Psylliumfasern

Psylliumfasern unterstützen die Darmfunktion, schützen die Darmwand und beugen Verstopfung sowie Durchfall vor. Darüber hinaus helfen Psylliumfasern, den Cholesterinspiegel zu senken, indem sie Cholesterin binden und die Bildung von Gallensalzen anregen. Die Fasern unterstützen einen normalen Blutzuckerspiegel, indem sie die Aufnahme von Zuckern aus der Nahrung verlangsamen, und fördern die Ausscheidung von Giftstoffen mit dem Stuhl. Psylliumfasern passen perfekt in ein Reinigungsprogramm.

Psyllium besteht zum größten Teil aus wasserlöslichen Fasern (speziellen hoch verzweigten Arabinoxylanen). Psylliumfasern bilden bei Kontakt mit Wasser ein farb- und geruchloses Gel und können das Zehnfache ihres eigenen Trockengewichts an Wasser aufnehmen. Ein Vorteil von Psyllium gegenüber anderen löslichen Ballaststoffen ist, dass Psyllium weniger von der Darmflora fermentiert wird und daher weniger Anlass zu Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen gibt.

 

Quellen

Plantago ovata (eine Pflanze aus der Familie der Wegerichgewächse)

 

Indikationen

  • Verbesserung der täglichen Ballaststoffaufnahme*
  • chronische Verstopfung
  • Diarrhöe, Stuhlinkontinenz
  • erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand (Leaky Gut)
  • Zöliakie (Erhöhung der Ballaststoffzufuhr, Glutenersatz)
  • RDS (Reizdarmsyndrom)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Divertikulose (auch Prävention)
  • Hämorrhoiden
  • Analfissuren
  • Darmkrebs-Prävention
  • Hyperlipidämie
  • metabolisches Syndrom
  • Diabetes mellitus
  • Herz- und Kreislaufkrankheiten (auch Prävention)
  • Prävention von Gewichtszunahme, Adipositas
  • Prävention von Gallensteinen (bei Gewichtsabnahme)
  • Dyslipidämie während der Schwangerschaft (und mögliche Prävention von Eklampsie)

 

* Die empfohlene Ballaststoffmenge für Erwachsene beträgt 30-40 Gramm pro Tag. Für Kinder im Alter von 1-3 Jahren, 4-8 Jahren und 9-13 Jahren liegen die Empfehlungen bei 15, 20-25 bzw. 25-30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Die Ballaststoffaufnahme ist bei 90 % der niederländischen Erwachsenen und Kinder unzureichend. Im Durchschnitt nehmen Kinder (7-18 Jahre) 8,8 Gramm Ballaststoffe pro 1000 kcal pro Tag auf, Frauen 10,9 Gramm/1000 kcal/Tag und Männer 9,2 Gramm/1000 kcal/Tag.

 

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Psyllium
  • abnormale Strikturen im Magen-Darm-Trakt, Magengeschwüre und Speiseröhrenerkrankungen
  • schwierig einzustellender Diabetes mellitus
  • niedriger Blutdruck
  • Schluckbeschwerden
  • kolorektale Adenome
  • Kinder bis zu 6 Jahren

 

Anwendungshinweise

  • Allgemeine Erhaltungsdosis: 7 Gramm pro Tag
  • Therapeutischer Dosierungsbereich: 7-30 Gramm pro Tag (in 2-4 Dosen über den Tag verteilt mit viel Wasser; langsamer Aufbau der Dosis)
  • Hyperlipidämie: 10-20 Gramm pro Tag (aufgeteilt in 2-3 Dosen)
  • Obstipation: 7-30 Gramm pro Tag
  • Diarrhöe: 7-30 Gramm pro Tag
  • Gallenstein-Prävention: 15 Gramm pro Tag
  • chronisch entzündliche Darmerkrankung: 10-30 Gramm pro Tag
  • RDS: 10-20 Gramm pro Tag
  • Hämorrhoiden: 7-10 Gramm pro Tag
  • Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus: 15-30 Gramm pro Tag
  • Hypertonie: 15 Gramm pro Tag
  • Übergewicht (auch Prävention): 10-20 Gramm zwei bis drei Stunden vor der Hauptmahlzeit

