Die Bedeutung von Vitaminen und Mineralien in der Psychiatrie

Stacey Cornish und Lewis Mehl-Madrona

University of Saskatchewan College of Medicine

 

Einleitung

Ungefähr 90 Jahre Forschung bezeugen die Bedeutung diätetischer Nährstoffe für die mentale Gesundheit. Einige der frühesten Forschungsarbeiten über psychiatrisch relevante Nährstoffe beobachteten Reizbarkeit und Stimmungsprobleme bei Menschen mit bekanntem Mangel an B-Vitaminen1 bzw. berichteten über positive Veränderungen bei psychischen Erkrankungen nach Behandlungen mit Nährstoffen wie Mangan2,3 und Nicotinsäure,4 unabhängig davon, ob bei den Patienten ein derartiger Mangel festgestellt werden konnte oder nicht. Obwohl das Interesse an Studien dieser Art seit der Einführung von Psychopharmaka in den 1950er Jahren abgenommen hat, legt eine neuere Arbeit über Folsäure (Vitamin B9) nahe, dass niedrige Vitaminspiegel mit depressiver Symptomatologie und schlechtem Ansprechen auf Antidepressiva assoziiert sein könnten.5

Auch gibt es immer mehr Anzeichen für die Auswirkungen von Spurenelementen auf die Gehirn- und Verhaltensfunktionen. Zink, Kupfer und Magnesium könnten eine wichtige modulierende Rolle bei der Kontrolle eines Subtyps des Glutamat-Rezeptors (NMDA-Rezeptor) spielen,6 wobei Glutamat der primäre Transmitter für die meisten exzitatorischen Neuronen in der Großhirnrinde ist. Dieser NMDA-Rezeptor wurde mit verschiedenen Formen der kortikalen Funktionsfähigkeit in Zusammenhang gebracht;7 daraus ergibt sich, dass verminderte Werte dieser Nährstoffe zu anormaler NMDA-Aktivität und anschließendem anormalen Verhalten führen können. Angesichts der sich häufenden Beweise aus PET- und fMRT-Bildgebungsstudien, die zeigen, dass Schizophrenie und affektive Störungen mit anormaler kortikaler Aktivität assoziiert sind,8 ist es folgerichtig festzustellen, dass diese Leiden – zumindest zum Teil – aus anomalen Ernährungszuständen von Neuronen resultieren könnten. Hinsichtlich der Relevanz von Nährstoffen bei Schizophrenie wurden auch andere Studien durchgeführt. Vergleichsstudien haben ergeben, dass bei 26 medikationsfreien Schizophrenen signifikant niedrige Serumeisenwerte gefunden wurden,9 dies zusätzlich zu einer Studie in Israel, in der sowohl die Zerebrospinal-Flüssigkeit als auch das Serum von Menschen mit Schizophrenie als magnesiumarm getestet wurde.10 Wiederum andere Forscher haben Membranprozesse untersucht, die mit essentiellen Fettsäuren in Zusammenhang stehen. Von 38 Schizophrenen und 22 Kontrollpersonen zeigten 83% der Menschen mit Schizophrenie (aber nur 23% der Kontrollpersonen) beim Hautrötungstest mit wässrigem Methylnicotinat eine fehlende Rötungsreaktion, was auf unzureichende Arachidonsäure-Werte verweist.11 Diese spezielle Studie ist aufgrund der Tatsache relevant, dass einige Mineralien (z. B. Zink) als geschwindigkeitslimitierende Faktoren in den Konversionspfaden von essentiellen Fettsäuren angesehen werden.12

Bei einer Reihe von Erbkrankheiten wurde eine Hochdosis-Vitamintherapie untersucht. Die molekulare Krankheitsgrundlage, die aus nicht weniger als einem Drittel der Mutationen in einem Gen hervorgeht, ist eine erhöhte Michaelis-Konstante (oder KM, abnehmende Bindungsaffinität) eines Enzyms für das Vitamin-abgeleitete Coenzym oder Substrat, die wiederum die Reaktionsgeschwindigkeit senkt.13 KM ist definiert als die Liganden-Konzentration, die erforderlich ist, um eine Hälfte der Liganden-Bindungsstellen abzusättigen. Therapeutische Vitaminkuren sollen die intrazelluläre (Cofaktor-) Konzentration steigern, somit ein fehlerhaftes Enzym aktivieren, was den Primärdefekt mindert und die Krankheit behebt. Der Anteil der Mutationen in einem Krankheitsgen, der auf hohe Konzentrationen eines Vitamins oder Substrats reagiert, kann ein Drittel oder größer sein.14,15,16

Der Kampf gegen die Stigmatisierung von Ernährungstherapien wird auch noch heute, 50 Jahre später, intensiv geführt. Häufiger bezeichnet als „alternative Medizin/Therapie“, gelten Ernährungstherapien als genau dies: eine Alternative, ein letzter Ausweg, oder sie werden überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Im Laufe der Jahre haben wichtige medizinische Fachbücher behauptet: „Die routinemäßige Verschreibung von Vitaminpräparaten ist nicht vertretbar, es ist schlechte medizinische Praxis“,17 und „Multivitamin-Präparate sind nicht erforderlich“.18 Goodwin ging so weit zu sagen, dass in diesem speziellen Bereich eine Verzerrung besteht: Positive Ergebnisse würden mit Argwohn betrachtet und negative Ergebnisse würden in den besten Zeitschriften veröffentlicht.19 Eine Studie fand heraus, dass sich die meisten Ärzte nicht wohl dabei fühlen, mit ihren Patienten alternative Therapien zu besprechen, obwohl 55% der Patienten genauere Informationen über Pflanzenheilkunde oder Naturheilkunde verlangt hatten.20 Doch trotz vorhandener Skeptiker, kritischer Beurteilungen und Informationsdefizite in der Öffentlichkeit werden Naturheilverfahren weiterhin angewandt.

Wir werden einige Stoffe und ihre potenzielle Anwendung in der Psychiatrie näher in Augenschein nehmen.

 

Essentielle Fettsäuren

Essentielle Fettsäuren müssen dem Körper entweder mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) betrifft viele Frauen in unterschied­lichem Ausmaß, von rein körperlichen Symptomen vor der Menstruation bis hin zu unterschiedlichen Graden von Reizbarkeit, Wut und Depression. Bei leichten bis schweren Ausprägungen kann die PMDS mit Nachtkerzenöl (engl.: Evening Primrose Oil – EPO) behandelt werden. EPO enthält zwei essentielle Vorläufer für die Prostaglandin-Synthese: 70% cis-Linolsäure und 8 bis 14% Gamma-Linolensäure. Indem es den Körper mit diesen beiden essentiellen Fettsäuren versorgt, erleichtert EPO die Synthese von Prostaglandin E1 (PGE1), einer Substanz, die Frauen mit PMDS im zentralen Nervensystem und anderen Geweben, darunter dem Brustgewebe, fehlen kann.21

In einer offenen Studie erhielten 18 Frauen, die länger als ein Jahr an PMDS litten, über einen Zeitraum von 5 Menstruationszyklen in der zweiten Hälfte ihrer Zyklen 8 Kapseln Nachtkerzenöl pro Tag.22 Nach der ersten Behandlungsrunde hatten Reizbarkeit (< 0,001), Depression (< 0,001), Angstgefühle (< 0,01) und Müdigkeit (< 0,01) im Vergleich zur Ausgangssituation signifikant abgenommen. Die PMS-Scores hatten sich insgesamt signifikant verbessert (< 0,001).

Eine systematische Übersichtsarbeit mithilfe der Datenbank der Cochrane Collaboration (Cochrane Database Review) kommt zu dem Ergebnis, dass beschränkt vorliegende Hinweise eine Hypothese stützen, nach der die Schizophrenie-Symptome aus Veränderungen von Struktur und Metabolismus der Neuronalmembran herrühren könnten.23 Letztere hängen von den Blutkonzentrationen bestimmter essentieller Fettsäuren und ihrer Metabolite ab. Man fand einige Studien, die zeigen, dass von Schizophrenie Betroffene oft niedrige Werte der speziellen essentiellen Fettsäuren aufweisen, die für den normalen Metabolismus von Nervenzellmembranen erforderlich sind. Vier relativ kleine Studien (Gesamt­teilnehmerzahl n = 204) zeigten bei denjenigen, die essentielle Fettsäuren einnahmen, geringfügige nachzuverfolgende Defizite und unerwünschte Wirkungen. Frühe Ergebnisse aus wenigen Studien legen im Vergleich zum Placebo eine positive Wirkung von Eicosapentaensäure (EPA) bezüglich skalenabgeleiteter Ergebnisse des mentalen Zustands nahe. Die Daten waren jedoch beschränkt, so dass sich diese Ergebnisse nicht zuverlässig analysieren und interpretieren ließen. Eine kleine Einzelstudie (n = 30) untersuchte den Nutzen der EPA-Anwendung als alleinige Therapie für wegen Rückfalls stationär aufgenommene Menschen. Die Ergebnisse legten nahe, dass EPA einem Drittel der Personen helfen konnte, die Einnahme antipsychotischer Standardmedikamente für 12 Wochen zu vermeiden (RR 0,6, KI 0,4 – 0,91). Eine Supplementierung mit Nachtkerzenöl (essentielle Omega-6-Fettsäuren) zeigte keine klaren Wirkungen. Omega-3-Fettsäuren sind zur Behandlung der Depression24 eingesetzt worden, insbesondere Eicosapentaensäure.25,26,27

