Kot) bis 7 (wässriger, völlig flüssiger Kot) aufwiesen. Die Guarfaser-Supplementierung führte zu einer (signifikanten) Normalisierung der Stuhlkonsistenz (BSS 3 oder 4), ohne die Defäkationsfrequenz zu beeinflussen. Dabei nahm die Konzentration von Bifidobakterien und Butyrat-produzierenden Bakterien (Ruminococcus, Megasphaera) in den Ausscheidungen signifikant zu. In der Guarfaser-Gruppe verbesserte sich das Wohlbefinden signifikant.
  • Diarrhöe bei gesunden Sportlern: Bei Sportlern beeinflusste eine Guarfaser-Supplementierung (6 Gramm pro Tag für 3 Wochen) signifikant die Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms (Zunahme von Actinobacterium und Bifidobacterium, Abnahme von Firmicutes und Bacteroides) und verursachte einen signifikanten Rückgang von Durchfall und Unbehagen bei der Defäkation.(91)
  • Diarrhöe bei Nierendialysepatienten: Durchfall bei Nierendialysepatienten wird zu mehr als 60 % durch Abführmittel gegen Verstopfung verursacht.(2,8) In einer Humanstudie verbesserte sich der Stuhlgang bei 34 Nierenpatienten mit Durchfall signifikant durch die Einnahme von Guarfasern (10 Gramm/Tag über 4 Wochen).(2)
    In vielen Fällen wird Durchfall dadurch verhindert, dass Abführmittel durch Guarfasern ersetzt werden.(8,81)
  • Diarrhöe durch Cholera: Durch Vibrio cholerae ausgelöste akute Diarrhöe bei Erwachsenen bessert sich signifikant durch eine Guarfaser-Supplementierung, außer in Fällen sehr schwerer Diarrhöe (Kotmenge >10 kg in den ersten 24 Stunden) Dies zeigt eine klinische Studie, in der 195 erwachsene Männer (Durchschnittsalter 29 Jahre) mit Cholera ORL mit Guarfasern (25 oder 50 Gramm/Liter) oder ORL allein erhielten. Die Guarfaser-Supplementierung (beide Dosierungen) führte im Vergleich zur Kontrollgruppe zu einer hochsignifikanten Abnahme des (24-Stunden-) Stuhlgewichts. Bei der höheren Guarfaser-Dosis hielt der Durchfall einige Stunden länger an. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass eine Supplementierung mit Guarfasern in einer Dosis von 25 Gramm pro Liter ORL wirksam ist und dass die optimale Dosis sogar noch niedriger sein könnte (etwa 10-15 Gramm pro Liter).(29)

Reizdarmsyndrom

Das RDS (Reizdarmsyndrom, spastischer Kolon) ist die häufigste Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, von der schätzungsweise 10-20% der Bevölkerung betroffen sind. Das RDS ist eine Funktionsstörung vor allem des Dickdarms mit Symptomen wie Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen, Völlegefühl oder Blähbauch, Blähungen, Schleim im Stuhl, Müdigkeit, Übelkeit und veränderten Stuhlgewohnheiten mit Verstopfung und/oder Durchfall. Man unterteilt in das diarrhöe-prädominante (Durchfall, RDS-D), das obstipations-prädominante (Verstopfung, RDS-O) und das zwischen Durchfall und Verstopfung wechselnde Reizdarmsyndrom (Mischtyp, RDS-M) Vierzig bis sechzig Prozent der Menschen mit RDS haben auch eine psychische Störung wie Depressionen oder Angstzustände.

