Safran

Das aromatische Gewürz Safran wird schon seit über 4000 Jahren als Farbstoff, Gewürz und Heilmittel eingesetzt. Safran wird wegen seiner Kostbarkeit auch als das „rote Gold“ bezeichnet. In der altpersischen Medizin wurde Safran für eine Vielzahl von Krankheiten empfohlen, darunter Magen-Darm-Probleme, prämenstruelles Syndrom, Libidoverlust, Asthma, Depressionen, Gedächtnisprobleme und Schmerzen. Der chinesischen Medizin zufolge verbessert Safran die Blutzirkulation und hilft bei Menstruationsbeschwerden. Heutzutage gibt es Nahrungsergänzungsmittel mit Safran (-Extrakt), die unter anderem bei Depressionen, Morbus Alzheimer, altersbedingter Makuladegeneration und Impotenz eingesetzt werden. Präklinische Studien lassen vermuten, dass Safran bei noch viel mehr Erkrankungen hilfreich ist. Vorerst sollten mehr Humanstudien, darunter auch Dosis-Wirkungsstudien, mit Safranextrakt durchgeführt werden. Die wichtigsten pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe im Safran sind die Carotinoide Crocetin und Crocin (eine Gruppe von 6 Metaboliten des Crocetins), Picrocrocin (Metabolit des Carotinoids Zeaxanthin) und Safranal (Metabolit des Picrocrocins). Crocin und Crocetin sind für die Farbe, Picrocrocin für den Geschmack und Safranal für den Geruch von Safran bestimmend.

 

Quellen

Die getrockneten orangeroten Narben (Stigmen) des Safrankrokus (Crocus sativus aus der Familie der Schwertliliengewächse oder Iridaceae).

 

Qualitätsaspekte

Ein hochwertiges Safran-Ergänzungsmittel besteht aus einem Safranextrakt mit einer garantiert hohen Konzentration an Crocin, Crocetin, Picrocrocin und Safranal, zum Beispiel einem Safranextrakt, der auf mindestens 3,5% dieser bioaktiven Bestandteile (Lepticrosalide) und mindestens 2% Safranal standardisiert ist.

 

Indikationen

  • Depressive Störung
  • Postnatale Depression
  • Stress, Angst und Niedergeschlagenheit
  • Morbus Alzheimer
  • Altersbedingte Makula-Degeneration
  • Offenwinkelglaukom
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS) und prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD, Premenstrual dysphoric disorder)
  • Impotenz, Libidoverlust
  • Fruchtbarkeitsstörungen (Männer)
  • Gewichtsreduzierung, metabolisches Syndrom

 

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Überempfindlichkeit gegenüber Safran

 

Anwendungshinweise

  • Allgemein: 20-200 mg/Tag
  • Depressionen: 30 mg/Tag
  • Morbus Alzheimer: 30 mg/Tag
  • Altersbedingte Makula-Degeneration: 20-30 mg/Tag
  • Offenwinkelglaukom: 30 mg/Tag
  • PMS: 30 mg/Tag
  • Impotenz: 200 mg/Tag
  • Fruchtbarkeitsstörungen (Männer): 50 mg/Tag, 3 Tage der Woche
  • Gewichtsreduzierung: 180 mg/Tag

 

Wechselwirkungen

  • Safran (30-60 mg/Tag) wirkt Fluoxetin-induzierten sexuellen Funktionsstörungen bei Männern und Frauen entgegen.
  • Eine Dosis über 400 mg Safranextrakt pro Tag senkt signifikant den systolischen Blutdruck. Personen mit niedrigem Blutdruck und Personen, die Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen, sollten dies berücksichtigen. Eine hohe Dosis Safranextrakt kann theoretisch die Thrombozytenaggregation hemmen. Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten besser keine hohen Dosen Safranextrakt (über 400 mg/Tag) einnehmen.
  • Die alkoholinduzierte Verschlechterung der Lern- und Gedächtnisleistung wird durch Safran (Ethanolextrakt) gehemmt (Tierstudie).
  • Safran mildert (in hoher Dosis) Morphin-Entzugssymptome (Tierstudie).
  • Crocin und Safranal (hohe Dosis) schützen vor der Toxizität (Herz, Leber, Blutgefäße, Blut) des Insektizids Diazinon (Tierstudien).
  • Bestandteile im Safran (Crocin, Safranal) beeinflussen (in hoher Dosis) die Aktivität von Cytochrom-P450-Enzymen (CYP3A, CYP2C11, CYP2B, CYP2A) in der Leber und können theoretisch die Wirksamkeit von Medikamenten verändern, die durch diese Enzyme abgebaut werden (Tierstudie). Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung beim Menschen ist bei niedrigen Tagesdosen Safran vermutlich gering.
  • Safran schützt (in hoher Dosis) die Nieren vor der Toxizität von Gentamicin (Tierstudie).
  • Safran schützt (in hoher Dosis) vor der Genotoxizität von Cisplatin, Cyclophosphamid, Mitomycin und Urethan (Tierstudie).
  • Tierstudie: Depressionen aufgrund der Exposition gegenüber dem Insektizid Malathion wird durch Safran (hohe Dosis) entgegengewirkt, teilweise durch Aufrechterhaltung des BDNF-Spiegels (brain-derived neurotrophic factor).
  • Safran schützt (in hoher Dosis) Nervensystem und Leber vor der Toxizität von Aluminium (Tierstudien).

 

Sicherheit

In den Dosierungen, die in Humanstudien zur Anwendung kamen (20-200 mg/Tag), ist Safran(extrakt) sehr sicher. In einem einzigen Fall kann die Anwendung von Safran mit Nervosität, Übelkeit oder Kopfschmerzen einhergehen. Wissenschaftler glauben, dass auch Dosierungen bis 1500 mg/Tag noch sicher sind, während Dosierungen über 5000 mg/Tag (sehr) toxisch sind. In hohen Dosen können die im Safran enthaltenen Carotinoide zu Verfärbungen der Sklera (weiße Augenhaut) und Haut führen.

 

Literatur

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