Lactobacillus rhamnosus (LGG) lindert RDS-Beschwerden

13.01.2015

Lactobacillus rhamnosus (LGG) lindert RDS-Beschwerden – Probiotika nützlich bei Reizdarmsyndrom von Erwachsenen

Eine gestörte Darmflora (Dysbiose) spielt im Krankheitsverlauf des Reizdarmsyndroms (RDS) eine wichtige Rolle. Eine Supplementierung mit einem Probiotikum könnte Abhilfe schaffen. Bisherige klinische Studien haben jedoch nicht viel gebracht; es sind nur wenige Bakterienstämme bekannt, die das RDS möglicherweise beeinflussen können. Die gute Nachricht ist, dass eine Supplementierung mit LGG (Lactobacillus rhamnosus GG) bei Erwachsenen mit RDS hilft. Auch die „Low FODMAP“-Diät sorgt für eine Linderung der Beschwerden. Dies geht aus einer dänischen Studie hervor, die im World Journal of Gastroenterology veröffentlicht wurde.

Aus früheren Studien ist bekannt, dass LGG-haltige Probiotika bei Kindern mit RDS-bedingten Abdominalbeschwerden hilfreich sind, aber ihre Wirksamkeit bei Erwachsenen mit RDS war bisher nicht gesichert. An der randomisierten kontrollierten Studie mit einer Dauer von 6 Wochen nahmen 123 Probanden (18-74 Jahre, 73% Frauen) mit RDS teil, die die diagnostischen Kriterien nach Rom III erfüllten. Die Behandlung bestand aus einer Supplementierung mit LGG in einer Dosis von 6 Milliarden CFU pro Tag (n=41), einer Low-FODMAP-Diät (n=42) oder der üblichen westlichen Ernährung (n=40, Kontrollgruppe). FODMAP ist die Abkürzung von Fermentation of Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides And Polyols (Fermentation von Oligosacchariden, Disacchariden, Monosacchariden und Polyolen). Dies sind Reste von Kohlenhydraten in der Nahrung, die von Bakterien im Dickdarm fermentiert werden, wobei Stoffe und Gase (wie Wasserstoff und Methan) entstehen, die für RDS-Symptome verantwortlich sein können.

Die Teilnehmer füllten jede Woche über eine Web-Applikation zur Selbstbeobachtung des Reizdarmsyndroms zwei Fragebögen aus: den IBS-SSS (IBS severity score system) und den IBS-QOL (IBS quality of life). Aus den Fragebögen kann abgeleitet werden, ob eine Behandlung zu einer Reduktion der RDS-Beschwerden und einer Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.

Sowohl die LGG-Supplementierung als auch die Low-FODMAP-Diät führten gegenüber der Kontrolldiät (durchschnittlich 34 Punkte weniger) zu einer signifikanten Reduktion des IBS-SSS-Werts (durchschnittlich 68 bzw. 133 Punkte weniger). Der IBS-QOL-Score verringerte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe in der Diät- und LGG-Gruppe stärker, aber dieser Rückgang war nicht signifikant. Die Low-FODMAP-Diät war effektiver als die LGG-Supplementierung, aber die Abbrecherquote in der Diätgruppe war doppelt so hoch wie in der LGG-Gruppe, hauptsächlich weil die Teilnehmer Schwierigkeiten mit der Diät hatten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein LGG-haltiges Probiotikum bei RDS eingesetzt werden kann, insbesondere bei den RDS-Subtypen mit Durchfall (RDS-D) oder abwechselndem Durchfall und Verstopfung (Mischform RDS-M).

 

Hier können Sie den Artikel in seiner Gesamtheit lesen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4239510/

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