Eine Guarfaser-Supplementierung reduziert signifikant die (gastro-)intestinalen Symptome, verbessert signifikant den Stuhlgang und erhöht signifikant die Lebensqualität bei Menschen mit RDS-D, RDS-O oder RDS-M. Dies wurde in 8 Studien mit 692 Probanden mit RDS nachgewiesen.(2) Die wirksame Guarfaser-Dosis beim RDS beträgt 5 Gramm pro Tag; in manchen Fällen werden 10 Gramm pro Tag benötigt.(2,92,93)

Einige Schlussfolgerungen aus den klinischen Studien:

  • Guarfasern helfen übergewichtigen und schlanken Erwachsenen mit RDS: Die Einnahme von 5 Gramm Guarfasern pro Tag über 12 Wochen durch 134 übergewichtige und schlanke Erwachsene (Durchschnittsalter 43 Jahre) mit RDS (Defäkationsfrequenz 2-35 Mal pro Woche) führte zu einer signifikanten Verbesserung der Defäkationsfrequenz; nach 3 Wochen waren RDS-Symptome wie Blähungen (-56%), abdominale Distension (-5%) und Bauchkrämpfe (-35%) signifikant reduziert.(94)
  • Guarfasern bei RDS besser geeignet als Weizenkleie: In einer klinischen Studie an 188 Probanden mit RDS-O, RDS-D oder RDS-M war die Supplementierung mit Guarfasern (5 Gramm/Tag für 12 Wochen) hinsichtlich der Verbesserung des Stuhlgangs und der Reduzierung von Bauchschmerzen genauso wirksam wie die Supplementierung mit Weizenkleie (30 Gramm/Tag für 12 Wochen).(95) Guarfasern hatten mehrere Vorteile: Sie waren besser verträglich, wirkten in einer viel geringeren Tagesdosis, die subjektiv empfundene Besserung des RDS war stärker, und die Compliance war größer als bei Weizenkleie.
  • Langzeitanwendung von Guarfasern bei RDS wünschenswert: Bei 86 Probanden mit RDS erwies sich eine über 12 Wochen gehende Supplementierung mit 5 oder 10 Gramm Guarfasern pro Tag bei der Reduzierung von gastrointestinalen (Gastrointestinal Symptom Rating Scale) und psychischen Beschwerden (Hospital Anxiety and Depression Scale) und der Erhöhung der Lebensqualität (Short Form-36) als wirksam.(93) Die Verbesserungen waren bereits nach einem Monat statistisch signifikant. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Guarfaser-Dosierungen war, dass diejenigen, die die hohe Dosis einnahmen, nach 3 Monaten signifikant höhere Werte bei der Lebensqualität erzielten als diejenigen, die die niedrige Dosis einnahmen. Die positiven Auswirkungen der Guarfaser-Supplementierung auf gastrointestinale Beschwerden und Lebensqualität waren drei Monate nach Absetzen der Guarfaser-Supplementierung leicht rückläufig. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass eine langfristige Supplementierung mit einer Erhaltungsdosis Guarfasern bei RDS wahrscheinlich notwendig ist.
  • Guarfasern helfen bei funktionellen Bauchschmerzen und RDS bei Kindern:
    60 Kinder (8-16 Jahre) mit chronischen Bauchschmerzen oder RDS (Rom-III-Kriterien) nahmen an einer klinischen Studie teil, in der die klinische Wirkung von Guarfasern (5 Gramm/Tag über einen Zeitraum von 4 Wochen) mit Placebo verglichen wurde. Die Guarfaser-Supplementierung führte zu einer signifikanten Verbesserung der RDS-D- und RDS-O-Symptome (Birmingham IBS-Score), einer Abnahme der Bauchschmerzen (Wong-Baker Face Pain Rating Score) und einer Verbesserung des Stuhlgangs (BSS) Dreizehn der 30 Kinder in der Guarfaser-Gruppe sprachen sehr gut auf die Behandlung an, dagegen nur 2 der 30 Kinder in der Placebo-Gruppe.(96) In einer anderen Studie nahmen 46 Kinder mit RDS-M oder RDS-D 6 bis 8 Wochen lang ein Guarfaser-Supplement ein. Die RDS-M- und RDS-D-Symptome nahmen bei 23 von 28 (82 %) bzw. 11 von 18 (58 %) Kindern signifikant ab, und die Bauchschmerzen nahmen bei 68 % der Kinder mit Bauchschmerzen signifikant ab.(97)
  • Effektgröße von Guarfasern bei RDS-O abhängig von Geschlecht, Alter und BMI: Eine klinische Studie mit 68 Erwachsenen (19-62 Jahre, 50 Frauen und 16 Männer) mit RDS-O zeigte, dass eine Guarfaser-Supplementierung über 4 Wochen (Dosis nicht angegeben) zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome von RDS-O, der Stuhlkonsistenz und der Kolonpassagezeit sowie zu einer Reduzierung der Anwendung von Abführmitteln und/oder Einläufen führte. Die Defäkationsfrequenz stieg am stärksten bei Frauen, Personen über 45 Jahren und übergewichtigen Personen (BMI, Body Mass Index größer als oder gleich 25) an. Ein aufgeblähter Bauch verbesserte sich vor allem bei Männern, Personen unter 45 Jahren und normalgewichtigen Personen (BMI größer als oder gleich 25) Die unvollständige Defäkation nahm vor allem bei übergewichtigen Personen ab, während die Anwendung von Abführmitteln und/oder Einläufen vor allem bei Frauen, Personen unter 45 Jahren und Personen ohne Übergewicht abnahm.(43)
  • Guarfasern reduzieren methanbildende Bakterien bei RDS: Personen mit RDS, die viele methanbildende Darmbakterien (wie Methanobrevibacter smithii) in sich tragen, haben häufiger Verstopfung (RDS-O) und mehr RDS-Beschwerden wie Gasbildung und Blähungen.(98,99) In einer placebokontrollierten Studie an 40 Probanden mit RDS und starker Methanbildung führte eine Guarfaser-Supplementierung (5 Gramm/Tag über
    4 Monate) in einem Glukose-H2-Atemtest zu einer signifikanten Abnahme der Methankonzentration in der Ausatemluft: von 29 ppm (parts per million) zu Beginn der Studie auf 19 ppm nach 1 Monat und 13 ppm nach 4 Monaten. Dies war mit einer signifikanten Verbesserung des Stuhlgangs und einer Abnahme der RDS-Symptome verbunden.