 

Vitamin B6 und Magnesium

Vierzig Jahre lang wurde Vitamin B6 in verschiedenen Mengen zur Behandlung von Menschen, vorwiegend jüngeren Kindern, mit Autismus, eingesetzt. Mehrere Studien haben gezeigt, dass viele Kinder mit Autismus geringe B6-Werte aufweisen, dies betrifft sowohl die aktivierte Form (42% in einer Studie)28 als auch die Vorstufen. Zu den ersten Studien gehört eine offene Studie, in der 12 von 16 Probanden nach der Behandlung mit B6 eine Verbesserung zeigten und drei davon zum allerersten Mal sprachen.29 1978 führten Rimland, Callaway und Dreyfus eine placebokontrollierte Doppelblindstudie durch, in der 11 von 15 mit B6 behandelte Kinder als verbessert eingestuft wurden.30

Laut einer Umfrage unter 4000 Eltern autistischer Kinder brachte eine Behandlung mit hoher Pyridoxin-Dosis und Magnesium (n = 318) die beste Reaktion hervor.31 Auf jedes Elternteil, das bei dieser Behandlung eine Verschlechterung berichtete, kamen 8,5 Elternteile, die eine Verhaltensverbesserung berichteten. Die zweitbesten Ergebnisse wurden mit dem Acetylcholin-Vorläufer Deanol (n = 121) erzielt, wobei im Verhältnis 1,8 Elternteile eine positive und 1 Elternteil eine negative Reaktion berichteten. Sechzehn autistische Kinder, die zuvor positiv auf eine Pyridoxin-Behandlung angesprochen hatten, wurden neu untersucht und nach dem Zufallsprinzip einer Pyridoxin- oder Placebogruppe zugeteilt. Das Verhalten verschlechterte sich während des Pyridoxin-Entzugs deutlich, und 11 von 15 Kindern verhielten sich besser, als ihnen 300 mg/Tag Pyridoxin verabreicht wurde.32 Eine Doppelblindstudie mit 60 autistischen Kindern ergab, dass 30 mg Pyridoxin/kg/Tag bis hin zu Dosen von 1000 mg/Tag und Magnesium (10-15 mg/kg/Tag) für die Linderung der Autismus-Symptome hilfreicher waren als jedes der Supplemente allein. Patienten, die die Kombinationstherapie erhielten, zeigten eine signifikante (p = 0,02) Abnahme der Ausscheidung von Homovanillinsäure und eine signifikante klinische Verbesserung.33 Ein Dutzend weiterer Studienberichte (mit bis zu 190 Teilnehmern) seit 1965 und eine Übersichtsarbeit über klinische Studien34 haben bei autistischen Kindern über Verbesserungen mit Pyridoxin- und oft Magnesium-Supplementen35 berichtet, obwohl die Schlussfolgerungen angefochten wurden.36

In den letzten fünf Jahren wurden immer mehr Studien durchgeführt, die Magnesium in ihrem Behandlungskonzept enthielten. In einer von Rimland und Edelson durchgeführten umfangreichen Studie an 5780 autistischen Patienten (Kinder und Erwachsene) wurden unterschiedliche Dosierungen sowohl von B6 als auch Magnesium verabreicht. Diese Behandlung führte bei 47% der Probanden zur Verbesserung.37

 

Thiamin (Vitamin B1)

Thiamin wurde in Dosen von 250 mg/Tag erfolgreich gegen Angstgefühle eingesetzt, um Patienten mit Angststörungen einschließlich der Symptome, die sich als chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Alpträume, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Brust- und Unterleibsschmerzen, Depression, Aggression, Kopfschmerzen, Schweißabsonderung und Fieber unbekannter Herkunft manifestieren, zu behandeln. Unter mehr als 200 Probanden hatten erfolgreiche Responder zu wenig Erythrozyten-Transketolase, was sich bei 73% der Probanden normalisierte und bei den meisten Symptomen zum Verschwinden oder starker klinischer Verbesserung führte.38

Die US-amerikanische National Academy of Sciences hat keinen „Tolerable Upper Intake Level“ für Thiamin festgelegt und damit ausgedrückt, dass für Thiamin keine unerwünschten Wirkungen berichtet worden sind. Die DRI-Werte (empfohlene tägliche Aufnahmemenge) für Thiamin betragen für Männer und Frauen 1,2 bzw. 1,1 mg/Tag.39 Thiamin wird zu TPP phosphoryliert, das für viele Enzyme als Cofaktor fungiert.

Sechsundzwanzig Patienten mit Leigh-Syndrom sprachen auf hohe Einnahmemengen Thiamin an, die Dosen reichten von 20 bis 3000 mg/Tag. Bei zwei Schwestern lieferte Liponsäure (100 mg/Tag) zusammen mit Thiamin (3000 mg/Tag) die beste Abhilfe. Das Leigh-Syndrom wird durch genetische Defekte im Pyruvatdehydrogenase-Multienzymkomplex (PDC) verursacht, dieser nutzt TPP, Liponsäure, die Coenzyme CoA, FAD und NADH, um die Umsetzung von Pyruvat zu Acetyl-CoA zu katalysieren. Das Gen, das das E1-Alpha-Peptid der Untereinheit E1 (Pyruvatdecarboxylase), die TPP bindet, kodiert, ist auf dem X-Chromosom lokalisiert. Das Leigh-Syndrom ist mit letaler Laktatazidose, psychomotorischer Retardierung, Schädigung des ZNS, Ataxie, Muskelfaseratrophie und Entwicklungsverzögerung assoziiert.40 Pyruvat und Laktat sammeln sich an und führen zu einer Enzephalomyopathie. Enzyme von auf die Therapie ansprechenden Patienten zeigen eine reduzierte Affinität zu TPP.41

 

Vitamin B6 (Pyridoxin)

189 Probanden mit entweder generalisierter Angststörung, Panikstörung oder Zwangsneurose wurden im Hinblick auf ihre Plasmaspiegel an Pyridoxalphosphat (PLP) untersucht und mit normalen Kontrollgruppen verglichen. Zwischen den Angststörungsgruppen und den normalen Kontrollgruppen gab es hinsichtlich der PLP-Plasmaspiegel keinen Unterschied. Bei 42% der Kontrollpersonen wurden niedrige PLP-Plasmaspiegel gefunden. Die Ergebnisse legen nahe, dass frühere Berichte über niedrige PLP-Spiegel bei Psychiatriepatienten in der Ätiologie der psychiatrischen Störungen wahrscheinlich nicht signifikant waren.42 Kritiker dieser Studie weisen darauf hin, dass Blutspiegel bei den meisten Erkrankungen schließlich schwanken und nicht unbedingt die Konzentration in Geweben oder im zentralen Nervensystem widerspiegeln. Blutspiegel von Neurotransmittern sind bei Psychiatriepatienten typischerweise auch normal. Vitamin B6 und Folsäure43,44,45,46,47,48 wurden erfolgreich gegen Depression eingesetzt. Inositol ist – inoffiziell – ein B-Vitamin, das in Zellmembranen vorkommt (Phosphatidylinositol) und dort eng mit Cholin zusammenwirkt.49 Inositol war in einer Studie einer Therapie mit einem Einzelmedikament gegen Depression und Panikstörung gleichwertig und ist ein wirksames Antidepressivum.50,51 In einer Studie wurde gefunden, dass 75% der depressiven Patienten an Magnesiummangel litten und weitere 9% an der unteren Grenze lagen.52 Die Supplementierung mit Magnesium war hilfreich.53

Das US-amerikanische Institute of Medicine [jetzt: National Academy of Medicine (NAM)] hat für Erwachsene eine obere Toleranzgrenze (upper tolerable limit) für Vitamin B6 (Pyridoxin) von 100 mg/Tag festgelegt. Die empfohlene Tagesdosis beträgt für Erwachsene 1,3 mg/Tag. In der Leber werden Pyridoxin und Pyridoxal (eine oxidierte Form) durch Pyridoxalkinase zu Pyridoxin-P und PLP, der aktiven Form des Cofaktors, phosphoryliert. Pyridoxin-P wird durch Pyridoxinoxidase zu PLP oxidiert. PLP wird von 112 (3%) der 3870 katalogisierten Enzyme in der „ENZYME Database“ verwendet.54 Der Cofaktor bildet eine kovalente Bindung (Schiffsche Base) mit einem Lysylrest im Enzym aus. Dieses interne Aldimin (Enzym-PLP) wird zu einem externen Aldimin (Substrat-PLP) umgesetzt, wenn PLP von einer Aminogruppe des Substrats angegriffen wird. Die Atrophia gyrata der Chorioidea und Retina ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die zur Erblindung führt und alle Altersgruppen betrifft. Sie wird von Enzymdefekten in der Ornithin-Aminotransferase (OAT) verursacht, einem PLP-abhängigen mitochondrialen Matrixprotein, das den Abbau von Ornithin zu Delta-1-Pyrrolin-5-carboxylsäure katalysiert, die dann weiter zu Prolin umgesetzt wird. Die Erkrankung ist durch eine langsame progressive chorioretinale Degeneration gekennzeichnet, die zur Erblindung führt. Ornithin akkumuliert sich bis zum 10- bis 15-Fachen, wenn das Enzym Defekte aufweist, und scheint für einen Großteil der Atrophia gyrata verantwortlich zu sein.55 Es gibt eine Pyridoxin-reaktive Form der Erkrankung, bei der hohe Pyridoxin-Dosen (10 bis 750 mg/Tag) zur einer verminderten Ornithin-Akkumulation und einem weniger schweren Krankheitsverlauf führen.

