Berberin, antimikrobiell und heilsam bei Leaky-Gut-Syndrom

06.1.2020

Berberin ist ein wichtiger bioaktiver Stoff in den Wurzeln und der Rinde von Pflanzen der Gattung Berberis. Pflanzen, die Berberin enthalten, werden bereits seit Tausenden von Jahren in verschiedenen Ländern, darunter Indien, China und Japan, zur Bekämpfung von Magen-Darm-Infektionen und Durchfallerkrankungen eingesetzt. Seit den 1950er-Jahren wird Berberin auch als Einzelsubstanz isoliert und als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. In den letzten zwanzig Jahren hat das wissenschaftliche Interesse enorm zugenommen. In diesem Artikel sollen die antimikrobielle Wirkung und die heilsame Wirksamkeit gegen das Leaky-Gut-Syndrom aufgezeigt werden.

 

Antimikrobielle Wirkung

Berberin besitzt insbesondere im Magen-Darm-Trakt eine signifikante antimikrobielle Wirkung gegen pathogene Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Für Körperzellen ist es ungefährlich und günstige Darmbakterien wie zum Beispiel Milchsäure- und Bifidobakterien lässt es unbehelligt.

Berberin hemmt Durchfall, der durch bakterielle, beispielsweise von E. coli oder Vibrio cholerae stammende (Entero-) Toxine verursacht wird. Dies kommt dadurch zustande, dass Bakterien gehemmt oder abgetötet werden und dem Wasser- und Elektrolytverlust aus der entzündeten Darmwand entgegengewirkt wird, indem die Tight Junctions gefestigt werden. Außerdem wird die beschleunigte Darmperistaltik gebremst.

Außer der antimikrobiellen Wirkung bei akuten Magen-Darm-Infektionen und infektiöser Diarrhoe gibt es verschiedene andere Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen die Supplementierung mit Berberin sinnvoll sein kann. Interessant hierbei ist der positive Einfluss von Berberin auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom).

 

Heilsame Wirkung bei Leaky-Gut-Syndrom

Eine erhöhte Durchlässigkeit des Magen-Darm-Epithels (durchlässiger Darm) aufgrund defekter Tight Junctions macht es möglich, dass Mikroorganismen, Toxine und kleine Moleküle in das Blut gelangen können. Dies kann zu Beschwerden wie Zöliakie, RDS (Reizdarmsyndrom), entzündlichen Darmerkrankungen, Lebensmittelallergie und Autoimmunkrankheiten führen. Mögliche Ursachen für defekte Tight Junctions sind unter anderem (akute) Magen-Darm-Infektionen, eine Dysbiose durch den Einsatz von Antibiotika, physischer oder psychischer Stress, Darmentzündungen, Ernährungsdefizite, Alterung, Alkohol, NSAIDs und Toxine.

Verschiedene In-vitro- und Tierstudien haben gezeigt, dass Berberin Tight Junctions festigt und der gastrointestinalen Hyperpermeabilität, die durch proinflammatorische Cytokine und bakterielle Toxine verursacht wird, entgegenwirkt. Berberin steigert die Bildung von Tight-Junction-Proteinen und wirkt stark entzündungshemmend.

Ausführlichere Angaben und Hintergrundinformationen finden Sie in dem Artikel „Berberine: Vielseitiger Phytonährstoff mit breitem Wirkungsspektrum“.

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