ADHS: Krankheit oder Entwicklungsphase?

 

Die Abkürzung ADHS bedeutet „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom“. 1987 wurde auf einer Zusammenkunft des American Psychiatric Association Committee mit einer Stimmenmehrheit durch Handzeichen die „wissenschaftliche Entdeckung“ des ADHS beschlossen. Die einzige Methode, bei einem Kind ADHS festzustellen, ist der Vergleich der Symptome mit den im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) niedergelegten Symptomen. Es ist ein subjektives Verfahren, bei dem keine objektiven Diagnosen oder Tests zum Zuge kommen. Die unterstellten Symptome sind unter anderem:

  • Aufmerksamkeit
    • Achtet nicht auf Details oder macht Flüchtigkeitsfehler bei Schularbeiten oder anderen Aufgaben, das Ergebnis ist oft unordentlich oder schlampig.
    • Hat Mühe, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder Spielaktivitäten aufrechtzuerhalten.
    • Hat Mühe, bei Aufgaben bis zum Ende durchzuhalten; scheint abwesend und nicht zuzuhören.
    • Ist nicht imstande, Schularbeiten, Aufgaben oder andere Pflichten zu Ende zu bringen.
  • Hyperaktivität
    • Häufiges Zappeln mit Händen oder Füßen oder Herumrutschen auf dem Stuhl.
    • Häufiges Aufstehen in der Klasse oder in anderen Situationen, wo man eigentlich auf seinem Platz sitzen bleiben soll.
    • Rennt oder klettert oft übermäßig viel in Situationen, in denen das unangebracht ist.
    • Hat häufig Schwierigkeiten, ruhig an Freizeitaktivitäten oder Spielen teilzunehmen; redet oft übermäßig viel.
  • Impulsivität
    • Gibt oft Antworten, bevor die Fragen vollständig gestellt sind.
    • Kann nur schwer warten, bis es an der Reihe ist.
    • Unterbricht andere oder stört sie bei Gesprächen oder Spielen.

 

Krankheit oder Entwicklungsphase?

Man könnte natürlich auch der Meinung sein, dass dies keine Symptome im Sinne einer Störung sind, sondern normale Erscheinungen, die zu einem heranwachsenden Kind und den damit einhergehenden Veränderungen gehören. In anderen Worte, geht es hier um eine Entwicklungsphase des Kindes? Oder vielleicht Reaktionen auf Veränderungen bei Unterrichtsmethoden, in der heimischen Situation und der Art der Freizeitgestaltung. Es ist aber auch sehr gut möglich, dass es sich um andere Einflüsse handelt, so z.B. durch chemische Schadstoffe, Ernährungsfehler (z.B. zuviel Zuckerkonsum), Allergien und einen Mangel an wichtigen Zellnähr- und Zellschutzstoffen, wie an Vitaminen und Mineralstoffen. Derartige Ursachen müssen auf jeden Fall geprüft werden.

 

Kind ADHS festzustellen

Arzneimittel mit Kokain vergleichbar

Nun ist es schon schlimm genug, einem Kind und seinen Eltern die Idee aufzubinden, dass das Kind gestört sei, wenn dies tatsächlich gar nicht der Fall ist. Noch schlimmer wird es, wenn dagegen Arzneimittel verordnet werden wie zum Beispiel die Substanz Methylphenidat, die als „Ritalin“ oder „Medikinet“ im Handel erhältlich ist. Ritalin und andere verordnete Medikationen haben viele vehemente Gegner. Die Psychiatrie gibt selbst zu, dass ADHS nicht durch Medikamente geheilt werden kann, und doch ist das Kind eine Zeitlang daran gebunden, und es ist beileibe kein unbedenkliches Mittel.

Einige der Nebenwirkungen von Ritalin sind Hyperaktivität, Rededrang (wobei das Medikament diese beiden gerade dämpfen soll), Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Angst und Selbstmordgedanken. Ritalin ist ein amphetaminähnliches Produkt, welches auf Methylphenidat basiert und laut dem nordholländischen Jellinek-Suchtzentrum mit der Wirkung von Kokain vergleichbar ist. Deswegen wird es auch als Strassendroge mit Bezeichnungen wie „Speed“ oder „Billigkoks“ gehandelt und soll nun bereits als Ersatzdroge für Kokainsüchtige in einem Versuchsprojekt des Bundesamts für Gesundheitswesen eingesetzt werden!