Die Aktivität der Ornithin-Aminotransferase (OAT) in Fibroblastenextrakten eines pyridoxin-reaktiven Patienten mit Alanin-zu-Valin-Substitution an Codon 222 (Ala226 Æ Val) stieg von 9 auf 44 nmol Produkt/mg/h, als die PLP-Konzentration im Assay auf 600 µmol/L erhöht wurde.56 Es wurde gezeigt, dass Vitamin-B6-reaktive und -unreaktive Patienten unterschiedliche Punktmutationen aufweisen, was zu einem einzelnen Aminosäureaustausch im reifen Enzym führt.57 Die OAT-Aktivität stieg nach Inkubation mit PLP bei reaktiven Patienten deutlich stärker als bei unreaktiven Patienten. In einer anderen Studie sprachen drei Patienten mit einer Absenkung des Serum-Ornithins und einer Rückkehr zu normalen oder verminderten Serum-Lysin-Konzentrationen auf die orale Gabe von Vitamin B6 (600 bis 750 mg/Tag) an. Geringere Dosen von Vitamin B6 (18-30 mg/Tag) schienen ebenso gut zu wirken wie hohe Dosen.58 In einer anderen Studie mit 9 Atrophia-gyrata-Patienten sprachen 4 mit einer mehr als 50%-igen Senkung ihrer Ornithin-Spiegel auf Pyridoxin an. Es wird angenommen, dass die Nonresponder schwerwiegendere genetische Mutationen in sich tragen. In einer japanischen Studie sprach nur einer von 9 Patienten auf Pyridoxin an, und dieser hatte eine Thr181 Æ Met-Mutation.59 In einer anderen japanischen Studie sprach einer von drei Patienten mit einer Abnahme der Serum-Ornithin-Konzentration auf Pyridoxin (300-600 mg/Tag) an. In drei heterozygoten Pyridoxin-Respondern und einem homozygoten Responder wurde eine Glu318 Æ Lys-Mutation des OAT-Gens gefunden. Bei Dosen bis zu 750 mg/Tag wurden keine unerwünschten Nebenwirkungen der Pyridoxin-Behandlung berichtet.

Eine doppelblinde placebokontrollierte Cross-Over-Studie ergab, dass sich hohe Pyridoxin-Dosen (? 400 mg/Tag) hinsichtlich der Verringerung der Symptome der Tardiven Dyskinesie von Patienten mit Schizophrenie als wirksam erwiesen.60 Pyridoxin wurde der normalen neuroleptischen Behandlung aller 15 Patienten in der Studie jeweils 4 Wochen lang beigefügt, geteilt durch eine einwöchige Ausschwemmzeit. Die Behandlung mit Pyridoxin führte zu Verbesserungen sowohl bei den Bewegungsstörungen als auch in den Parkinson-Bewertungsskalen, wobei ein Rückgang zum Ausgangszustand eintrat, als Pyridoxin entzogen wurde. Eine frühere Pilotstudie derselben Gruppe zeigte bei 4 von 5 Patienten mit Tardiver Dyskinesie signifikante klinische Verbesserungen, nachdem ihnen zusätzlich zu ihrer üblichen Behandlung 100 mg/Tag Pyridoxin verabreicht worden war.61 Drei der Responder zeigten auch eine signifikante Verbesserung auf der „Brief Psychiatric Rating Scale“.

Die gerade erwähnte Doppelblind-Studie zeigte, dass die Grundniveaus der PLP-Plasmaspiegel mit einer Dosis von 400 mg/Tag Pyridoxin gefahrlos von 49 nmol/L auf 690 nmol/L (um mehr als 14-fache) angehoben werden konnten. Eine Untersuchung der Aufnahme- und Verstoffwechselungsraten zeigte, dass extrem hohe Dosen gut absorbiert und toleriert werden.62 Obwohl Dosierungen im Hundert-Milligramm-Bereich gefahrlos verabreicht worden sind, gibt es Berichte über neurotoxische Wirkungen bei sehr hohem Pyridoxin-Einsatz. Ein Übersichtsartikel empfiehlt, Tagesdosen über 1000 mg zu vermeiden.63 Das Merck Manual meldet Toxizitätseffekte bei 2000 mg/Tag und empfiehlt für die Daueranwendung ein unbedenkliches Maß von 200 mg/Tag.

 

Niacinamid

In Studien an Mäusen wurde festgestellt, dass Niacinamid Eigenschaften mit Benzodiazepinen und Barbituraten gemein hat.64 Es wurde festgestellt, dass das Vitamin hypnotische und antikonvulsive Wirkung hat, die Aktivität des Rückenmarks beeinflusst, zur Muskelentspannung führt und aggressionsmindernde Wirkungen ausübt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten Patienten nach Verabreichung von 100 mg Nicotinsäure verstärkt Gesichtsrötungen, Angstzustände, eine Aktivität des autonomen Nervensystems und erhöhte Temperatur, wodurch eine Beteiligung der Nicotinsäure-Pfade nahegelegt wird, die mit Ernährungstherapien beeinflusst werden könnte.65 Zur Bestätigung und Ausweitung dieser im Pilotprojekt gewonnenen Ergebnisse sind weitere kontrollierte Forschungsarbeiten erforderlich.

Der DRI-Wert (Dietary Reference Intake) für Niacin beträgt 16 mg Niacin-Äquivalente pro Tag für Männer und 14 mg Niacin-Äquivalente pro Tag für Frauen, wobei 1 Niacin-Äquivalent 1 mg Niacin entspricht, das über die Nahrung oder den Tryptophan-Metabolismus aufgenommen wird. Der Begriff Niacin wird oft synonym mit Nicotinsäure verwendet. Nicotinamid, das Amid der Nicotinsäure, ist sowohl Baustein für Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid (NAD) als auch für Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid-Phosphat (NADP).

„Es wird vermutet, dass die günstigen therapeutischen Wirkungen von Nicotinamid, Nicotinsäure und ihrer biologisch aktiven Form NAD bei der Behandlung von Schizophrenie, Epilepsie und anderen Erkrankungen des Nervensystems über die Mechanismen ihrer Funktionsweise im Nervensystem hervorgerufen werden.“66 Hoffer67 und Pauling68 überprüften die Literatur bezüglich der Verwendung verschiedener Formen von Niacin zur Behandlung der Schizophrenie. Sie fanden einige Studien, in denen über Therapieerfolge mit Niacin berichtet wurde. Diese Schlussfolgerungen wurden jedoch angefochten69, weil die Untersucher es versäumt hatten, ihre Behauptungen mit Beweisen aus doppelblinden und placebokontrollierten Studien zu untermauern. Diese sind erforderlich, um die Wirksamkeit der Vitaminbehandlung der Schizophrenie einwandfrei festzustellen.

Der „DRI Report“ zählt verschiedene unerwünschte Wirkungen der ergänzenden Niacin-Einnahme auf, doch sind diese Wirkungen üblicherweise mit Nicotinsäure-Dosen von ?1500 mg/Tag verbunden. Es scheint, dass Nicotinamid weniger Nebenwirkungen hat als Nicotinsäure. Dieser Unterschied könnte jedoch auf eine verzerrte Studienlage zurückzuführen sein, falls bedeutend weniger Studien mit Nicotinamid durchgeführt worden sind.

