Vitamin D sehr vielversprechend bei COVID-19

04.11.2020

Vitamin D scheint für den Schweregrad und Verlauf von COVID-19 eine wichtige Rolle zu spielen. Bei COVID-19-Patienten, die auf die Intensivstation aufgenommen werden, stellt sich häufig ein Vitamin-D-Mangel heraus. Aus diesem Grund haben spanische Forscher eine Studie durchgeführt, in der man den Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung auf die Anzahl der Intensivbehandlungen und die Sterblichkeitsrate bei COVID-19-Patienten untersuchte. Die Ergebnisse fielen vielversprechend aus.

 

Aufbau der Studie

Die Studie wurde als parallele, randomisierte, offene, doppelblinde, klinische Studie konzipiert. Die Studiengruppe bestand aus 76 Probanden mit COVID-19, die zugleich auch eine akute Atemwegsinfektion hatten. Alle waren in das in das Reina-Sofía-Universitätskrankenhaus in Córdoba eingeliefert worden. Die gesamte Studiengruppe erhielt die im Krankenhaus bei COVID-19 verfügbare Standardbehandlung, bestehend aus einer Kombination von Hydroxychloroquin und Azithromycin (Antibiotikum). Bei Patienten mit einer Lungenentzündung wurde zusätzlich ein Breitband-Antibiotikum eingesetzt. Eine Gruppe von 50 Patienten erhielt neben dieser Standardbehandlung eine hohe orale Dosis Vitamin D in Form von Calcidiol. Am ersten Tag der Behandlung wurden 532 mg Calcidiol verabreicht. An Tag 3 und 7 der Aufnahme wurde die Hälfte dieser Dosis verabfolgt. Danach wurde diese Dosis wöchentlich bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Aufnahme auf die Intensivstation wiederholt.

 

Die Forscher verwendeten Vitamin D in Form von Calcidiol, auch bekannt als 25-Hydroxy-Vitamin D oder 25-OH-D. Calcidiol wird in der Leber aus Calciferol gebildet. Calciferol ist das Vitamin D, das wir aus Nahrungsergänzungs- und Lebensmitteln kennen und das in der menschlichen Haut unter dem Einfluss von UV-Licht gebildet wird. Calcidiol ist am ehesten im Blutkreislauf zu finden und wird daher normalerweise als Indikator für den Vitamin-D-Status genutzt. Durch die Verwendung von Calcidiol umgingen die Forscher den Umwandlungsschritt in der Leber und konnten dadurch den Calcidiolspiegel schneller erhöhen als bei der Verwendung von Vitamin D in Form von Calciferol. Der Wirkungsablauf war dadurch effektiver.

 

Ergebnisse

Aus der mit Vitamin D behandelten Gruppe wurde nur ein Patient auf die Intensivstation verlegt. Kein Patient aus dieser Gruppe starb, und alle verließen das Krankenhaus ohne Komplikationen. Aus der Gruppe, die nur die Standardbehandlung erhielt, musste dagegen nicht weniger als die Hälfte der Patienten auf die Intensivstation verlegt werden. Zwei Personen aus dieser Gruppe starben.

 

Zusammenfassung

Die Forscher gelangten zu dem Schluss, dass durch die Verabreichung hoher Dosen Vitamin D (Calcidiol) die Zahl der Einweisungen in die Intensivstation deutlich zurückging und weniger Menschen starben. Vitamin D scheint somit für den Schweregrad und Verlauf von COVID-19 eine günstige Wirkung zu haben. Die Forscher weisen darauf hin, dass die bisherigen Ergebnisse sehr vielversprechend sind, aber mehr Forschung notwendig ist.

 

Literaturverweis

Entrenas Castillo M et al. Effect of calcifediol treatment and best available therapy versus best available therapy on intensive care unit admission and mortality among patients hospitalized for COVID-19: A pilot randomized clinical study. J Steroid Biochem Mol Biol. 2020 Oct; 203: 105751.

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960076020302764?via%3Dihub

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