5-MTHF bei Fertilitätsproblemen

Paare erlangen durch 5-MTHF, Folsäure in bioaktiver Form, ihre Fruchtbarkeit zurück

Sechsundzwanzig vorher unfruchtbare Paare konnten doch noch schwanger werden, nachdem sie vier Monate lang täglich 800 µg der bioaktiven Form der Folsäure, 5-Methyltetrahydrofolat oder abgekürzt 5-MTHF, eingenommen hatten. Das zeigt eine Fallstudie, deren Ergebnisse im Journal of Assisted Reproduction and Genetics veröffentlicht wurden. Dreißig Paare rangen trotz verschiedener Infertilitätstherapien bereits mindestens vier Jahre mit Fruchtbarkeits­problemen oder Fehlgeburten und waren vergeblich mit hohen Dosen Folsäure (5 mg/Tag) behandelt worden.

Die bei Unfruchtbarkeit verordnete Behandlung mit hohen Dosen Folsäure scheint damit überholt. Viele Frauen und Männer haben eine genetische Veränderung, die die Umsetzung von Folsäure in ihre bioaktive Form 5-MTHF begrenzt, wodurch überschüssige und möglicherweise gefährliche nicht-metabolisierte Folsäure im Körper zurückbleibt. Diese Erkrankung ist als UMFA-Syndrom (unmetabolized folic acid / nicht-metabolisierte Folsäure) bekannt, und man vermutet, dass sie Immunschwäche und Krebs verursacht. Wenn ein Polymorphismus (C677T und A1298C) des Enzyms Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) vorliegt, der zu einem gestörten Folat-Zyklus führt, verringert dies die Fähigkeit, schwanger zu werden und eine Schwangerschaft erfolgreich auszutragen.

Von allen Paaren, die während der vier Monate mit 5-MTHF behandelt wurden, litt mindestens ein Partner an einem MTHFR-Polymorphismus. Nach drei Monaten Behandlung durften die dreißig Paare erneut versuchen, spontan oder mittels einer Fruchtbarkeitsbehandlung schwanger zu werden. Daraufhin wurden dreizehn Paare spontan schwanger. Weitere dreizehn Paare wurden mithilfe einer Fruchtbarkeitsbehandlung schwanger. Nur drei Paare wurden während des Programms nicht schwanger, so dass sich ein Schwangerschaftserfolg von 86,7% ergab. Die Frauen erhielten in der Schwangerschaft weiterhin 5-MTHF in Kombination mit einem B-Komplex und Zink, während die Männer die Einnahme beenden durften. Das verordnete 5-MTHF war als Glucosaminsalz gebunden, das die biologisch aktive Form stabil erhält und eine optimale Resorbierbarkeit gewährleistet.

Es kann der Schluss gezogen werden, dass 5-MTHF gegenüber Folsäure wirksamer ist, um eine Defizienz zu korrigieren und die Fruchtbarkeit bei Menschen mit einem MTHFR-Polymorphismus zu verbessern. 5-MTHF ist ebenso wie Betain, Methionin und S-Adenosylmethionin (SAM) ein Methylgruppendonator und bestimmt die Wirksamkeit des Methylierungsprozesses.

Literatur

Servy EJ1, Jacquesson-Fournols L2, Cohen M3, Menezo YJR4,5. MTHFR isoform carriers. 5-MTHF (5-methyl tetrahydrofolate) vs folic acid: a key to pregnancy outcome: a case series. J Assist Reprod Genet. 2018 Aug;35(8):1431-1435. doi: 10.1007/s10815-018-1225-2.
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