 

Vitamin B12 und Folat

Mehrere Studien haben einen Folat-Mangel mit einem schlechten Ansprechen auf Antidepressiva in Verbindung gebracht. Eine dieser Studien wurde so durchgeführt, dass 213 ambulanten Patienten mit klinischer Depression acht Wochen lang Fluoxetin verabreicht wurde. Die Probanden, bei denen niedrige Folat-Werte festgestellt worden waren, waren nicht nur schwerer depressiv, sondern reagierten deutlich geringer auf Fluoxetin, was auch für andere Behandlungen mit Antidepressiva gesagt werden kann.70 Eine andere placebokontrollierte Vergleichsstudie wurde mit Fluoxetin durchgeführt, wobei 127 Patienten mit Depression zusätzlich zur Fluoxetin-Behandlung 10 Wochen lang entweder ein Folat-Ergänzungsmittel oder ein Placebo verabreicht wurde. Und obwohl bereits bekannt war, dass Frauen besser darauf ansprechen als Männer (weil Männer eine höhere Folsäure-Dosis brauchen, um den Homocystein-Spiegel zu senken), zeigten tatsächlich 93,9% der Frauen in der Folat-Gruppe eine gute Reaktion, in der Placebogruppe waren es dagegen nur 71,1% der Frauen.71

Folat kann nicht nur eingesetzt werden, um das Ansprechen auf ein Antidepressivum zu verbessern, es kann auch in Kombination mit Vitamin B12 (oder allein) verwendet werden, um eine Hyper-Homocysteinämie (hohe Homocysteinwerte) zu bekämpfen und depressive Symptome ohne den Einsatz zusätzlicher antidepressiver Medikamente zu reduzieren. Eine in Finnland durchgeführte umfangreiche Studie rekrutierte zwischen 1984 und 1989 2.313 Männer im Alter von 42-60 Jahren und zeichnete ihre durchschnittliche Folat-Einnahme bis zum Jahr 2000 auf. Bei denjenigen, deren Aufnahmemenge unterhalb des Mittelwerts (256 µg/Tag) lag, wurde ein signifikant höheres Risiko für eine schwere Depression festgestellt als bei denjenigen, die über dem Medianwert lagen.72 Mehrere andere Studien zeigen, dass viele mit Depression diagnostizierte Patienten signifikant geringere Folatwerte haben als Kontrollpersonen.73 Sowohl ein Folat- als auch ein Vitamin-B12-Mangel ist durch einen hohen Homocystein-Wert gekennzeichnet, und dieser ist auch bei depressiven Patienten erhöht.74

Dreißig Prozent der wegen Depression hospitalisierten Patienten hatten einen B12-Mangel,75 und Personen mit einem B12-Mangel waren 2,05 Mal häufiger schwer depressiv als Personen ohne B12-Mangel.76 Ein Drittel der depressiven Patienten hatte niedrige Folsäure-Werte, wobei eine Behandlung ihre Depression verbesserte.77 Niedrige Folat- und B12-Serumwerte prophezeiten „refraktäre“ Reaktionen auf Antidepressiva.78,79,80,81 Der DRI-Wert für Vitamin B12 beträgt 2,4 µg/Tag für Erwachsene. Cobalamin ist der Vorläufer für Methylcobalamin und Adenosylcobalamin, die bioaktiven Cofaktor-Formen von Cobalamin. Der DRI-Wert für Folsäure beträgt 400 µg/Tag.

 

Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) , Schizophrenie, Wutausbrüche und Depression

MTHFR katalysiert die Umsetzung von 5,10-Methylentetrahydrofolat zu 5-Methyltetrahydrofolat. Letzteres ist die vorherrschende zirkulierende Folat-Form und der Haupt-Kohlenstoffdonor für die Remethylierung von Homocystein zu Methionin. Patienten mit schwerem MTHFR-Mangel (0-20% Restaktivität) zeigen im Säuglings- oder Jugendalter Entwicklungsverzögerungen, Motorik- und Gangstörungen, Krampfanfälle, schizophrene Störungen und andere neurologische Anomalien; sie sind auch durch vaskuläre Komplikationen gefährdet. MTHFR-Mutationen, darunter der 677C ? T-Polymorphismus, führen zu erhöhten Homocystein-Konzentrationen im Plasma, einem Risikofaktor für Gefäßerkrankungen und möglicherweise Schizophrenie.82

Bei zwei Kindern, bei denen nach einer Untersuchung wegen Wutausbrüchen und Krampfanfällen Homocysteinurie festgestellt worden war, wurde zunächst ein biochemischer Defekt bei der Umwandlung von Homocystein zu Methionin vermutet. Beide sprachen positiv mit einer Abnahme von Homocystein im Urin und anderen Verbesserungen auf niedrig dosierte Folsäure (0,8-3 mg/Tag) an, aber die Erfolge hielten nur einige Monate an, danach stiegen die Homocystein-Konzentrationen wieder an und die Wutausbrüche kehrten zurück. In einem Fall bewirkten die Verdopplung der Folatmenge und eine eiweißarme Kost eine Verbesserung; im anderen Fall waren Betain und eine eiweißarme Kost wirksam. Die Autoren legten nahe, dass der biochemische Defekt in einer unzureichenden MTHFR-Aktivität lag, die zum Teil auf die Folat-Therapie anspricht.83

Ein weiterer Beweggrund für die Absenkung der Homocystein-Konzentrationen durch Supplementierung mit Riboflavin, Vitamin B12, Folat und Vitamin B6 ist die Reduzierung von Wut und Feindseligkeit. Es wurden positive und signifikante Zusammenhänge zwischen Feindseligkeit und Homocystein-Konzentrationen bei Männern und Frauen und zwischen Wut und Homocystein-Konzentrationen bei Männern berichtet.84

Der 677C ? T-Polymorphismus in MTHFR wurde an Personen mit Schizophrenie, klinischer Depression und bipolarer Störung untersucht.85 Die TT-Variante wurde in 12% der 419 Kontrollpersonen gefunden, in 21% der 297 Patienten mit Schizophrenie (< 0,0006; p < 0,002 nach Bonferroni-Korrektur), in 28% der 32 Patienten mit klinischer Depression (< 0,06; p < 0,02 nach Bonferroni-Korrektur) und in 13% der 40 Patienten mit bipolarer Störung (ohne nähere Angabe). Die Autoren wiesen darauf hin, dass das Oxidationsprodukt von Homocystein, Homocysteinsäure, eine starke erregende Wirkung ausübt. Im Vergleich zu den Kontrollpersonen wurde bei Menschen mit Schizophrenie, die auf Neuroleptika reagierten, eine Überrepräsentation der TT-Variante gefunden.86

In einer anderen Studie wurden bei 9 von 20 Patienten mit Schizophrenie hohe Homocystein-Konzentrationen festgestellt.87 In einer Folgestudie an 11 Patienten mit hohen Homocystein-Werten wurde der thermolabile 677C ? T-Polymorphismus näher untersucht. Sieben der 11 Patienten, 6 Männer und 1 Frau, hatten den homozygoten TT-Genotyp. Ein männlicher Patient war heterozygot, und alle 3 normalen Homozygoten waren Frauen. Bei den Patienten, die hinsichtlich des Polymorphismus homozygot waren, reagierten die Homocystein-Werte nicht auf Vitamin B12, ließen sich aber durch Supplementierung mit Folat normal einstellen. Bei den gesunden Homozygoten jedoch wurden die Homocystein-Werte durch Vitamin B12 allein abgesenkt. Es wurde gefolgert, dass Homozygotie für thermolabile MTHFR einen Risikofaktor für schizophrenieähnliche Psychosen darstellen kann und dass dieses Risiko durch Folat-Supplementierung gemindert werden könnte.88 In einer kleinen Studie lagen die Homocystein-Werte von Patienten mit Schizophrenie, die niedrige Folat-Serumwerte aufwiesen (n = 6) signifikant höher als bei Kontrollpersonen mit niedrigen Folat-Serumwerten (n = 8).89

Klinische Studien zur Therapie mit B-Vitaminen (einschließlich Folat und Riboflavin) in Bezug auf Schizophrenie und Wutausbrüche sind auf folgender Grundlage gerechtfertigt: der Assoziation von erhöhten Homocystein-Werten mit Wut90 und Schizophrenie91 und der Assoziation des TT-Genotyps mit Schizophrenie. Eine Homocystein-Akkumulation kann ein Indikator für ein defektes Enzym im Methylierungspfad sein, und die Behandlung mit Vitamin-Vorläufern von Substraten und Cofaktoren in diesem Pfad wie zum Beispiel Riboflavin, Vitamin B12, Folat und Vitamin B6 könnte für die Bewältigung von Wutausbrüchen und Schizophrenie nützlich sein. Der UL-Wert für die Folat-Aufnahme aus Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln wurde auf 1000 µg/Tag für Erwachsene und 300 µg/Tag für Zweijährige bis 800 µg/Tag für 16-Jährige festgelegt, obwohl in vielen Fällen größere Mengen gerechtfertigt erscheinen.