Verdachter Milliardengewinn

Eine Vielzahl von Journalisten, Ärzten und nichtkommerziellen Stiftungen hat die pharmazeutische Industrie auch in diesem Fall im Verdacht, dass sie die Einstufung von ADHS als psychiatrische Diagnose bewusst betrieben hat. Das Patent auf Ritalin ist inzwischen abgelaufen und im Jahr 2004 betrug der Umsatz in den USA „nur“ noch $60 Mio. Strattera und Adderall XR haben allerdings noch Patentschutz und im Jahr 2004 einen Umsatz von $552 Mio. bzw. $607 Mio. erzielt. Im Jahr 2009 hat der Umsatz dieser zwei Präparate zusammen mit Concerta und Risperdal einen Betrag von $3 Milliarden(!) erreicht. Die Zahl der Patienten in den USA, bei denen ADHS diagnostiziert worden ist, liegt nach letzten Angaben zwischen 5 und 7 Millionen. Als Zeichen der Warnung für die mit einer ADHS-Medikation einhergehende Gefahr ist auch der schwarze Markt zu sehen, der dafür entsteht. Im Jahr 2001 nahmen 5,9 % der männlichen Studenten in den USA Ritalin, Dexedrin oder Adderall ohne Verschreibung ein! Die amerikanische FDA (Food and Drug Administration) erließ im Februar 2007 neue Richtlinien, wonach die Packungsbeilagen der ADHS-Medikamente die Anwender künftig vor möglichen Nebenwirkungen wie z.B. Herzbeschwerden oder psychotischem Verhalten warnen müssen. Kritiker sehen in dieser Maßnahme der FDA einen cleveren Trick, um zu verhindern, dass ADHS-Medikamente vom Markt genommen werden müssen. Durch diese Warnhinweise (die von den meisten Ärzten und Anwendern offenbar ignoriert werden) wird die Verantwortung für eventuelle Folgen der Einnahme dieser Medikamente indirekt auf den Anwender abgewälzt.

Kritik über Verschreibung ADHS-Medikamenten

Sogar aus den eigenen Reihen wird Kritik über die Verschreibung von ADHS-Medikamenten laut. In der Augustausgabe des Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry erschienen einige besorgnisweckende Analysen. Zuallererst scheint ihr Nutzen begrenzt zu sein. Außerdem experimentieren Kinder, die Ritalin schlucken, später bedenkenloser mit Alkohol und Drogen experimentieren als ihre Altersgenossen. Auch ist das Risiko größer, dass sie aufgrund von Diebstählen oder Schlägereien mit der Polizei zu tun bekommen.  Aus einer anderen Untersuchung geht hervor, dass diese Kinder kleiner bleiben und ein geringeres Gewicht erreichen als Nichtanwender.

Die New York Times hat einmal untersucht, wie viel Geld Psychiater von pharmazeutischen Unternehmen erhalten. In Minnesota – dem einzigen Staat, in dem Ärzte diese Einkünfte deklarieren müssen – zeigte sich, dass zwischen 1997 und 2005 ein Drittel der Psychiater Geld von der Pharmabranche bekommen hat. Darunter sind auch die letzen 8 Präsidenten der Minnesota Psychiatric Association. Der Betrag, der an die Psychiater ausgezahlt wurde, hat sich zwischen 2000 und 2005 auf notabene 1,6 Millionen Dollar versechsfacht. Die New York Times behauptet, dass immer mehr Kindern Antipsychotika von Psychiatern verschrieben werden, die von den Herstellern dieser Mittel Geld erhalten. Aus dieser Untersuchung ging hervor, dass die Psychiater, die über 5000 Dollar erhielten, diese Mittel Kindern dreimal häufiger verschrieben als Psychiater, die weniger oder kein Geld erhielten.

Explosiver Anstieg in Deutschland

Inzwischen steigt auch in Deutschland der ADHS-Medikamentengebrauch explosiv an. Nach einer aktuellen Auswertung der KKH-Allianz wurden im Jahr 2009 bundesweit 3,8 Prozent der Kinder zwischen sechs und 18 Jahren mit Psychostimulanzien mit dem Wirkstoff Methylphenidat und Atomoxetin gegen ADHS behandelt. Im Vergleich zu 2005 (2,5 Prozent) entspricht dies einer Steigerung von 52 Prozent. Auch der Jahresverbrauch jedes einzelnen gegen ADHS behandelten Kindes ist im gleichen Zeitraum um 23,6 Prozent gestiegen. Während 2005 noch durchschnittlich 157 Tagesdosen der häufig verschriebenen Stimulanzien je Kind verabreicht wurden, waren es im Jahr 2009 bereits 194 Tagesdosen pro Jahr. „Der gestiegene Jahresverbrauch pro Kind könnte eben auf einen sorgloseren Umgang mit den Psychostimulanzien hindeuten“, so die Leiterin eines KKH-Allianz Servicezentrums.

Schnelle Diagnose reicht nicht aus

Eine seriöse Diagnose erfordert detaillierte Untersuchungen. Es dürfte eigentlich nicht vorkommen, dass man einem Kind allzu schnell Psychostimulanzien verschreibt, ohne erst andere Aspekte zu prüfen, die eine Rolle spielen können. Dabei wäre an die zuvor genannten Schadstoffeinflüsse, Ernährungsfehler, Allergien und den Mangel an wichtigen Zellnähr- und Zellschutzstoffen zu denken. Aus ernährungswissenschaftlichen Untersuchungen, die das niederländische ADHD Research Centrum durchführte, ging zum Beispiel hervor, dass ADHS durch eine Eliminierungsdiät verschwinden kann: Bei 60% der Kinder mit ADHS, die an den ernährungswissenschaftlichen Studien teilnahmen, wurden nach der Diät keine ADHS-Symptome mehr beobachtet, weder zu Hause noch in der Schule! Allein dieses Resultat macht deutlich, dass Ärzte sich genügend Zeit für eine detaillierte Diagnose nehmen und gegebenenfalls Experten anderer Fachrichtungen hinzuziehen sollten.

Quellen:

www.eltern.t-online.de

www.adhdenvoeding.nl

www.adhdfraud.org

www.blockcenter.com

www.nida.nih.gov

www.ncrm.nl

www.latimes.com

 

 

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