Fruchtbarkeitsstörungen und intestinale Dysbiose bei Frauen

Da eine intestinale Dysbiose möglicherweise eine Rolle bei der Unfruchtbarkeit von Frauen spielt, wurde die Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms von 18 unfruchtbaren und 18 fertilen Frauen in einer Patienten-Kontroll-Studie verglichen (Untersuchung von Stuhlproben mit 16S-rRNA-Gen-Sequenzierung).(109) Es wurde auch untersucht, ob eine Guarfaser-Supplementierung den Erfolg einer IVF (In-vitro-Fertilisation) erhöhen kann. Die bakterielle Zusammensetzung der Faeces von unfruchtbaren Frauen unterschied sich signifikant von derjenigen der fruchtbaren Frauen (mehr Verrucomicrobia und Phascolarctobacterium, weniger Streptococcus, Roseburia und Stenotrophomonas) Zwölf Frauen, die sich einer IVF-Behandlung unterzogen, waren bereit, ein Nahrungsergänzungs-mittel mit Guarfasern (10 Gramm pro Tag über einen Zeitraum von 4 Wochen) einzunehmen. Von ihnen wurden 7 (58,3%) schwanger und 5 nicht; normalerweise liegt die Erfolgsquote bei 36,2%. Die Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft war größer bei Frauen, die durch die Guarfaser-Supplementierung weniger Paraprevotella- und Blautia-Bakterien und mehr Bifidobacterium-Bakterien im Stuhl hatten. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich die Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms bei fruchtbaren und unfruchtbaren Frauen unterscheidet und dass eine Guarfaser-Supplementierung dazu beitragen kann, die Erfolgsrate der IVF-Behandlung durch Modulation des intestinalen Mikrobioms zu erhöhen.(109)