 

Vitamin C und Vitamin E

Eine Fall-Kontroll-Studie im Jahr 2004 betrachtete 93 institutionalisierte Probanden (von denen 15 an Alzheimer und 28 an Altersdemenz litten) und 50 Probanden, die mental gesund waren. Alle waren über 65 Jahre alt. Obwohl die Zufuhr von Vitamin C über die Nahrung bei allen ähnlich war, lagen die mittleren Plasmaspiegel von Vitamin C in der Kontrollgruppe viel höher als bei denjenigen mit einer Form der Demenz (0,84 mg/dl versus 0,56 mg/dl).92 Die Supplementierung mit Vitamin C hat sich jedoch als wirksamer erwiesen, wenn sie zusammen mit Vitamin E erfolgt. Da Vitamin C oxidiert wird, scheint es das Vitamin E zu regenerieren und somit als Antioxidans zu fungieren. Dies wiederum begünstigt die Oxidation von Vitamin E und seine Fähigkeit, andere freie Radikale zu deaktivieren.93

In der Honolulu-Asia Aging Study, die ein perfektes Beispiel für diese Synergie von Vitamin C und E ist, wurden 3.385 japanischstämmige amerikanische Männer im Alter von 71 bis 93 Jahren untersucht, von denen 386 an irgendeiner Form der Demenz, Alzheimer oder kognitiven Störungen litten. Diese Daten wurden 1982 zusammen mit Angaben über ihre Einnahme/Anwendung von Ergänzungsmitteln erhoben. Die Personen wurden 1988 erneut befragt und abschließend zwischen 1991 und 1993 auf Demenz und mentale Fähigkeiten untersucht. Bei denjenigen, die 1988 regelmäßig die Vitamine C und E einnahmen, war die Wahrscheinlichkeit, vier Jahre später an vaskulärer Demenz zu leiden, um 88% geringer. Bei denjenigen, die 1991-1993 noch keine Form der Demenz aufwiesen, lag die Wahrscheinlichkeit bei den Männern, die seit 1988 Vitamin C und E als Ergänzungsmittel einnahmen, für bessere kognitive Fähigkeiten um 20% höher, und diejenigen, die die Nahrungsergänzungsmittel 1982 und 1988 einnahmen, hatten um 75% größere Aussichten auf eine bessere geistige Leistungsfähigkeit.94

Eine ähnliche Studie wurde von 1995 bis 2000 durchgeführt, hier wurden 4.740 Männer und Frauen im Alter von 65 und älter in zwei Zeiträumen untersucht: 1995-97 und erneut 1998-2000. Beim ersten Termin wurden 200 prävalente Alzheimer-Fälle festgestellt, während beim Kontrollbesuch 104 neue/inzidente Fälle hinzukamen. Der größte Rückgang der Prävalenz und Inzidenz wurde bei den Personen gefunden, die die Vitamine C und E in Kombination einnahmen, etwa 78% in der Prävalenz und 64% in der Inzidenz.95 Interessanter noch ist, dass die Fähigkeiten von Vitamin E nicht nur zu Verhinderung von Alzheimer beitragen, sondern auch das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen: 341 Patienten mit der Krankheit (mit mittlerem Schweregrad) wurden mit 2000 Einheiten Vitamin E pro Tag behandelt. Beim Vergleich mit einer Placebogruppe zeigten die mit Vitamin E behandelten Patienten am Ende der zweijährigen Behandlung eine signifikant geringere Progression der Krankheit.96 Alpha-Tocopherol bildet die Hauptform des fettlöslichen Vitamins E in tierischem Gewebe und Plasma. Der DRI-Wert für Vitamin E beträgt 15 mg/Tag (x 1,5 IU/mg = 22,5 IU/d) als ?-Tocopherol.97 Der UL-Wert von Vitamin E auf Grundlage einer ?-Tocopherol-Supplementierung beträgt infolge unerwünschter Nebenwirkungen, z. B einem erhöhten Hämorrhagie-Risiko, 1000 mg/Tag (1500 IU).98 Bei zwei der vorgenannten Patienten ergab die Wiederaufnahme der Behandlung mit ?-Tocopherol eine lineare Relation zu den ?-Tocopherol-Serumkonzentrationen. Die maximale Dosierung (40 mg/kg Körpergewicht/Tag) führte zu einer Plasmakonzentration > 50 ?mol/L.99

Die Supplementierung mit DHEA (Dehydroepiandrosteron) (De hat sich bei klinischer Depression als nützlich erwiesen, insbesondere für Frauen über 70 Jahre.100 S-Adenosylmethionin (SAMe) ist eine Verbindung, die natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommt und bei vielen synthetischen Reaktionen als Methyldonor dient. Sie kann möglicherweise zu einer Erhöhung der Werte bestimmter Neurotransmitter beitragen, wenn sie in Form von Nahrungsergänzungsmitteln verabreicht wird. SAMe scheint eine ausreichend antidepressive Wirkung zu haben, um weitere Forschung zu rechtfertigen.101,102,103 Andere B-Vitamine wurden ebenfalls hinsichtlich ihrer Rolle bei Depressionen untersucht, insbesondere Vitamin B6 und Folsäure.104,105,106,107,108,109 Ein Drittel der depressiven Patienten hatte niedrige Folsäure-Werte, wobei eine Behandlung ihre Depression verbesserte.110 Niedrige Folat- und B12-Serumwerte prophezeien „refraktäre“ Reaktionen auf Antidepressiva.111,112,113,114 Inositol ist – inoffiziell – ein B-Vitamin, das in Zellmembranen vorkommt (Phosphatidylinositol) und dort eng mit Cholin zusammenwirkt.115 Inositol war in einer Studie zu einer Therapie mit einem Einzelmedikament gegen Depression und Panikstörung gleichwertig und ist ein wirksames Antidepressivum.116,117

In einer Studie wurde gefunden, dass 75% der depressiven Patienten an Magnesiummangel litten und weitere 9% an der unteren Grenze lagen.118 Die Supplementierung mit Magnesium war hilfreich.119 Melatonin wurde bei 84% depressiver Patienten mit abnormalen Werten als wirksam beschrieben.120

Bei einigen Patienten mit Depression wurde die Supplementierung mit Aminosäuren als hilfreich beschrieben.121 Die Wirksamkeit von Tryptophan bei Depression ist schon lange beschrieben, oft in Kombination mit den Vitaminen B3 und B6.122,123

 

Schlussbemerkung

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie Mikronährstoffe bei der Behandlung verschiedener psychiatrischer Erkrankungen eine nutzbringende Rolle spielen können. Solange Forscher weiterhin die Wirksamkeit von Ernährungstherapien („Heilung durch Ernährung“) untersuchen, werden immer mehr Informationen für all die Menschen verfügbar, die einen natürlicheren Therapieverlauf wünschen. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir bereits auf Tausende erfolgreicher Studien zurückgreifen, so dass „alternative Therapien“ keine Alternative mehr sein müssen.

 

Autorenerklärung

Die Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Beitrag bestehen.

Korrespondenz: Lewis Mehl-Madrona, University of Saskatchewan, Saskatoon, Saskatchewan, Canada. E-Mail: coyotecanada@aol.com

Das Urheberrecht an diesem Artikel, seinen Metadaten und allen ergänzenden Daten liegt bei seinem Autor oder seinen Autoren. Die Veröffentlichung erfolgt unter der Creative Commons Attribution By-Lizenz. Weitere Informationen unter:  http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/.

 

Literaturverweise

[1] Hoobler, B.R. 1928. Symptomatology of Vitamin B defi ciency in

infants. Journal of the American Medical Association, 91:307–10.

[2] English, W.M. 1929. Report of the treatment with manganese chloride

of 181 cases of schizophrenia, 33 of manic depression, and 16 other

defects of psychoses at the Ontario Hospital, Brockville, Ontario.

American Journal of Psychiatry, 9:569–80.

[3] Reed, G.E. 1929. Use of manganese chloride in dementia praecox.

Canadian Medical Association Journal, 21:46–9.

[4] Sydenstricker, V.P. and Cleckley, H.M. 1941. The effect of nicotinic

acid in stupor, lethargy and various other psychiatric disorders.

American Journal of Psychiatry, 98:83–92.

[5] Alpert, J.E., Mischoulon, D., Nierenberg, A.A. and Fava, M.

  1. Nutrition and depression: Focus on folate. Nutrition,

16:544–46.

[6] Sandstead, H.H., Frederickson, C.J. and Penland, J.G. 2000. History

of zinc as related to brain function. Journal of Nutrition, 130(2S

Suppl):496S–502S.

[7] Martin, S.J., Grimwood, P.D. and Morris, R.G.M. 2000. Synaptic

plasticity and memory: An evaluation of the hypothesis. Annual

Review of Neuroscience, 23:649–711.

[8] Elkashef, E.M., Doudet, D., Bryant, T., Cohen, R.M., Li, S. and

Wyatt, R.J. 2000. 6-(18)F-DOPA PET study in patients with

schizophrenia. Psychiatry Research, 100:1–11.

[9] Weiser, M., Levkowitch, Y., Neuman, M. and Yehuda, S. 1994.

Decrease of serum iron in acutely psychotic schizophrenic patients.

International Journal of Neuroscience, 78(1):49–52.

[10] Levine, J., Rapoport, A., Mashiah, M. and Dolev, E. 1996. Serum and

cerebrospinal levels of calcium and magnesium in acute versus remitted

schizophrenic patients. Neuropsychobiology, 33(4):169–72.

[11] Ward, P.E., Sutherland, J., Glen, E.M. and Glen, A.I. 1998. Niacin

skin fl ush in schizophrenia: a preliminary report. Schizophrenia

Research, 29(3):269–74.

