Kalium

Die wichtigsten Elektrolyte im Körper sind Kalium, Natrium und Chlorid. Sie sind wichtig für den Wasserhaushalt und regulieren den Flüssigkeitsaustausch zwischen Zellen und Geweben; zudem ist Kalium essentiell für den Aufbau des Zellmembranpotentials. Kalium hat eine günstige Wirkung auf den Blutdruck, den Herzrhythmus und eine gute Muskelfunktion. Kalium bestimmt mit anderen Elektrolyten den pH-Wert im Körper und mobilisiert Glycogen aus der Leber. Eine kaliumreiche Diät unterstützt eine gesunde Nierenfunktion. Der Kaliumbedarf nimmt bei übermäßigem Konsum von Zucker und anderen raffinierten Kohlenhydraten zu, ebenso bei Flüssigkeitsverlust durch körperliche Anstrengung, Erbrechen, Durchfall u. a. m. Eine geringe Kaliumzufuhr bei zugleich hoher Natriumzufuhr erhöht das Risiko im Hinblick auf hohen Blutdruck und Herz-Kreislauferkrankungen.

Quellen

Gemüse, Obst, Fleisch, Milchprodukte.

Anzeichen eines möglichen Mangels

Muskelschwäche, Verstopfung, Ermüdung, Missstimmung, Herzrhythmusstörungen, Polyurie (bei schwerem Mangel). Häufige Ursache eines Kaliummangels ist die Einnahme von Diuretika (siehe Wechselwirkungen).

Indikationen

  • Niedriger Kaliumstatus (geringe Zufuhr aus der Nahrung, lang anhaltender Durchfall oder Erbrechen)
  • Hypertonie
  • Herzrhythmusstörungen (auch Prävention)
  • Schlaganfall (Prävention)
  • Herzversagen
  • Ischämische Herzerkrankung
  • Muskelkrämpfe
  • Muskelschwäche
  • Hyperkalzurie
  • Nierensteine (auch Prävention)
  • Osteoporose (auch Prävention)
  • Metabolisches Syndrom, Diabetes Typ 2 (auch Prävention)

Kontraindikationen

Nierenversagen kann zu einer verminderten Kaliumausscheidung führen. Bei Nierenproblemen dürfen Kalium-Ergänzungsmittel nur auf Anraten eines Arztes eingenommen werden. Menschen mit Dehydratation oder einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür sollten den Gebrauch von Kalium-Ergänzungsmitteln vermeiden.

Anwendungshinweise

  • Allgemeine Erhaltungsdosis: 200-800 mg Kalium pro Tag
  • Therapeutische Dosierung: maximal 60 mg Kalium pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag

Wechselwirkungen

  • Einige Arzneimittel können den Kaliumspiegel senken, darunter Acetazolamid, Gentamicin, Salbutamol, Amphotericin B, Albuterol, Cisplatin, Fluconazol, Levodopa, Abführmittel, Thiaziddiuretika, Tetracycline, Schleifendiuretika, Corticosteroide, Methylxanthine, Carbenicillin, Phenothiazine und Salicylate. Die Supplementierung mit Kalium kann dann angebracht sein, vorzugsweise an einem anderen Zeitpunkt des Tages.
  • Verschiedene Arzneimittel können den Kaliumspiegel erhöhen, darunter NSAIDs, Aldosteronantagonisten, Penicillin G, kaliumsparende Diuretika, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten, Aminoglycoside, Succinylcholin, ACE-Hemmer und Betablocker. Seien Sie bei der Kalium-Supplementierung zurückhaltend.
  • Seien Sie bei der Kalium-Supplementierung zurückhaltend, wenn Sie Anticholinergika oder Opioid-Analgetika einnehmen.

Sicherheit

Kalium hat eine relativ geringe Toxizität, bei normaler Nierenfunktion wird ein Zuviel schnell über die Nieren ausgeschieden. Kalium kann die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts reizen. Bei (länger währender) Supplementierung mit einer hohen Dosis Kalium ist es ratsam, den Blutkaliumspiegel zu überwachen, insbesondere bei Senioren, Diabetikern und bei Personen mit einer chronischen Nierenerkrankung oder Niereninsuffizienz. Eine Kaliumintoxikation kann zu neuromuskulären Problemen (Kribbeln, Parästhesie, Muskelschwäche, Paralyse) und Herzstillstand führen.

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