 

Wechselwirkungen

  • Psyllium kann die Resorption von Medikamenten verringern. Nehmen Sie Medikamente daher mindestens eine bis zwei Stunden vor bzw. mindestens zwei Stunden nach der Einnahme von Psyllium ein.
  • Psylliumfasern können (theoretisch) die Aufnahme bestimmter Vitamine und Mineralien verringern. Vermutlich ist diese Wechselwirkung nicht ausgeprägt, insbesondere wenn Psyllium eine halbe bis eine Stunde vor dem Essen eingenommen wird.
  • Die gleichzeitige Einnahme von Psyllium (dreimal täglich 6 Gramm) und Orlistat (dreimal täglich 120 mg) reduziert die Nebenwirkungen von Orlistat, ohne dessen Wirksamkeit zu verringern.
  • Psyllium kann den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck senken. Personen, die Antidiabetika und/oder Antihypertensiva einnehmen, sollten dies berücksichtigen.
  • Psyllium und (hochwertige) Proteine haben eine additive blutdrucksenkende Wirkung bei Hypertonie.
  • Die Kombination von 15 Gramm Psyllium und 10 mg Simvastatin pro Tag senkt das LDL-Cholesterin, das Gesamtcholesterin und den Apolipoprotein-B-Spiegel ebenso gut wie 20 mg Simvastatin pro Tag. Psyllium (10 Gramm/Tag) und Lovastatin (20 mg/Tag) haben eine additive Wirkung bei der Senkung des Cholesterinspiegels.
  • Psyllium und Phytosterine haben ebenfalls eine additive Wirkung bei der Senkung des Cholesterinspiegels.
  • Psyllium (7 Gramm/Tag) wirkt Durchfall, der durch Misoprostol verursacht wird, entgegen.
  • Psyllium schützt die Darmschleimhaut vor einer Schädigung durch Aspirin.
  • Psyllium und Probiotika verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung bei entzündlichen Darmerkrankungen.

 

Sicherheit

Psylliumfasern können leichte Magen-Darm-Beschwerden (Völlegefühl, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall) verursachen; in diesem Fall ist die Dosis zu reduzieren. Die Einnahme von Psylliumfasern während der Schwangerschaft und Stillzeit ist unbedenklich. Eine hohe Zufuhr von Ballaststoffen ist unproblematisch. Es ist jedoch wichtig, Psylliumfasern mit reichlich Wasser einzunehmen.

 

Literatur

1. Gezondheidsraad Nederland. Richtlijn voor de vezelconsumptie, 2006.

2. Khossousi A et al. The acute effects of psyllium on postprandial lipaemia and thermogenesis in overweight and obese men. British Journal of Nutrition 2008;99:1068-1075.

3. Zandonadi RP et al. Psyllium as a substitute for gluten in bread. J Am Diet Assoc. 2009;109(10):1781-4.

4. Brum JM et al. Satiety effects op psyllium in healthy volunteers. Appetite 2016;105:27-36.

5. Ziai SA et al. Psyllium decreased serum glucose and glycosylated hemoglobin significantly in diabetic outpatients. J Ethnopharmacol. 2005;102(2):202-7.

6. Gibb RD et al. Psyllium fiber improves glycemic control proportional to loss of glycemic control: a meta-analysis of data in euglycemic subjects, patients at risk of type 2 diabetes mellitus, and patients being treated for type 2 diabetes mellitus. Am J Clin Nutr 2015;102:1604-14.

7. Wong C et al. Potential benefits of dietary fibre intervention in inflammatory bowel disease. Int J Mol Sci. 2016;17(6).

8. Plantago ovata. (Psyllium). Altern Med Rev. 2002;7(2):155-9.

9. Markland AD et al. Loperamide versus psyllium fiber for treatment of fecal incontinence: the Fecal Incontinence Prescription (Rx) Management (FIRM) randomized clinical trial. Dis Colon Rectum. 2015;58(10):983-93.

10. Bijkerk R et al. Soluble or insoluble fibre in irritable bowel syndrome in primary care? Randomised placebo controlled trial. BMJ. 2009; 339: b3154.

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