Cornish and Mehl-Madrona

Integrative Medicine Insights 2008:3

[12] Bekaroglu, M., Aslan, Y., Gedik, Y., Deger, O., Mocan, H., Erduran,

E., et al. 1996. Relationships between serum free fatty acids and zinc,

and attention defi cit hyperactivity disorder: A research note. Journal

of Child Psychology and Psychiatry, 37:225–7.

[13] Ames, B.N., Elson-Schwab, H. and Silver, E.A. 2002. High-dose

vitamin therapy stimulates variant enzymes with decreased coenzyme

binding affi nity (increased KM):relevance to genetic disease and

polymorphisms. Am. J. Clin. Nutr., 75:616–58.

[14] Cox, T.C., Bottomley, S.S., Wiley, J.S., Bawden, M.J., Matthews,

C.S. and May, B.K. 1994. X-linked pyridoxine response sideroblastic

anemia due to a Thr388-to-Ser substitution erythroid 5-aminolevulinate

synthase. New Engl. J. Med., 330:675–9.

[15] Mudd, S.H., Skovby, F. and Levy, H.L. 1985. The natural history of

homocystinuria due to cystathionine beta-synthase defi ciency. Am.

  1. Hum. Genet., 37:1–31.

[16] Fenton, W.A. and Rosenberg, L.E. 1995. Chapter 41. Disorders of

propionate and methylmalonate metabolism. In Scriver C, ed. The

metabolic and molecular basis of inherited disease, 7th ed. New York:

McGraw-Hill, Inc.,1423–9.

[17] Harrison, T.R. and ed. 1950. Principles of Internal Medicine. Philadelphia,

Pa: Blakiston Co.

[18] Cecil, R.L. and ed. 1927. A Textbook of Medicine. Philadelphia, Pa:

WB Saunders Co.

[19] Goodwin, J.S. and Tangum, M.R. 1998. Battling Quackery: Attitudes

About Micronutrient Supplements in American Academic Medicine.

Arch. Intern. Med., 158:2187–91.

[20] Corbin Winslow, L. and Shapiro, H. 2002. Physicians want education

about complementary and alternative medicine to enhance communication

with their patients. Archives of Internal Medicine,

162:1176–81.

[21] Jakubowica, D. 1983. The signifi cance of prostaglandins in the

premenstrual syndrome. In: Taylor R, ed. Premenstrual syndrome.

London: Medical New-Tribunep.16.

[22] Khoo, S.K., Munro, C. and Battistutta, D. 1990. Evening primrose

oil and treatment of premenstrual syndrome. Med. J. Aust.,

153(4):189–92. See also Curr. Ther. Res. Jul, 1989; 46(1):58–63.

[23] Joy, C.B., Mumby-Croft, R. and Joy, L.A. 2003. Polyunsaturated

fatty acid (fi sh or evening primrose oil) for schizophrenia. Cochrane

Database Syst. Rev., (2):CD001257.

[24] Peet, M., Murphy, B., Shay, J. and Horrobin, D. 1998 Mar 1. Depletion

of omega-3 fatty acid levels in red blood cell membranes of

depressive patients. Biol. Psychiatry, 43(5):315–9.

[25] Horrobin, D.F. 2001 Jan. Phospholipid metabolism and depression:

the possible roles of phospholipase A2 and coenzyme A-independent

transacylase. Hum. Psychopharmacol, 16(1):45–52.

[26] Maidment, I.D. 2000 Jul. Are fi sh oils an effective therapy in mental

illness—an analysis of the data. Acta. Psychiatr. Scand, 102(1):3–11.

[27] Maes, M., Christophe, A., Delanghe, J., Altamura, C., Neels, H. and

Meltzer, H.Y. 1999 Mar 22. Lowered omega3 polyunsaturated fatty

acids in serum phospholipids and cholesteryl esters of depressed

patients. Psychiatry Res., 85(3):275–91.

[28] Kotsanis, C.A., Dart, L., Harjes, C. and Miller, R. 1984. Autism —A

Multidisciplinary Approach to Treatment. Nutr. And Beh, 2:9–17.

[29] Bonisch, V.E. 1968. Erfahrungen mit pyrithioxin bei hirngeschadigten

kindern mit autistischem syndrome. Praxis der Kinderpsychologie,

8:308–10.

[30] Rimland, B., Callaway, E. and Dreyfus, P. 1978. The effects of high

doses of vitamin B6 on autistic children: a double-blind crossover

study. American Journal of Psychiatry, 135:472–75.

[31] Rimland, B. 1988. Controversies in the treatment of autistic children:

vitamin and drug therapy. J. Child Neurol., 3(suppl):S68–72.

[32] Rimland, B., Callaway, E. and Dreyfus, P. 1978. The effect of high

doses of vitamin B6 on autistic children: a double-blind crossover

study. Am. J. Psychiatry, 135:472–5.

[33] Martineau, J., Barthelemy, C., Garreau, B. and Lelord, G. 1985.

Vitamin B6, magnesium, and combined B6-Mg: therapeutic effects

in childhood autism. Biol. Psychiatry, 20:467–78.

[34] Kleijnen, J. and Knipschild, P. 1991. Niacin and vitamin B6 in mental

functioning: a review of controlled trials in humans. Biol. Psychiatry,

29:931–41.

[35] Bonisch, E. 1968. [Experiences with pyrithioxin in brain-damaged

children with autistic syndrome.]. Prax Kinderpsychol Kinderpsychiatr,

17:308–10; Lelord, G., Muh, J.P., Barthelemy, C., Martineau,

J., Garreau, B. and Callaway, E. 1981. Effects of pyridoxine and

magnesium on autistic symptoms—initial observations. J. Autism

Dev. Disord., 11:219–30; Jonas, C., Etienne, T., Barthelemy, C.,

Jouve, J. and Mariotte, N. 1984. [Clinical and biochemical value of

Magnesium + vitamin B6 combination in the treatment of residual

autism in adults.]. Therapie, 39:661–9; Martineau, J., Garreau, B.,

Barthelemy, C., Callaway, E. and Lelord, G. 1981. Effects of vitamin

B6 on averaged evoked potentials in infantile autism. Biol. Psychiatry,

16:627–41.

[36] Pfeiffer, S.I., Norton, J., Nelson, L. and Shott, S. 1995. Effi cacy of

vitamin B6 and magnesium in the treatment of autism: a methodology

review and summary of outcomes. J. Autism Dev. Disord.,

25:481–93.

[37] Rimland, B. and Edelson, S.M. 2007. Parent ratings of behavior

effects of biomedical interventions. San Diego, Ca: Autism Research

Institute; 2005. http://www.autismwebsite.com/ARI/treatment/

b6studies.htm Last accessed 12 September.

[38] Lonsdale, D. and Shamberger, R.J. 1980. Red cell transketolase as

an indicator of nutritional defi ciency. American Journal of Clinical

Nutrition, 33(2):205–11.

[39] Institute of Medicine. Dietary reference intakes for thiamine, ribofl

avin, niacin, vitamin B6, folate, vitamin B12, pantothenic acid,

biotin, and choline. Washington, DC: National Academy Press,

1998.

[40] Robinson, B.H. 1995. Chapter 44. Lactic acidemia (disorders of

pyruvate carboxylase, pyruvate dehydrogenase)In: Scriver C, ed. The

metabolic and molecular bases of inherited disease. 7th ed. New York:

McGraw-Hill, Inc., 1479–99.

[41] Naito, E., Ito, M., Yokota, I., Saijo, T., Matsuda, J. and Kuroda, Y.

  1. Thiamine-responsive lactic acidaemia: role of pyruvate dehydrogenase

complex. Eur. J. Pediatr., 157:648–52; Murakami, N., Iso,

A., Naito, E., Kuroda, Y. and Nonaka, I. 1995. Thiamine responsive

congenital lactic acidemia and type 1 muscle fi ber atrophy. Brain

Dev., 17:78.

[42] Emmanuel, N.P., Lydiard, R.B., Reynolds, R.D., Roberts, J., Johnson,

M., Mintzer, O. and Ballenger, J.C. 1994. Plasma pyridoxal phosphate

in anxiety disorders. Biol. Psychiatry, Nov 1; 36(9):606–8.

[43] Leeton, J. (1974). Depression induced by oral contraception and the role

of vitamin B6 in its management. Aust. N. Z J. Psychiatry, 8(2):85–8.

[44] Larsson-Cohn, U. (1975). Oral contraceptives and vitamins: a review.

Am. J. Obstet. Gynecol., 1; 121(1):84–90.

[45] Bermond, P. (1982). Therapy of side effects of oral contraceptive

agents with vitamin B6. Acta. Vitaminol Enzymol, 4(1–2):45–54.

[46] Prothro, J. (1981). Any depression from OC-altered vitamin B6

levels? [Answer to question of Jan Marquand Contracept Technol

Update. 1981 Sep; 2(9):121–3.

[47] Philip J. (1974). Hypovitaminosis B6 and oral contraception. Ugeskr.

Laeger., 140(29):1733–5.

