Studie: Resveratrol bei COVID-19

04.11.2020

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass 77 Prozent der Patienten mit COVID-19 auf den niederländischen Intensivstationen übergewichtig sind. Diese Menschen haben ein um 44 Prozent höheres Sterberisiko als Menschen mit einem gesunden Gewicht. Bei schwerer Fettleibigkeit ist das Sterberisiko sogar um fast 80 Prozent höher. Im August erhielt der Bereich Intensivmedizin des University Medical Center Groningen (UMCG) eine Zuwendung von über 450.000 Euro von der niederländischen Förderorganisation für Gesundheitsforschung ZonMW. Dieser Betrag wird verwendet, um die Bedeutung der Fettleibigkeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu untersuchen. Darüber hinaus wird untersucht, ob die schweren (Lungen-)Entzündungen, die COVID-19-Patienten entwickeln können, mit Resveratrol therapierbar sind. Inzwischen sind die ersten Forschungsergebnisse zur Wirkung von Resveratrol bekannt, und die sind sehr vielversprechend!

Der Leiter der Intensivmedizin am UMCG Peter van der Voort vermutete, dass Resveratrol den Verlauf von COVID-19 bei schwerkranken Patienten günstig beeinflussen könnte. Er erwartete, dass Resveratrol den Leptinspiegel im Blut senken würde. Erhöhte Leptinspiegel (wie bei Menschen mit Übergewicht) werden mit schweren Corona-Beschwerden in Verbindung gebracht. Auch wird angenommen, dass Resveratrol als Antioxidans wirkt und Gewebe und Zellen vor schädlichen Substanzen schützt. Und schließlich ist aus der Literatur über Resveratrol bekannt, dass es die Replikation beispielsweise des Influenza-Virus und des MERS-Coronavirus hemmt. Das bedeutet, dass die Bildung neuer Viruspartikel gehemmt wird. In dieser Studie wird untersucht, ob dies auch für SARS-CoV-2 gilt.

 

Resveratrol hemmt Virenbildung bei SARS-CoV-2

Die ersten Ergebnisse der In-vitro-Studie am UMCG sind positiv. Es wurde gezeigt, dass Resveratrol, das mit SARS-CoV-2 infizierten tierischen Zellen zugesetzt wird, die Virusproduktion um bis zu 99 % hemmt. Folgeuntersuchungen mit menschlichen Bronchialepithelzellen (Zellschicht, die die Atemwege auskleiden) zeigten ebenfalls, dass die Virusproduktion stark gehemmt wurde.

Obwohl die Forscher vom UMCG vermelden, dass die In-vitro-Ergebnisse vielversprechend sind, halten sie weitere klinische Studien am Menschen für notwendig, um herauszufinden, ob auch die Virusproduktion im menschlichen Körper gehemmt wird. Außerdem möchte man gern untersuchen, wie hoch eine für Patienten ausreichende Dosis Resveratrol sein müsste.

 

Literaturverweise

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7439829/

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