Chronische Analfissur

Eine Pilotstudie zeigte, dass Menschen mit einer nach Behandlung mit einem Analgel, das 0,4 % Glyceryltrinitrat enthält, verheilten Analfissur (eine Fissur, ein Riss oder eine Wunde in der Nähe des Anus) ein signifikant geringeres Risiko für die Wiederkehr der Analfissur hatten, wenn sie Guarfasern zu sich nahmen (5 Gramm/Tag über 10 Monate) Guarfasern verbessern den Stuhlgang und reduzieren das Risiko kleinerer Verletzungen des Anus.(74) Normalerweise tritt die Analfissur bei der Hälfte der Menschen im Laufe der Zeit wieder auf, auch weil sie an Verstopfung oder RDS-O leiden.

Einnahme und Sicherheit

Guarfasern können kalten und heißen Getränken oder Speisen zugesetzt werden, ohne den Geschmack, Geruch, die Farbe oder die Konsistenz zu verändern. Aufgrund der sehr geringen Viskosität können Guarbohnenfasern auch über Flüssignahrung wie z. B. Sondennahrung zugeführt werden. Guarbohnenfasern sind seit 30 Jahren auf dem Markt und ihre Anwendung ist sehr sicher, jedenfalls in einer Dosis bis zu 20 Gramm pro Tag.(2,4,100,101) Für die meisten Anwendungen ist eine Dosis von 5 bis 10 Gramm pro Tag (Kinder die halbe Dosis) ausreichend.(2) Guarbohnenfasern können über einen langen Zeitraum eingenommen werden und beeinträchtigen nicht die Aufnahme von Nährstoffen wie Aminosäuren, Fetten und Mineralien.(2,103,104) Guarbohnenfasern sind sehr gut verträglich, selbst in einer Dosis von 36 Gramm pro Tag.(103) Da Guarfasern langsam fermentieren, verursachen sie im Allgemeinen keine exzessive Gasbildung, übermäßigen Blähungen oder Völlegefühl. Sollten diese Symptome zu Beginn der Guarfaser-Supplementierung auftreten, empfiehlt es sich, die Dosis schrittweise zu erhöhen.

Wechselwirkungen

  • Guarfasern können den Blutzuckerspiegel senken. Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten dies berücksichtigen.
  • Guarfasern erhöhen die Calcium- und Magnesiumaufnahme (Tierstudie).(105)
  • Guarfasern verbessern die intestinale Eisenabsorption bei Eisenmangelanämie während des Wachstums (Tierstudien).(106,107)
  • Bei bakterieller Überwucherung im Dünndarm (SIBO, Small Intestinal Bacterial Overgrowth) ist die Kombination aus dem Antibiotikum Rifaximin (1200 mg/Tag über 10 Tage) und Guarfasern (5 Gramm/Tag über 10 Tage) deutlich wirksamer als Rifaximin allein (Humanstudie).(73)
  • Guarfasern (zweimal täglich 10 Gramm für 2 Wochen vor der Strahlentherapie und 2 Wochen während der Strahlentherapie) wirken Strahlentherapie-induzierter Diarrhöe und Darmdysbiose bei der Beckenbestrahlung gegen Krebs entgegen (Humanstudie).(108)
  • Eine Guarfaser-Supplementierung erhöht die Wirksamkeit von ORL (Rehydratationsflüssigkeit) bei akuter Diarrhöe (Humanstudie).(29)
  • Guarfasern schützen vor alkoholinduzierten (akuten) Leberschäden (präklinische Studien).(102)

Kontraindikationen

  • Koprostase, sehr schwere Verstopfung, bei der eine Masse von trockenem, hartem Stuhl im Dickdarm oder Enddarm feststeckt.

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