[48] Lancet Apr 21 1973; 1(7808):897–904.

[49] http://www.naturalhealthconsult.com/Monographs/Inositol.html, last

accessed 5 July 2002.

[50] Benjamin, J., Agam, G., Levine, J., Bersudsky, Y., Kofman, O. and

Belmaker, R.H. 1995. Inositol treatment in psychiatry. Psychopharmacol

Bull, 31(1):167–175.

[51] Levine, J., Barak, Y., Kofman, O. and Belmaker, R.H. 1995. Followup

and relapse analysis of an inositol study of depression. Isr. J.

Psychiatry Relat. Sci., 32(1):14–21.

[52] Shealy, C.N. 1991. Neurochemical Substrates of Depression and

Their Relation to Cardiac Disease. Clinically Relevant Risk Factor

Management of Cardiac Disease Springfi eld MO, Feb 15–16:

[53] http://coldcure.com/html/dep.html, last accessed 5 July 2002.

 [54] Corbin Winslow, L. and Shapiro, H. 2002. Physicians want education

about complementary and alternative medicine to enhance communication

with their patients. Archives of Internal Medicine, 162:1176–81.

[55] Charlton, K.E., Rabinowitz, T.L., Geffen, L.N., Dhansay, M.A.,

Lowered plasma vitamin, C. and but not vitamin, E. 2004. concentrations

in dementia patients. J. Nutr. Health Aging, 8(2):99–107.

[56] Zandi, P.P., Anthony, J.C., Khachaturian, A.S., Stone, S.V., Gustafson,

D., Tschanz, J.T., Norton, M.C., Welsh-Bohmer, K.A. and Breitner,

JCS. 2004. Reduced risk of Alzheimer disease in users of antioxidant

vitamin supplements: the Cache County Study. Arch. Neurol.,

61(1):82–8.

[57] Masaki, K.H., Losonczy, K.G., Izmirlian, G., Foley, D.J., Ross, G.W.,

Petrovitch, H., Havlik, R. and White, L.R. 2000. Association of

vitamin E and C supplement use with cognitive function and dementia

in elderly men. Neurology, 54:1265–72.

[58] Ames, B.N., Elson-Schwab, H. and Silver, E.A. (2002). High-dose

vitamin therapy stimulates variant enzymes with decreased coenzyme

binding affi nity (increased KM):relevance to genetic disease and

polymorphisms. Am. J. Clin. Nutr., 75:616–58.

[59] Mudd, S.H., Skovby, F. and Levy, H.L. (1985). The natural history

of homocystinuria due to cystathionine beta-synthase defi ciency. Am.

  1. Hum. Genet., 37:1–31.

[60] Lerner, V., Miodownik, C., Kaptsan, A. et al. 2001. Vitamin B6 in the

treatment of tardive dyskinesia: a double-blind, placebo-controlled,

crossover study. Am. J. Psychiatry, 158:1511–4.

[61] Lerner, V., Kaptsan, A., Miodownik, C. and Kotler, M. 1999.

Vitamin B6 in treatment of tardive dyskinesia: a preliminary case

series study. Clin. Neuropharmacol, 22:241–3.

[62] Institute of Medicine. Dietary reference intakes for thiamine, ribofl avin,

niacin, vitamin B6, folate, vitamin B12, pantothenic acid, biotin,

and choline. Washington, DC: National Academy Press, 1998.

[63] Mudd, S.A., Levy, H.L. and Skovby, F. Chapter 35. 1995. Disorders of

transsulfuration. In: Scriver C, ed. The metabolic and molecular bases

of inherited disease. 7th ed. New York: McGraw-Hill, Inc., 1279–27.

[64] Voronina, T.A. 1981 Nov. Pharmacological properties of nicotinamide—

possible ligand of benzodiazepine receptors. Farmakol.

Toksikol., 44(6):680–683.

[65] Bouwer, C. and Stein, D.J. 1998 Dec. Hyperresponsivity to nicotinic

acid challenge in generalized social phobia: a pilot study. Eur. Neuropsychopharmacol,

8(4):311–3.

[66] Parkhomets, P.K., Kuchmerovskaia, T.M., Donchenko, G.V.,

Chichkovskaia, G.V. and Klimenko, A.P. 1995. [Role of nicotinic

acid and its derivatives in disorders of nervous system function.].

Ukr. Biokhim Zh., 67:3–11.

[67] Hoffer, A. 1971. Megavitamin B-3 therapy for schizophrenia. Can.

Psychiatr. Assoc. J., 16:499–504.

[68] Pauling, L. 1974. On the orthomolecular environment of the mind:

orthomolecular theory. Am. J. Psychiatry, 131:1251–7.

[69] Wyatt, R.J. 1974. Comment. Am. J. Psychiatry, 131:1258–62.

[70] Fava, M., Borus, J.S., Alpert, J.E., Nierenberg, A.A., Rosenbaum,

J.F. and Bottiglieri, T. 1997. Folate, vitamin B12, and homocysteine

in major depressive disorder. American Journal of Psychiatry,

154(3):426–428.

[71] Coppen, A. and Bailey, J. 2000. Enhancement of the antidepressant

action of fl uoxetine by folic acid: a randomized, placebo controlled

trial. J. Affect Disord., 60(2):121–30.

[72] Tolmunen, T., Hintikka, J., Ruusunen, A., Voutilainen, S., Tanskanen,

A., Valkonen, V.P., Viinamaki, H., Kaplan, G.A. and Salonen, J.T. 2004.

Dietary folate and the risk of depression in Finnish middle-aged men.

A prospective follow-up study. Psychother Psychosom, 73(6):334–9.

[73] Lerner, V., Kanensky, M., Dwolatzky, T., Rouach, T., Kamin, R. and

Miodownik, C. 2005. Vitamin B12 and folate serum levels in newly

admitted psychiatric patients. Clin Nutr. 2006; 25(1): 60–7;

Sachdev, P.S., Parslow, R.A., Lux, O., Salonikas, C., Wen, W.,

Naidoo, D., Christensen, H., Jorm, A.F. Relationship of homocysteine,

folic acid and vitamin B12 with depression in a middle-aged

community sample. Psychol. Med., 35(4):529–38.

[74] Coppen, A. and Bolander-Gouaille, C. 2005. Treatment of depression:

time to consider folic acid and vitamin B12. J. Psychopharmacol,

19(1):59–65.

[75] Wang, H.X., Wahlin, A., Basun, H., Fastbom, J., Winblad, B. and

Fratiglioni, L. 1997. Vitamin B12 and folate in relation to the development

of Alzheimer’s disease. Compr. Psychiatry, 38(6):305–314.

[76] Penninx, B.W.J.H., Guralnik, J.M., Ferrucci, L., Fried, L.P., Allen, R.H.

and Stabler, S.P. 2000. Vitamin B12 defi ciency and depression in

physically disabled older women: Epidemiologic Evidence from the

women’s health and aging study. Am. J. Psychiatry, 157(5):715–21.

[77] Howard, J.S. 3rd. 1975. Folate defi ciency in psychiatric practice.

Psychosomatics 3rd Q., 16(3):112–15.

[78] Mischoulon, D., Burger, J.K., Spillmann, M.K., Worthington, J.J.,

Fava, M. and Alpert, J.E. 2000 Sep. Anemia and macrocytosis in the

prediction of serum folate and vitamin B12 status, and treatment

outcome in major depression. J. Psychosom Res., 49(3):183–7.

[79] Coppen, A. and Bailey, J. 2000 Nov. Enhancement of the antidepressant

action of fl uoxetine by folic acid: a randomised, placebo controlled

trial. J. Affect Disord., 60(2):121–30.

[80] Bottiglieri, T., Laundy, M., Crellin, R., Toone, B.K., Carney, M.W.

and Reynolds, E.H. 2000 Aug. Homocysteine, folate, methylation,

and monoamine metabolism in depression. J. Neurol. Neurosurg.

Psychiatry, 69(2):228–32.

[81] Fava, M., Borus, J.S., Alpert, J.E., Nierenberg, A.A., Rosenbaum, J.F.

and Bottiglieri, T. 1997 Mar. Folate, vitamin B12, and homocysteine

in major depressive disorder. Am. J. Psychiatry, 154(3):426–8.

[82] Ames, et al. op cit.

[83] Murphy, J.V., Thome, L.M., Michals, K. and Matalon, R. 1985. Folic

acid responsive rages, seizures and homocystinuria. J. Inherit. Metab.

Dis., 8:109–10.

[84] Stoney, C.M. and Engebretson, T.O. 2000. Plasma homocysteine

concentrations are positively associated with hostility and anger. Life

Sci., 66:2267–75.

[85] Arinami, T., Yamada, N., Yamakawa-Kobayashi, K., Hamaguchi, H.

and Toru, M. 1997. Methylenetetrahydrofolate reductase variant and

schizophrenia/depression. Am. J. Med. Genet., 74:526–8.

[86] Joober, R., Benkelfat, C., Lal, S. et al. 2000. Association between the

methylenetetrahydrofolate reductase 677CT missense mutation and

schizophrenia. Mol. Psychiatry, 5:323–6.

[87] Regland, B., Johansson, B.V., Grenfeldt, B., Hjelmgren, L.T. and

Medhus, M. 1995. Homocysteinemia is a common feature of schizophrenia.

  1. Neural. Transm. Gen. Sect., 100:165–9.

[88] Regland, B., Germgard, T., Gottfries, C.G. and Grenfeldt, B. 1997.

Koch-Schmidt AC. Homozygous thermolabile methylenetetrahydrofolate

reductase in schizophrenia-like psychosis. J. Neural. Transm.,

104:931–41.

[89] Susser, E., Brown, A.S., Klonowski, E., Allen, R.H. and Lindenbaum,

  1. 1998. Schizophrenia and impaired homocysteine metabolism: a

possible association. Biol. Psychiatry, 44:141–3.

[90] Stoney, C.M. and Engebretson, T.O. 2000. Plasma homocysteine

concentrations are positively associated with hostility and anger. Life

Sci., 66:2267–75.

[91] Regland, B., Johansson, B.V., Grenfeldt, B., Hjelmgren, L.T. and

Medhus, M. 1995. Homocysteinemia is a common feature of schizophrenia.

  1. Neural. Transm. Gen. Sect., 100:165–9.

[92] Charlton, K.E., Rabinowitz, T.L., Geffen, L.N. and Dhansay, M.A.

  1. Lowered plasma vitamin C, but not vitamin E, concentrations

in dementia patients. J. Nutr. Health Aging, 8(2):99–107.

[93] Zandi, P.P., Anthony, J.C., Khachaturian, A.S., Stone, S.V., Gustafson,

D., Tschanz, J.T., Norton, M.C., Welsh-Bohmer, K.A. and Breitner,

J.C.S. 2004. Reduced risk of Alzheimer disease in users of antioxidant

vitamin supplements: the Cache County Study. Arch. Neurol.,

61(1):82–8.

[94] Masaki, K.H., Losonczy, K.G., Izmirlian, G., Foley, D.J., Ross, G.W.,

Petrovitch, H., Havlik, R. and White, L.R. 2000. Association of

vitamin E and C supplement use with cognitive function and dementia

in elderly men. Neurology, 54:1265–72.

 [95] Zandi, P.P., Anthony, J.C., Khachaturian, A.S., Stone, S.V., Gustafson,

D., Tschanz, J.T., Norton, M.C., Welsh-Bohmer, K.A. and Breitner,

J.C.S. 2004. Reduced risk of Alzheimer disease in users of antioxidant

vitamin supplements: the Cache County Study. Arch. Neurol.,

61(1):82–8.

[96] Sano, M., Ernesto, C., Thomas, R.G. et al. 1997. A controlled trial

of selegiline, alpha-tocopherol, or both as treatment for Alzheimer’s

disease: The Members of the Alzheimer’s Disease Cooperative Study.

New England Journal of Medicine, 336(17):1216–22.

[97] Institute of Medicine, Dietary reference intakes for vitamin C, vitamin

E, selenium, and carotenoids. Washington, DC: National Academy

Press, 2000

[98] Ostman-Smith, I., Brown, G., Johnson, A. and Land, J.M. 1994.

Dilated cardiomyopathy due to type II X-linked 3-methylglutaconic

aciduria: successful treatment with pantothenic acid. Br. Heart J.,

72:349–53.

[99] Schuelke, M., Finckh, B., Sistermans, E.A., Ausems, M.G., Hubner,

  1. and von Moers, A. 2000. Ataxia with vitamin E defi ciency: biochemical

effects of malcompliance with vitamin E therapy. Neurology,

55:1584–6.

[100] Cogan, E. 2001 Sep. DHEA: orthodox or alternative medicine? Rev.

Med. Brux., 22(4):A381–6.

[101] Morelli, V. and Zoorob, R.J. 2000 Sep 1. Alternative therapies: Part I.

Depression, diabetes, obesity. Am. Fam. Physician, 62(5):1051–60.

[102] Fetrow, C.W. and Avila, J.R. (2001). Efficacy of the dietary

supplement S-adenosyl-L-methionine. Ann Pharmacother. Nov;

35(11):1414–25.

[103] Di Rocco, A., Rogers, J.D., Brown, R., Werner, P. and Bottiglieri, T.

(2000). S-Adenosyl-Methionine improves depression in patients with

Parkinson’s disease in an open-label clinical trial. Mov Disord, Nov;

15(6):1225–9.

[104] Leeton, J. (1974). Depression induced by oral contraception and the

role of vitamin B6 in its management. Aust. N. Z J. Psychiatry,

8(2):85–8.

[105] Larsson-Cohn, U. (1975). Oral contraceptives and vitamins: a review.

Am. J. Obstet. Gynecol., 1; 121(1):84–90.

[106] Bermond, P. (1982). Therapy of side effects of oral contraceptive

agents with vitamin B6. Acta. Vitaminol Enzymol., 4(1–2):45–54.

[107] Prothro, J. (1981). Any depression from OC-altered vitamin B6

levels? [Answer to question of Jan Marquand Contracept Technol

Update.1981 Sep; 2(9):121–3.

[108] Philip, J. (1974). Hypovitaminosis B6 and oral contraception. Ugeskr.

Laeger., 140(29):1733–5.

[109] Lancet Apr 21 1973; 1(7808):897–904.

[110] Howard, J.S. 1975. 3rd. Folate defi ciency in psychiatric practice.

Psychosomatics 3rd Q., 16(3):112–15.

[111] Mischoulon, D., Burger, J.K., Spillmann, M.K., Worthington, J.J.,

Fava, M. and Alpert, J.E. 2000. Anemia and macrocytosis in the

prediction of serum folate and vitamin B12 status, and treatment

outcome in major depression. J. Psychosom. Res., Sep; 49(3):183–7.

[112] Coppen, A. and Bailey, J. 2000. Enhancement of the antidepressant

action of fl uoxetine by folic acid: a randomised, placebo controlled

trial. J. Affect Disord., Nov; 60(2):121–30.

[113] Bottiglieri, T., Laundy, M., Crellin, R., Toone, B.K., Carney, M.W.

and Reynolds, E.H. 2000. Homocysteine, folate, methylation, and

monoamine metabolism in depression. J. Neurol. Neurosurg. Psychiatry,

Aug; 69(2):228–32.

[114] Fava, M., Borus, J.S., Alpert, J.E., Nierenberg, A.A., Rosenbaum, J.F.

and Bottiglieri, T. 1997. Folate, vitamin B12, and homocysteine in

major depressive disorder. Am. J. Psychiatry, Mar; 154(3):426–8.

[115] http://www.naturalhealthconsult.com/Monographs/Inositol.html, last

accessed 5 July 2002.

[116] Benjamin, J., Agam, G., Levine, J., Bersudsky, Y., Kofman, O. and

Belmaker, R.H. 1995. Inositol treatment in psychiatry. Psychopharmacol

Bull, 31(1):167–175.

[117] Levine, J., Barak, Y., Kofman, O. and Belmaker, R.H. 1995. Followup

and relapse analysis of an inositol study of depression. Isr. J.

Psychiatry Relat. Sci., 32(1):14–21.

[118] Shealy, C.N. 1991. Neurochemical Substrates of Depression and

Their Relation to Cardiac Disease. Clinically Relevant Risk Factor

Management of Cardiac Disease Springfi eld MO, Feb., 15–16.

[119] http://coldcure.com/html/dep.html, last accessed 5 July 2002.

[120] http://www.nimr.mrc.ac.uk/MillHillEssays/1997/sad.htm, last

accessed 5 July 2002.

[121] Mauri ,M.C, Ferrara, A, Boscati, L, Bravin, S, Zamberlan, F, Alecci,

M, Invernizzi, G. (1998). Plasma and platelet amino acid concentrations

in patients affected by major depression and under fl uvoxamine

treatment. Neuropsychobiology.1998; 37(3):124–9.See also Stress

Med 1995; 11:75–77.

[122] Young, S.N., Chouinard, G. and Annable, L. 1981. Tryptophan in the

treatment of depression. Adv. Exper. Med. Biol., 133:727–37.

[123] Thomson, J., Rankin, H., Ashcroft, G.W., Yates, C.M., McQueen,

J.K. and Cummings, S.W. 1982. The treatment of depression in

general practice: a comparison of L-tryptophan, amitriptyline and a

combination of L-tryptophan and amitriptyline with placebo. Psychol.

Med. Nov., 12(4):741–51.

Comments are closed.

Anerkannte Fortbildung: Immunsystem- und Virusbehandlung 

Themen

Die Entwicklung einer Substanz mit stark immunmodulierenden Eigenschaften
Human Papiloma Virus, ein Killer überwunden
Natürliche Erzeugung von Heat Shock Protein zur Senkung des Cortisolspiegels und Stress
Angewandte Praxiswissenschaft

Seminar info
Translate »
Interessante Berichte über Entwicklungen, seminars und Neuigkeiten